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Arsenal 2026 Finale: Defensiver als das Team von 2006?

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Arsenal trifft im UCL-Finale 2026 auf PSG, 20 Jahre nach der Niederlage von 2006. Mit nur sechs Gegentoren im gesamten Turnier: Sind sie defensiver als die

Zwanzig Jahre nach ihrem Herzschmerz in Paris steht Arsenal wieder im Finale der Champions League. Am Samstagabend in Budapest treffen die Gunners auf PSG und wollen den Pokal holen, der ihnen 2006 entglitt, als ein star besetztes Barcelona mit 2:1 gewann. Die Vorfreude auf dieses Aufeinandertreffen wird von einer einzigen, umstrittenen Frage dominiert: Spielt die aktuelle Arsenal-Mannschaft defensiver als die gefeierte Generation von 2006?

Die Kritik begann in den letzten Monaten der Premier-League-Saison. Im Titelkampf mit Manchester City wurde Arsenals pragmatischer Ansatz mit der Ära des 'Boring Arsenal' verglichen – eine Anspielung auf die frühen Premier-League-Jahre, in denen das Team oft auf die tödliche Abschlussstärke von Ian Wright angewiesen war, um knappe Siege einzufahren. Kritiker argumentieren, dass Mikel Artetas Elf trotz aller Disziplin die offensiven Spielfreude vermissen lässt, die man von einem Klub mit Arsenals Geschichte erwartet. Die Debatte schwappte auf die europäische Bühne über, wo die Zahlen ein klares Bild zeichnen: Ab dem Achtelfinale erzielte Arsenal nur sechs Tore, eine Bilanz, die im Widerspruch zu einem Team zu stehen scheint, das um die größten Preise kämpft.

Doch das Fundament der Ausgabe 2026 ist unbestreitbar die Abwehr. Nur sechs Gegentore in der gesamten Champions-League-Kampagne sind ein Zeugnis für ein System, das Form, Pressing-Zeitpunkte und kollektive Widerstandsfähigkeit priorisiert. Die Innenverteidiger haben ein fast telepathisches Verständnis entwickelt, die Außenverteidiger rücken ein, um Räume zu begrenzen, und die Mittelfeld-Absicherung unterbindet Angriffe, bevor sie den Strafraum erreichen. Diese Stärke hat sie an einigen der potentesten Stürmer Europas vorbeigeführt, oft ohne dass eine hochkarätige offensive Antwort erforderlich war.

Im Gegensatz dazu wird das Arsenal von 2006 als eine der ästhetisch ansprechendsten Mannschaften seiner Zeit in Erinnerung behalten. Aufgebaut auf den Überresten der Invincibles – das legendäre Team der Saison 2003/04, das ungeschlagen blieb – spielte Arsène Wengers Elf flüssigen, direkten Fußball, orchestriert von Cesc Fàbregas, Aleksandr Hleb und natürlich Thierry Henry. Ihr Weg ins Finale war geprägt von atemberaubenden Angriffsszenen, auch wenn die Abwehr, angeführt von Kolo Touré und Sol Campbell, ebenso entschlossen war. Dieses Team kassierte vor dem Finale in der K.-o.-Runde nur zwei Gegentore, aber der Schwerpunkt lag stets auf proaktivem, offensivem Fußball.

Valentin Gouriou, ein Journalist von L'Équipe, hat diese beiden Generationen in einer Videoanalyse unter die Lupe genommen und ihre taktischen Unterschiede sowie unerwarteten Gemeinsamkeiten untersucht. Während die offensive DNA des Teams von 2006 unbestritten ist, weist Gouriou darauf hin, dass beide Seiten tatsächlich ein tiefes defensives Engagement teilen. Die tiefe Staffelung und das Umschaltspiel des aktuellen Teams sind ausgeprägter, aber Wengers Elf konnte ebenfalls Spiele abdrehen, wenn nötig – sie hatten nur die individuelle Brillanz, um Ballbesitz in Kunst zu verwandeln.

Das Etikett 'Boring Arsenal' ignoriert jedoch den Kontext des modernen Fußballs. Die Premier League hat sich weiterentwickelt, und Artetas Methoden sind eine direkte Reaktion auf eine Ära, in der taktische Periodisierung und Pressingfallen oft individuelle Klasse neutralisieren. Gegen ein PSG, das um Superstar-Angreifer herum aufgebaut ist, wird Arsenals Abwehrgerüst auf eine ultimative Probe gestellt. Wenn sie siegreich hervorgehen, wird sich die Erzählung wahrscheinlich von Langeweile zu Brillanz verschieben – einer anderen Art.

Für die Neutralen bietet das Finale einen Aufprall der Philosophien: PSGs glitzernder, individuell getriebener Angriff gegen Arsenals zusammenhängende, strukturierte Einheit. Die Reise der Gunners wurde durch ihre Fähigkeit definiert, Spiele ohne Ball zu kontrollieren, ein Ansatz, der vielleicht keine Stilpunkte bringt, sich aber als vernichtend effektiv erwiesen hat. Während die Debatte in den sozialen Medien und in den Presseräumen tobt, wird das einzige Urteil, das zählt, auf dem Platz in Budapest gefällt.

Basierend auf Berichterstattung von L'Équipe.