Mousa Al-Tamari hat sich zur treibenden Kraft des späten Saisonendspurts von Stade Rennais entwickelt und hält den Klub im Rennen um einen Champions-League-Platz, während sie sich darauf vorbereiten, Paris FC zu empfangen. Der 28-jährige offensive Mittelfeldspieler, der im Januar 2025 für 9 Millionen Euro von Montpellier kam, war in der Schlussphase entscheidend: In seinen letzten fünf Einsätzen erzielte er drei Tore, eine Vorlage und holte drei Elfmeter heraus.
Al-Tamaris Einfluss wurde durch seinen atemberaubenden Volleyschuss mit links gegen Lyon am vergangenen Wochenende symbolisiert, ein Schuss, der an Marco van Bastens ikonisches Tor von 1988 erinnerte. Der Treffer ließ Teamkollegen und Gegner sprachlos zurück und unterstrich den wachsenden Einfluss des jordanischen Nationalspielers. "Mit einem Wort: Er ist verwirrend", sagte Rennes-Trainer Franck Haise diese Woche. "Er ist ein Spieler, der viele Dinge kann – im Ungleichgewicht, in die Tiefe, mit bestimmten Gesten. In den zehn Spielen, die ich ihn hatte, hat er dem Gegner konsequent geschadet."
Diese Saison markiert einen bedeutenden Sprung für Al-Tamari, der nach seiner Ankunft zunächst zu kämpfen hatte. Seine ersten Monate in Rennes waren unauffällig, aber er erlebte eine Wende bei einem 2:2-Unentschieden in Toulouse im Oktober, wo er unter dem damaligen Trainer Habib Beye als linker Außenverteidiger eingesetzt wurde. Diese taktische Anpassung entfesselte sein Potenzial, obwohl Beyes System im Januar schließlich versandete. Seit Haise übernommen hat, ist Al-Tamari auf die rechte Seite einer 4-3-3-Formation gewechselt, überwand PSG-Verteidiger Pacho, um in einem 3:1-Sieg den Führungstreffer zu erzielen, und spielte später in einer 4-4-2 links, was seiner Läufe Vielfalt verlieh, einschließlich zentraler Vorstöße.
Marc Brys, Al-Tamaris ehemaliger Trainer beim belgischen Klub Louvain von 2020 bis 2023, bemerkte seine bemerkenswerte Entwicklung. "Wir haben sofort gesehen, dass er großes Potenzial hat, aber ich hätte nie gedacht, dass er so stark wird", sagte Brys. "Wir haben viel an seiner Vollendung gearbeitet, ohne seine Schnelligkeit zu verlieren. Ich habe noch nie einen Spieler mit so einer Beschleunigung gesehen. Er hat sich in Zweikämpfen bei voller Geschwindigkeit verbessert, um Gegnern zu widerstehen. Taktisch hat er enorm dazugelernt. Anfangs sprintete er nur mit dem Ball, immer das Gleiche. Da er immer mit Vollgas unterwegs war, sagte ich ihm, dass es technisch einfacher für ihn wäre, wenn er bei 70 oder 80 Prozent wäre."
Michel Der Zakarian, der Al-Tamari in Montpellier trainierte, lobte ebenfalls seine Entwicklung. "Er hat Ausdauer und läuft unermüdlich, und ich finde, er hat sich im Ballhalten, Kombinationsspiel und Spielverständnis verbessert", sagte Der Zakarian. In der Tat bleibt Al-Tamari eine tödliche Waffe im Umschaltspiel, ein unberechenbarer Spieler, der spektakuläre Taten vollbringen oder einfache Chancen vergeben kann. Er führt Rennes in hochintensiven Läufen an, ein Zeugnis seiner Arbeitsrate.
Al-Tamari selbst ist zurückhaltend bezüglich seiner Erfolge. "Ich würde sagen, das ist die zweitbeste Saison meiner Karriere, hinter der, die ich mit Nikosia in Zypern hatte", sagte er am 9. April, vor seinem Feuerwerk in Lyon. "Damals spielte ich in der Champions League und schnitt in der Liga gut ab. Das Niveau in Frankreich ist höher, daher ist es schwer, genauso gut zu sein." Seine Bescheidenheit täuscht über seine Wirkung hinweg: Die offensive Dynamik von Rennes in den letzten Wochen ist größtenteils seinen Beiträgen zu verdanken, während der Klub die Rückkehr in Europas Elite-Wettbewerb anstrebt.
Die Reise von einem kämpfenden Wintereinkauf zu einem saisonbestimmenden Protagonisten unterstreicht Al-Tamaris Anpassungsfähigkeit. Nachdem er von Jorge Sampaelis Agenten empfohlen wurde, als Rennes versuchte, einen fehlerhaften Sommer-Transferfenster 2024 zu korrigieren, wurde Al-Tamari zur Lösung ihrer Angriffsprobleme. Mit dem Abgang von Amine Gouiri und Albert Gronbaek ist der Jordanier als neue kreative Dreh- und Angelpunkt aufgestiegen.
Wenn Rennes an diesem Wochenende auf Paris FC trifft, könnte Al-Tamaris Form entscheidend sein. Seine Fähigkeit, Elfmeter herauszuholen, Chancen zu kreieren und spektakuläre Tore zu erzielen, macht ihn zu einer ständigen Bedrohung. Für ein Team, das zwischen taktischen Systemen und Trainern oszilliert, war seine Beständigkeit eine seltene Konstante. Ob auf dem Flügel oder in der Mitte eingesetzt, Al-Tamari hat bewiesen, dass seine Unberechenbarkeit seine größte Waffe ist – und Rennes' beste Hoffnung auf Champions-League-Fußball.
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