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Brasiliens Rekordverschuldung der Haushalte offenbart eine

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Ein neues Regierungsprogramm zielt darauf ab, die Rekordverschuldung zu bewältigen, während fast die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung verschuldet ist

Die brasilianische Regierung betritt das finanzielle Spielfeld mit einem neuen Spielzug. Diese Woche starteten die Behörden das Programm 'Novo Desenrola Brasil', eine große Initiative zur Umschuldung von Familien. Das Programm richtet sich an Haushalte mit einem Einkommen von bis zu fünf Mindestlöhnen, etwa 8.105 R$, und bietet ein 90-tägiges Fenster zur Regularisierung der Finanzen und möglicherweise zur Wiederherstellung des Kreditzugangs.

Dieser Schritt erfolgt, während das Land mit einem erstaunlichen Finanzdefizit konfrontiert ist. Daten der Zentralbank zeigen, dass fast 30% des monatlichen Haushaltseinkommens nun durch Schuldenzahlungen verbraucht werden, der höchste jemals verzeichnete Wert. Ein aktueller Bericht von Serasa Experian fügt hinzu, dass allein im März 82,8 Millionen Brasilianer, also 49% der Bevölkerung, eine Form von Schulden trugen.

Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel in der Konsumweise von Millionen Brasilianern, insbesondere in den ausgedehnten Außenbezirken von São Paulo. Das alte Modell, monatelang zu sparen, um einen Kühlschrank oder Fernseher zu kaufen, wurde abgelöst. Heute lautet das Mantra 'Jetzt kaufen, später zahlen', eine Logik, die durch die aggressive Ausweitung von Krediten durch Banken und große Einzelhändler befeuert wird.

Nehmen wir die Geschichte von Silvana, einer 56-jährigen Hausangestellten aus dem Viertel Itaim Paulista. Nach ihrer Trennung wurde die Verwaltung der Finanzen zu einem Balanceakt. Ohne eigene Kreditkarte ist sie auf die ihrer Verwandten angewiesen, um notwendige Dinge und sogar einen neuen Fernseher zu kaufen. 'Ich zahle eine, dann eine andere, und so verheddere ich mich', erklärte sie und hob die prekäre Balance hervor, mit der viele bei instabilem Einkommen konfrontiert sind.

Dieses Muster ist das Thema eines neuen Buches, 'Parcelado: Dinâmicas de Consumo na Periferia', des Geographen Kauê Lopes dos Santos. Seine zehnjährige Forschung in Vierteln wie Jardim Helena dokumentiert, wie Kredite den Alltag neu organisiert haben. Er beschreibt eine häufige Szene: ein riesiger, moderner Fernseher an einer Wand in einem Haus mit älteren Möbeln und Anzeichen von Wasserschäden - ein deutliches Symbol dieser neuen Konsumrealität.

Laut Santos besteht die Kernveränderung nicht nur in mehr Konsum, sondern in einem beschleunigten Tempo. Kredite haben den Kreislauf des Kaufens, Nutzens und Wegwerfens von Gütern beschleunigt. Dies schafft ein Paradoxon, bei dem Familien mehr und schneller konsumieren, ohne dass das Einkommen proportional steigt, sodass weniger Geld verfügbar bleibt und die Abhängigkeit von neuen Schulden steigt, um den Monat zu überstehen.

Das neue Schuldenumschuldungsprogramm der Regierung ist eine direkte Reaktion auf diese Krise. Da Kreditkartenschulden aufgrund hoher Zinssätze eine Hauptursache für finanzielle Belastungen sind, arbeiten die Behörden auch daran, die Zinssätze für lohnabzugsfähige Darlehen zu deckeln. Ziel ist es, die Last der Arbeitnehmer zu verringern, die in einem System gefangen sind, in dem Ratenzahlungen jetzt die Haushaltsbudgets dominieren, ein System, das Inklusion versprach, aber oft Verletzlichkeit lieferte.

Basierend auf Berichten von g1.