Das Verhältnis zwischen beIN Sports und der höchsten französischen Fußballliga geht erneut zu Ende. Der Sender, seit dem französischen Start 2012 ein historischer Partner der Ligue 1, hat beschlossen, die Partnerschaft mit dem kommerziellen Arm der Liga, LFP Media, zu beenden. Diese Entscheidung folgt auf eine Saison, in der der Kanal mit den Programmierungsbeschränkungen seines im Sommer 2024 unterzeichneten Übertragungsvertrags in Konflikt geriet.
Die Situation eskalierte nach dem plötzlichen Ausstieg des Rivalen DAZN in der letzten Saison. beIN Sports wandte sich daraufhin an LFP Media, um mehrere Schlüsselthemen zu besprechen. Laut Florent Houzot, dem Direktor für Redaktion und Programmplanung bei beIN, konzentrierten sich diese Gespräche auf drei Hauptthemen. Erstens wollte der Sender seine Terminierungsbeschränkungen lockern, etwa die Regel, dass dasselbe Team nicht mehr als acht Mal pro Saison gezeigt werden darf oder dass derselbe Club nicht in aufeinanderfolgenden Wochen programmiert werden darf.
Zweitens schlug beIN vor, über die Co-Übertragung des neunten Spiels jeder Ligue-1-Runde auf dem eigenen Sender der Liga, Ligue 1+, zu diskutieren. Der dritte Vorschlag sah vor, beIN die Produktion der Ligainhalte zu ermöglichen. Houzot argumentierte, dies sei kosteneffizienter als die Beauftragung einer externen Produktionsfirma, da beIN bereits über die notwendige Infrastruktur, Journalisten und Berater verfüge.
Gegenüber den Medien wehrte sich Houzot gegen Darstellungen eines schweren Zerwürfnisses. „Einige sagen, wir befänden uns in einem offenen Konflikt mit LFP Media, das ist falsch“, erklärte er in einer Pressekonferenz. „Wir haben lediglich einen kommerziellen Streit über unser Paket, unser Ligue-1-Spiel, das mit 78,5 Millionen Euro pro Saison bezahlt wurde.“ Er stellte weiter klar, dass nicht beIN mit der LFP im Rechtsstreit sei, sondern die Liga in letzter Zeit mit mehreren Sendern in Auseinandersetzungen stehe, darunter Canal+, DAZN und Mediapro sowie beIN.
Houzot betonte, dass der Sender sich bewusst gegen die Teilnahme an der Ausschreibung für Produktionsdienstleistungen entschieden habe, da er sich als Partner und nicht nur als Dienstleister sehe. „Ein Partner ist nicht nur jemand, der einen Scheck ausstellt und dem man dann ins Gesicht spuckt“, bemerkte er und unterstrich damit eine wahrgenommene Zerrüttung der Zusammenarbeit.
Dies ist ein weiteres Kapitel in der turbulenten Übertragungsgeschichte der Ligue 1. beIN Sports war eine konstante Präsenz, mit Ausnahme des Zeitraums 2020-2024, und der jüngste Ausstieg verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Sicherung stabiler, langfristiger Medienpartnerschaften für die französische Meisterschaft. Der kommerzielle Streit um ein einziges Spielpaket im Wert von fast 80 Millionen Euro jährlich scheint der sprichwörtliche letzte Tropfen für den katarischen Sender zu sein.
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