In einer atemberaubenden Demonstration der rohen Naturgewalten löste am 10. August 2025 ein kolossaler Erdrutsch im Tracy-Arm-Fjord in Alaska den zweitgrößten jemals dokumentierten Tsunami aus. Die resultierende Welle erreichte eine erstaunliche Höhe von 481 Metern und übertraf damit die 443 Meter des Empire State Building. Dieses Ereignis, das nun von Forschern bestätigt wurde, unterstreicht die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf die fragilen Landschaften unseres Planeten.
Das dramatische Ereignis ereignete sich in den frühen Morgenstunden um 5:30 Uhr – ein Zeitpunkt, der sich als glücklich lebensrettend erwies. Der Fjord, ein beliebtes Touristenziel, bekannt für seine atemberaubenden Granitwände und Gletscher, war zu dieser Stunde frei von Kreuzfahrtschiffen oder anderen Wasserfahrzeugen. Folglich wurden keine Verletzungen gemeldet, ein bemerkenswertes Ergebnis angesichts der immensen Größe des Tsunamis.
Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Tsunami durch einen massiven Erdrutsch ausgelöst wurde, bei dem etwa 64 Millionen Kubikmeter Gestein in etwa einer Minute in den Fjord stürzten. Dieses Volumen entspricht dem 24-fachen der Größe der Großen Pyramide von Gizeh. Der begrenzte Raum des Fjords wirkte wie ein Trichter, der das verdrängte Wasser zusammendrückte und die Welle auf ihre Rekordhöhe trieb.
Der Erdrutsch selbst stand in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel. Der Gletscher, der einst den Berghang stabilisiert hatte, war aufgrund steigender globaler Temperaturen zurückgewichen, wodurch das Gestein ungestützt und anfällig für Einstürze wurde. Dieses Ereignis dient als deutliche Warnung vor der zunehmenden Häufigkeit solcher klimabedingter geologischer Gefahren.
Forscher rekonstruierten das Ereignis mithilfe von Luftaufnahmen, Satelliten- und seismischen Daten, Feldarbeit und Augenzeugenberichten, da kein direktes Video- oder Fotomaterial existierte. Der Durchzug des Tsunamis hinterließ eine deutliche Narbe an den Wänden des Fjords, die die Vegetation bis zur 481-Meter-Marke abtrug und eine scharfe, sichtbare Linie zwischen den beschädigten unteren Hängen und dem unberührten Wald oberhalb schuf.
Die durch den Einsturz erzeugten seismischen Wellen wurden weltweit registriert, und das Ereignis löste auch eine 'Seiche' aus – eine anhaltende Oszillation des Wassers im Fjord, die mehrere Tage andauerte. Dieses Phänomen ähnelt dem, das nach einem durch Erdrutsch ausgelösten Tsunami im Dickson-Fjord in Grönland im Jahr 2023 beobachtet wurde, der eine 200 Meter hohe Welle erzeugte.
Während der Tsunami von 1958 in der Lituya Bay in Alaska mit etwa 520 Metern der größte je aufgezeichnete bleibt, belegt das Tracy-Arm-Ereignis nun den zweiten Platz. Forscher stellten fest, dass seismische Daten in der Woche vor dem Erdrutsch kleine Erdbeben offenbarten, was einen potenziellen Weg für die Entwicklung von Frühwarnsystemen für zukünftige Ereignisse bietet. „Die Tatsache, dass der Erdrutsch so früh am Morgen stattfand, war unglaubliches Glück. Beim nächsten Mal – und es wird ein nächstes Mal geben – haben wir vielleicht nicht so viel Glück", warnte der Geomorphologe Dan Shugar.
Basierend auf Berichten von g1.