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Bordeaux stimmt Verkauf zu: Sparta Capital übernimmt 67%

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Sparta Capital stimmt zu, 67% von Bordeaux von Gérard Lopez zu kaufen, mit einer Investition von 20 Mio. €. Der Verein bleibt in National 2, Rio Mavuba

Gérard Lopez hat grundsätzlich zugestimmt, eine Mehrheitsbeteiligung an Girondins de Bordeaux an Sparta Capital zu verkaufen, was einen entscheidenden Wandel in der Eigentümerstruktur des angeschlagenen Vereins markiert. Der englische Investmentfonds, angeführt vom französischen Geschäftsmann Franck Tuil, wird 67% der Anteile erwerben, während Lopez eine Minderheitsbeteiligung von 33% behält. Die Vereinbarung, zuerst von Ici Gironde gemeldet und von L'Équipe bestätigt, soll am Dienstag der DNCG, der französischen Finanzaufsichtsbehörde des Fußballs, zur Genehmigung vorgelegt werden.

Sparta Capital, das Mitte Mai in exklusive Verhandlungen mit Lopez eingetreten war, bringt ein Konsortium mit, das die französischen Investoren Gilles Frétigné und Cédric Boghanim umfasst. Die neuen Eigentümer haben sich verpflichtet, in den nächsten drei Jahren 20 Millionen Euro zu investieren, mit einer sofortigen Zuführung von 6 Millionen Euro, um finanzielle Lücken zu schließen und den Kader für die kommende Saison vorzubereiten. Lopez selbst wird in diesem Sommer weitere 3 Millionen Euro beisteuern, was sein anhaltendes Engagement unterstreicht.

Bordeaux, ein Verein mit einer reichen Geschichte, darunter sechs Ligue-1-Titel und Champions-League-Vergangenheit, hat in den letzten Jahren einen dramatischen Absturz erlebt. Nach dem Abstieg aus der Ligue 1 im Jahr 2022 aufgrund von Fehlmanagement erlitt der Verein im vergangenen Sommer eine administrative Doppelrelegation in die National 2, als die DNCG seine Finanzen für die dritte Liga als unzureichend erachtete. Nun, mit einem neuen Geldgeber, gibt es vorsichtigen Optimismus, dass der Verein sich stabilisieren und den Wiederaufstieg beginnen kann.

Die DNCG-Anhörung ist eine kritische Hürde. Die Finanzbehörde wird das Projekt und die finanziellen Garantien von Sparta Capital genau prüfen, bevor sie grünes Licht gibt. Sollte der Deal bestehen, kann Bordeaux endlich ein turbulentes Kapitel unter Lopez abschließen, das von Krise zu Krise führte, einschließlich Gehaltsverzögerungen und Punktabzügen. Die neue Investition zielt darauf ab, die langfristige Sicherheit zu bieten, die sich die Fans gewünscht haben.

Nach der vorgeschlagenen Struktur wird der Verein mit einer Co-Präsidentschaft operieren, wobei die Entscheidungsgewalt hauptsächlich bei Sparta Capital liegt. Diese Regelung spiegelt einen Kompromiss wider: Lopez kann bleiben und vielleicht einiges Erbe bewahren, während die neuen Investoren die strategische Ausrichtung übernehmen. Es bleibt abzuwarten, wie diese Doppelführung funktionieren wird, aber unmittelbare Prioritäten umfassen den Neuaufbau des Kaders für einen Aufstiegsvorstoß.

Auf dem Platz bleibt Bordeaux in der National 2, die für die neue Saison einfach in „National“ umbenannt wurde. Das Verbleiben von Rio Mavuba als Cheftrainer sorgt für zusätzliche Stabilität. Mavuba, ein beliebter ehemaliger Kapitän des Vereins, übernahm nach der Entlassung von Bruno Irles Ende März. Trotz des Chaos führte der 40-Jährige das Team mit Würde und hat das Vertrauen verdient, die Wiederbelebungsmission in der nächsten Saison zu leiten.

Die Investition von Sparta Capital signalisiert einen breiteren Trend von englischen und internationalen Fonds, die auf notleidende französische Vereine abzielen. Für Bordeaux sind die sofortigen 6 Millionen Euro eine Lebensader, um Schulden zu begleichen und wichtige Mitarbeiter zu halten. Das Gesamtpaket von 20 Millionen Euro deutet jedoch auf ein mehrjähriges Engagement hin, um Infrastruktur, Scouting und möglicherweise die Akademie wieder aufzubauen – Bereiche, die während des Niedergangs gelitten haben.

Die Fans in der für ihren Wein und ihre lebendige Fußballkultur bekannten Stadt haben emotionale Achterbahnfahrten erlebt. Proteste gegen Lopez‘ Eigentümerschaft waren häufig, und viele hatten die Hoffnung verloren, den Verein in den Profibereich zurückkehren zu sehen. Die Ankunft von Sparta Capital bietet, wenn auch kein Allheilmittel, einen Neuanfang. Doch der Erfolg hängt davon ab, die Anforderungen der DNCG zu erfüllen und ein kohärentes sportliches Projekt umzusetzen.

Gérard Lopez‘ fünfjährige Herrschaft bei Bordeaux als Mehrheitseigentümer geht zu Ende, aber sein Schatten wird bleiben. Seine Amtszeit war geprägt von einem gescheiterten Versuch, das Multi-Club-Modell von Lille zu kopieren, jedoch ohne den gleichen sportlichen Erfolg. Der Verkauf, falls abgeschlossen, ermöglicht ihm einen Ausstieg mit einem gewissen finanziellen Gesichtswahrung, während die neue Gruppe das Risiko übernimmt.

Der Deal unterstreicht auch die Bedeutung der DNCG für den Schutz des französischen Fußballs vor räuberischen Eigentümern und untragbaren Schulden. Bordeaux‘ Fall ist ein warnendes Beispiel, und der Genehmigungsprozess der Aufsichtsbehörde wird von anderen notleidenden Vereinen genau beobachtet. Eine Ablehnung könnte den Verein erneut in Unsicherheit stürzen, obwohl Quellen aus den Gesprächen zuversichtlich sind.

Letztendlich stellt die Vereinbarung für Bordeaux einen notwendigen Neustart dar. Mit einem angesehenen Trainer in Mavuba, einem potenziellen Geldzufluss und einer klareren Eigentümerstruktur kann sich der Verein wieder auf den Fußball konzentrieren. Der Weg zurück in die Ligue 1 ist lang, aber der erste Schritt ist getan.

Basierend auf Berichterstattung von L'Équipe.