Der Brasilianische Universitätssportverband (CBDU) hat nach einem beunruhigenden Vorfall während der Brasilianischen Universitäts-Beachspiele (JUBs Praia) in Guarapari, Espírito Santo, schnell reagiert. Die Dachorganisation gab die sofortige Entfernung eines Kommentators aus seinem Übertragungsteam bekannt, nachdem homophobe und frauenfeindliche Äußerungen gegen die Athletin Carina Rocha von der Universidade do Estado de Santa Catarina (Udesc) gerichtet worden waren.
Die beleidigenden Kommentare fielen während der offiziellen Übertragung eines Beachsoccer-Spiels am Dienstag. Das Audiomaterial der Sendung enthielt Äußerungen wie "Moment, dürfen auch Männer mitspielen?" und "Guckt euch Nummer 10 an", begleitet von Gelächter, die gegen die Sportlerin gerichtet waren. Der Vorfall löste weitreichende Verurteilung seitens der Universitätsgemeinschaft und der Sportbehörden aus.
Carina Rocha selbst machte das Problem öffentlich, indem sie das Video auf ihren Social-Media-Plattformen teilte. Sie verurteilte das Verhalten des Kommentatorteams und erklärte, die Bemerkungen hätten alle akzeptablen Grenzen überschritten. "Was am zweiten Tag geschah, hat ALLE Grenzen überschritten. Kommentare mit sexistischem und homophobem Inhalt sind keine 'Witze', keine 'Meinungen' und schon gar nicht Teil guter Kommentierung. Das ist Respektlosigkeit. Es ist inakzeptabel. Es ist ein Verbrechen", schrieb sie in einer öffentlichen Stellungnahme.
In seiner offiziellen Stellungnahme betonte der CBDU seine Null-Toleranz-Politik gegenüber diskriminierendem Verhalten. Der Verband erklärte, dass er nach Kenntnisnahme des Falles sofort den Ausschluss der untersuchten Person verfügt habe. Die Organisation bestätigte zudem, dass das für die Berichterstattung verantwortliche Übertragungsunternehmen eine eigene interne Untersuchung eingeleitet hat und angemessene Maßnahmen ergreifen wird.
Der Fall wird derzeit von der Disziplinarkommission des CBDU und dem Obersten Gerichtshof für Universitätssport (STJDU) geprüft. Der Verband hat seine volle Zusammenarbeit mit diesen Gremien zugesichert, um eine gründliche und transparente Untersuchung zu gewährleisten. Der CBDU bekräftigte, dass er keine diskriminierenden Äußerungen dulde, die mit den Werten des Sports unvereinbar seien.
Udesc Esportes gab eine starke Missbilligungserklärung ab und bezeichnete den Vorfall als Akt der Geschlechterdiskriminierung. Die Universität bekräftigte ihr Bekenntnis zu einer pluralistischen und inklusiven öffentlichen Einrichtung und erklärte, dass es in Universitätssport oder anderen institutionellen Umgebungen keinen Platz für Verhalten gebe, das die Menschenwürde verletzt. Die Universität forderte eine gründliche Untersuchung und Rechenschaftspflicht für die Beteiligten.
Der Sportverband der Universität, CEFID, gab ebenfalls eine Erklärung heraus, in der er die Äußerungen verurteilte. Der Verband betonte, dass die Kommentierung eines Wettbewerbs Verantwortung, Ethik und Respekt erfordere, insbesondere im universitären Sportkontext, in dem Athleten Training, Studium, Arbeit und andere Anforderungen unter einen Hut bringen müssten. "Respekt ist keine Option. Er ist essenziell", schloss die Erklärung und drückte Solidarität mit Carina und allen von der Situation betroffenen Sportlern aus.
Basierend auf einem Bericht von g1.