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Arsenal beendet 22-jährige Durststrecke: Ausdauer

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Arsenal gewann seinen ersten Premier-League-Titel seit 22 Jahren, ohne selbst zu spielen, da Manchester City unentschieden spielte und damit eine Saison voller

Arsenal sicherte sich auf die unerwartetste Weise den ersten Premier-League-Titel seit den legendären Unbesiegbaren von 2004 – nicht auf dem Platz, sondern vom Sofa aus. Am Dienstagabend beendete Manchester Citys 1:1-Unentschieden in Bournemouth rechnerisch das Titelrennen und bescherte den Gunners eine Krone, die ihnen über zwei Jahrzehnte verwehrt geblieben war. Die Krönung erfolgte, ohne dass Mikel Artetas Männer einen Ball traten, ein ironisch passendes Ende einer Kampagne, die von Kampfgeist statt Glanz geprägt war.

Die 22-jährige Wartezeit war zu einem Albatros um den Hals des Vereins geworden. Seit Patrick Vieira 2004 die Trophäe in die Höhe stemmte, wurde Arsenal dreimal Zweiter, zuletzt in den vorangegangenen drei Spielzeiten, jedes Mal auf schmerzhafte Weise knapp gescheitert. Die Erzählung hatte sich verfestigt: Arsenal seien 'Bottler', ein abfälliger Begriff für ein Team, das unter der Last der Erwartungen zusammenbricht. Selbst Arteta, trotz aller Fortschritte, war ständiger Kritik an einem Spielstil ausgesetzt, den einige als zu pragmatisch bezeichneten.

In dieser Saison startete Arsenal wie aus der Pistole geschossen, führte die Tabelle ab dem siebten Spieltag an und baute bis zum Hochwinter einen Neun-Punkte-Vorsprung auf Pep Guardiolas Schwergewicht auf. Doch als der Frühling nahte, zeigten sich vertraute Risse. Eine lähmende Verletzungskrise raubte dem Team sein kreatives Herz – Martin Ødegaard und Bukayo Saka erlitten wiederholte Rückschläge, ihre Abwesenheit ließ Arsenals Angriffsfluss versiegen. Im Mittelfeld degenerierte Martin Zubimendi, einst ein mutiger Ballträger, zu einem Meister der sicheren Seitenpässe. Die Tore versiegten, und damit auch der Übermut.

Manchester City witterte, wie fast immer, Morgenluft. Ein hart erkämpfter 1:0-Sieg in Burnley am 22. April katapultierte sie zum ersten Mal seit Monaten an die Spitze, und der psychologische Schlag schien verheerend. Schlimmer noch: City hatte Arsenal bereits zweimal im direkten Duell besiegt: einen klinischen 2:0-Sieg im Ligapokalfinale im Wembley am 22. März und einen 2:1-Ligasieg im Etihad am 19. April. Die doppelte Niederlage schien jede Kritik an Arsenals Moral zu bestätigen.

Doch als die Nachrufe bereits geschrieben wurden, schlug das Pendel zurück. Arteta nahm mutige Anpassungen vor und integrierte Myles Lewis-Skelly und Riccardo Calafiori wieder in die Startelf. Die Rückkehrer verliehen Energie und Schwung auf den Flügeln, während Saka und Leandro Trossard im entscheidenden Moment ihre beste Form wiederfanden. Auch das Emirates Stadium wurde wieder zum Hexenkessel, dessen Fans das Team aus seiner Lethargie rissen.

Der Wendepunkt kam am 4. Mai. City, auf dem besten Weg zu einem weiteren unvermeidlichen Titel, stolperte uncharakteristisch bei Everton in einem chaotischen 3:3-Unentschieden. Arsenal hingegen fand mit einer Siegesserie wieder in die Spur und gewann die Dynamik zurück. Artetas taktische Finesse – zuvor oft in Frage gestellt – zahlte sich nun aus, sei es durch Viktor Gyökeres' physische Präsenz oder einen direkteren, weniger berechenbaren Ansatz. Sein unerschütterlicher Optimismus schützte seine Mannschaft selbst im Angesicht von Spott vor dem Lärm von außen.

Der Titel wurde ohne Dramatik entschieden: Als City Bournemouth nicht besiegen konnte, war das Schicksal der Gunners besiegelt. Die 'Bottler'-Erzählung ist vorerst tot. Dieser Triumph ist nicht nur ein Ligasieg; er ist eine Rechtfertigung von Artetas langfristigem Projekt, das auf Jugendentwicklung, defensiver Stabilität und kollektiver Widerstandsfähigkeit beruht. Er verändert auch die Landschaft der Premier League und beweist, dass Guardiolas Dynastie durch anhaltenden Druck gestürzt werden kann, nicht nur durch ein einziges Saisonwunder.

Mit Blick auf die Zukunft könnte Arsenals Saison legendär werden. Der ehemalige Gunner Gaël Clichy fasste die Stimmung zusammen: 'Es ist eine sehr gute Saison, aber sie könnte sehr, sehr, sehr gut werden, wenn sie die Champions League gewinnen.' Da die europäische Krone noch in Reichweite ist, sind die Parallelen zu 2004 – als Arsène Wengers Mannschaft ungeschlagen blieb – nicht zu übersehen. Vorerst jedoch kann die rote Hälfte Nordlondons einen Titel genießen, der auf Ausdauer, Intelligenz und der süßesten Form von Geduld aufbaut.

Basierend auf Berichten von L'Equipe.