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Anvisa stoppt Ypê-Produktion und ordnet Rückruf wegen

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Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa hat die Produktion von Ypê-Reinigungsprodukten ausgesetzt und einen Rückruf angeordnet, nachdem schwerwiegende

In einer bedeutenden regulatorischen Maßnahme hat die brasilianische Nationale Gesundheitsüberwachungsbehörde (Anvisa) die Herstellung ausgesetzt und einen umfassenden Rückruf von Produkten der beliebten Marke Ypê angeordnet. Die Maßnahme betrifft alle Chargen von Waschmitteln, Flüssigseifen und Desinfektionsmitteln, deren Chargennummer auf „1" endet und die in der Fabrik des Unternehmens in Amparo, São Paulo, hergestellt wurden.

Die Entscheidung folgt einer Inspektion, bei der erhebliche Verstöße gegen die Gute Herstellungspraxis festgestellt wurden. Anvisa berichtete von Mängeln in den Qualitätssicherungs- und Kontrollsystemen, die auf ein hygienisches Risiko und die Möglichkeit einer mikrobiologischen Kontamination der Fertigprodukte hinweisen. Dies ist eine Eskalation eines freiwilligen Rückrufs, den der Hersteller Química Amparo im November 2025 angekündigt hatte und der auf bestimmte Chargen von Flüssigwaschmitteln beschränkt war, bei denen das Bakterium Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen wurde.

Pseudomonas aeruginosa ist ein opportunistischer Mikroorganismus, der häufig in der Umwelt vorkommt – in Luft, Wasser und Boden. Er verursacht selten Krankheiten bei gesunden Menschen, kann jedoch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Dazu gehören Krebspatienten unter Chemotherapie, Organtransplantierte unter Immunsuppressiva, Menschen mit unkontrollierter HIV/AIDS und solche unter Langzeittherapie mit Steroiden. Für diese Personen kann das Bakterium Infektionen verursachen oder verschlimmern.

Ypê hat sich vehement gegen die Anordnung von Anvisa gewehrt und sie als „willkürlich und unverhältnismäßig" bezeichnet. Das Unternehmen zeigte sich empört und kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Zur Verteidigung argumentierte Ypê, dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung „sehr gering oder vernachlässigbar" sei, und berief sich auf unabhängige Laborberichte, die belegen sollen, dass seine Produkte „völlig sicher und für den Verzehr geeignet" seien.

Das Unternehmen gab auch spezifische Sicherheitshinweise. Es erklärte, dass die normale Verwendung der in Waschmaschinenwasser verdünnten Produkte die Bakterienlast drastisch reduziere. Darüber hinaus gebe es keine medizinische Literatur, die Infektionen durch Kleidung dokumentiert, die mit kontaminierten Haushaltswaschmitteln gewaschen wurde. Das Bakterium sei nicht flüchtig, werde nicht durch Duftstoffe transportiert und stelle kein Inhalationsrisiko dar. Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme sei, direkten, längeren Hautkontakt mit dem konzentrierten Produkt zu vermeiden, insbesondere für immungeschwächte Personen mit offenen Wunden. Verbraucher werden aufgefordert, sich nach dem Umgang die Hände zu waschen und sicherzustellen, dass Kleidung vor dem Tragen gründlich gespült und getrocknet wird.

Der Rückruf betrifft eine breite Palette von Ypê-Haushaltsreinigungsprodukten. Die Liste umfasst verschiedene Modelle von Geschirrspülmitteln wie Lava-louças Ypê, Lava-louças Clear Care und Lava-louças Concentrado Ypê Green. Ebenfalls betroffen sind Flüssigwaschmittel wie Tixan Ypê Combate Mau Odor, Tixan Ypê Antibac und Ypê Express. Desinfektionsmittel wie Desinfetante Bak Ypê und Desinfetante Pinho Ypê sind ebenfalls Teil des Rückrufs, sofern ihre Chargennummer auf „1" enden.

Verbraucher werden gebeten, die Chargennummer auf dem Produktetikett zu überprüfen. Endet sie auf „1", sollten sie die Verwendung des Produkts sofort einstellen und den Kundendienst des Unternehmens kontaktieren, um einen Austausch zu arrangieren. Während das Risiko für die Allgemeinheit als gering eingeschätzt wird, ist der Hinweis besonders wichtig für immungeschwächte Personen, die jeglichen Kontakt mit dem konzentrierten Produkt vermeiden sollten.

Basierend auf einem Bericht von g1.