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Arsenals Chance auf Unsterblichkeit: Champions-League-Finale

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Arsenal trifft im Champions-League-Finale auf PSG und jagt ein historisches Double und den ersten Europapokal. Artetas Männer können in Budapest

Arsenal steht nur noch ein Sieg davon entfernt, zum ersten Mal den Gipfel des europäischen Fußballs zu erreichen. Nachdem sie eine 22-jährige Durststrecke beendet und ihren 14. englischen Meistertitel geholt haben – eine Bilanz, die nur von Liverpool und Manchester United übertroffen wird – kann Mikel Artetas Mannschaft nun die Champions League gewinnen und ein historisches Double perfekt machen. Ein Sieg gegen Paris Saint-Germain in Budapest würde ein neues Kapitel der Unsterblichkeit für einen Verein schreiben, der sich seit langem nach kontinentalem Ruhm sehnt.

Arsenals europäische Trophäensammlung ist spärlich bestückt. Ihre einzige große UEFA-Trophäe ist der Pokal der Pokalsieger von 1993/94, ergänzt durch den Messestädte-Pokal von 1970/71, beides Vorläufer moderner Wettbewerbe. Während sie zweimal im Europa-League-Finale standen und nun zum zweiten Mal im Champions-League-Finale, blieb der große Henkelpokal unerreichbar. Ein Triumph an diesem Wochenende würde sie in den Pantheon der Europameister erheben und den Umbau unter Arteta vervollständigen.

Das Gefühl der Gelegenheit war in Josh Kroenkes Worten spürbar: „Englands Meister klingt ziemlich gut und Europas Meister könnte noch besser klingen, besonders mit dem Double verbunden.“ Arteta, der nie herunterspielt, was Ehrgeiz angeht, schlug bei der Pressekonferenz vor dem Spiel einen trotzigen Ton an und erklärte, sein Team sei in der ungarischen Hauptstadt, „um PSG die Trophäe wegzunehmen.“ Ein solches Selbstvertrauen entspringt sieben Jahren mühsamen Wiederaufbaus.

Als Arteta im Dezember 2019 übernahm, befand sich Arsenal im freien Fall im Inland und war in der Champions League abwesend – einem Wettbewerb, den sie erst drei Spielzeiten später wieder betreten würden. Selbst dann führte eine magere Serie dazu, dass sie in einer Saison die europäische Qualifikation komplett verpassten. Der Fortschritt seitdem ist atemberaubend: eine Rückkehr in die Champions League 2023/24, ein Viertelfinale in jener Saison, ein Halbfinale in der nächsten und nun das Finale selbst. Arteta hat eine Siegermentalität und taktische Raffinesse vermittelt, die den Verein neu definiert haben.

Die Halbfinalniederlage der letzten Saison gegen denselben Gegner schmerzt noch, bietet aber Ermutigung. Arsenal verlor die Serie mit 3:1 nach zwei Spielen, erzeugte aber Chancen im Wert von 4,54 erwarteten Toren gegenüber PSGs 2,90. Verschwenderischer Abschluss und eine Glanzleistung von Gianluigi Donnarumma – der italienische Torhüter ist inzwischen gegangen – verwehrten ihnen einen Platz im Finale. Arteta reflektierte, dass das Ergebnis bei schärferer Ausführung anders hätte aussehen können, und er begrüßt nun Schlüsselfiguren wie Kai Havertz und Gabriel Magalhães, die diese Spiele verpasst hatten.

PSG kommt als Titelverteidiger, nachdem sie im letzten Jahr Inter mit 5:0 im Finale deklassiert hatten. Luis Enriques Mannschaft vereint Flair und Bedrohlichkeit, aber ihr Halbfinale gegen Bayern München offenbarte defensive Risse. Die deutschen Meister erzielten über zwei Spiele fünf Treffer, was darauf hindeutet, dass Arsenals dynamische Angreifer – Bukayo Saka, Gabriel Martinelli und Leandro Trossard – erheblichen Schaden anrichten könnten. Arteta wird wahrscheinlich versuchen, Bayerns aggressives Pressing und die Geschwindigkeit im Umschaltspiel zu kopieren.

Der Kader der Gunners ist tiefer und kampferprobter als vor 12 Monaten. Die Verpflichtung von Declan Rice und die Reife von Martin Ødegaard haben ihnen die Kontrolle im Mittelfeld gegeben, während das Innenverteidigerpaar William Saliba und Gabriel eine gewaltige Grundlage bietet. Saka, der als Vizekapitän fungiert, sprach über den Hunger der Gruppe: „Wir haben genug Feuer und können Geschichte schreiben, indem wir ihn zum ersten Mal gewinnen.“ Dieses Gefühl hallt durch ein Team, das entschlossen ist, diesen Moment zu nutzen.

PSGs Lager zeigte Respekt, aber keine Selbstgefälligkeit. Luis Enrique lobte Arsenals nationale Leistung und erklärte, sie hätten ihren Premier-League-Titel „verdient“ und betonte, es gebe keinen klaren Favoriten. Kapitän Marquinhos erkannte die Bedrohung durch Artetas System an und bemerkte, dass „der Teufel im Detail steckt“ – eine Anspielung auf die Feinheiten, die solche Anlässe entscheiden. Beide Trainer wissen, dass ein brillanter Moment oder eine Konzentrationsschwäche die Erzählung prägen wird.

Taktisch ist der Wettbewerb ein Schachspiel. Arsenals Form ohne Ball – oft ein 4-4-2-Block – muss PSGs kreativen Dreh- und Angelpunkt, wahrscheinlich Ousmane Dembélé, unterdrücken, während sie Konter über Saka und Martinelli starten. PSGs Außenverteidiger schieben sich normalerweise weit nach vorne und lassen Räume, die Arsenals Tempo ausnutzen kann. Artetas Umstellungen während des Spiels, ein Markenzeichen seiner Amtszeit, werden entscheidend sein, wenn das Spiel auf der Kippe steht.

Für Arsenal gehen die Auswirkungen über eine einzige Nacht hinaus. Ein Champions-League-Sieg würde Arteta in die Riege der großen Trainer des Vereins aufnehmen und das von der Familie Kroenke unterstützte Langzeitprojekt validieren. Es würde auch die Erzählung von der nationalen Wiederbelebung zur europäischen Dominanz verschieben. Für PSG würde die Titelverteidigung ihren Status als neue Macht des Kontinents bestätigen, nachdem jahrelange Investitionen letzte Saison endlich Früchte trugen.

Die Fußballwelt wird Budapest beobachten, während diese beiden Anwärter aufeinandertreffen. Arsenals Warten auf einen Europapokal zieht sich durch die gesamte Vereinsgeschichte; PSG wartete genauso lange, bevor sie letztes Jahr den Durchbruch schafften. Nun stehen Artetas Männer 90 Minuten vor der Unsterblichkeit, mit der Chance, das Double nach Nordlondon zu bringen und ihre Namen neben die Vereinslegenden von einst zu setzen.

Basierend auf Berichterstattung von Sky Sports.