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Brasilianische Familie wartet neun Monate auf Rückführung

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Eine Witwe aus Paraná, Brasilien, wartet seit fast neun Monaten darauf, dass die argentinischen Behörden den Leichnam ihres Mannes freigeben, der in einer

Eine brasilianische Familie durchlebt eine qualvolle und langwierige bürokratische Tortur, während sie auf die Rückführung der sterblichen Überreste eines geliebten Menschen aus Argentinien wartet. Pollyana Backes, eine Witwe aus dem Bundesstaat Paraná, bemüht sich seit fast neun Monaten um die Repatriierung ihres Mannes Antônio Marcos Backes. Der 36-jährige Bauingenieur wurde im August 2025 tot in einem Waldstück in Bernardo de Irigoyen, einer argentinischen Grenzstadt nahe Barracão, Brasilien, aufgefunden. Sein Tod wird als Tötungsdelikt untersucht, und es wurden noch keine Festnahmen vorgenommen.

Der Kampf der Familie zeigt die Komplexität und Langwierigkeit internationaler Rückführungsprozesse auf. Nach Antônios Verschwinden und dem anschließenden Auffinden wurde seine Leiche über 300 Kilometer nach Posadas zu einer DNA-Untersuchung gebracht. Die Ergebnisse, die seine Identität bestätigten, wurden der Familie erst im Februar 2026 mitgeteilt. Trotz Erledigung aller erforderlichen Unterlagen und Beauftragung rechtlicher Hilfe gab Pollyana an, keinen konkreten Zeitplan für die Freigabe erhalten zu haben. "Sie sagen immer, es könnte nächste Woche sein, und fast neun Monate sind vergangen", erklärte sie und drückte die Verzweiflung der Familie aus, ihn für einen würdigen Abschied nach Hause zu holen.

Die Auswirkungen auf die Familie Backes sind tiefgreifend. Antônio war der Hauptverdiener für seine Frau und ihre drei Kinder im Alter von 5, 12 und 15 Jahren. Sein Tod hat Pollyana gezwungen, in das Berufsleben einzusteigen, was den Familienalltag drastisch verändert hat. Die emotionale Belastung lastet besonders schwer auf dem jüngsten Kind, das den Tod seines Vaters nicht vollständig begreift. "Wir können nicht einmal eine Ehrung, eine Totenwache, einen Abschied abhalten", teilte Pollyana mit. "Mein Kleiner fragt jeden Tag nach seinem Vater. Wir erzählen ihm eine Geschichte, um ihm das Verständnis zu erleichtern, sagen ihm, dass sein Vater eine Reise in den Himmel gemacht hat und zu einem kleinen Stern geworden ist."

Diese Situation ist in der Grenzregion kein Einzelfall. Eine andere Familie in Dionísio Cerqueira, Santa Catarina, erlebt eine ähnliche dreimonatige Verzögerung bei der Rückführung der Leiche des 71-jährigen Antônio Batista Soares. Auch seine Leiche wurde in Bernardo de Irigoyen gefunden, nachdem er im Dezember 2025 verschwunden war. Die örtliche Polizei in Brasilien wartet auf Informationen aus Argentinien, um ihre Ermittlungen fortzusetzen, und die Familie wurde nicht zu einem DNA-Test gerufen; sie verlässt sich lediglich auf Kleidungsstücke zur Identifizierung.

Die Behörden auf beiden Seiten der Grenze verweisen auf das gerichtliche Verfahren als Ursache der Verzögerung. Der argentinische Polizeichef in Bernardo de Irigoyen bestätigte, dass der Fall in einer gerichtlichen Phase ist, die die polizeilichen Instanzen überschritten hat, und dass solche Prozesse von Natur aus Zeit in Anspruch nehmen. Das brasilianische Konsulat in Puerto Iguazú erklärte, dass die Freigabe einer Leiche eine örtliche gerichtliche Genehmigung erfordert, ein Verfahren, dessen Dauer variiert. Bei nicht strafrechtlichen Fällen kann die Rückführung innerhalb von 10 Tagen erfolgen, aber Mordermittlungen erfordern umfangreichere rechtliche Prüfungen.

Das Standardverfahren für die Rückführung, wie es vom brasilianischen Konsulat in Buenos Aires dargelegt wird, beginnt mit einem von der Familie initiierten Antrag auf gerichtliche Freigabe im Todesland. Sobald ein Richter nach Prüfung des Falls und der Todesursache die Freigabe genehmigt, muss die Familie ein örtliches Bestattungsunternehmen beauftragen, um die Logistik und rechtlichen Aspekte der Überführung zu regeln. Das Konsulat kann eine Liste erfahrener Firmen zur Verfügung stellen und eine brasilianische Sterbeurkunde ausstellen, übernimmt jedoch keine Verantwortung für die Handlungen der privaten Unternehmen. Das Itamaraty, das brasilianische Außenministerium, hat nicht auf Anfragen zu beiden Fällen reagiert.

Basierend auf einem Bericht von g1.