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Brasiliens Schuldenkrise: Rekordeinkommen können Familien

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Trotz einer Rekordtiefarbeitslosigkeit und steigender Löhne hat die Verschuldung der brasilianischen Haushalte ein Allzeithoch erreicht. Ein neues

Während Brasilien eine historisch niedrige Arbeitslosenquote von 6,1 % und ein durchschnittliches Monatseinkommen von über 3.722 R$ feiert, zeichnet sich ein beunruhigendes Paradoxon ab. Die Verschuldung der Haushalte ist auf Rekordniveau von 80,9 % des Einkommens gestiegen, dem höchsten Wert, der jemals vom Nationalen Handelverband verzeichnet wurde. Fast 30 % der Familien sind mit ihren Zahlungen im Rückstand, ein krasser Gegensatz zu den scheinbar starken Wirtschaftsindikatoren des Landes.

Die Regierung ist mit dem Programm 'Novo Desenrola Brasil' eingeschritten, einer zweiten Runde der Schuldenumstrukturierung, die darauf abzielt, den finanziellen Druck auf bis zu 20 Millionen Menschen zu verringern. Das Programm zielt darauf ab, bis zu 58 Milliarden R$ an alten und neuen Schulden umzustrukturieren. Sein Vorgänger, der 2023 gestartet wurde, hat erfolgreich 53,2 Milliarden R$ für 15 Millionen Brasilianer umstrukturiert und vorübergehende Entlastung geboten.

Diese Entlastung war jedoch nur von kurzer Dauer. Die Wurzeln der aktuellen Krise reichen bis in die Pandemie-Ära zurück, als die Zentralbank den Selic-Leitzins auf ein historisches Tief von 2 % senkte, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dies machte Kredite billig und leicht zugänglich, befeuerte einen Konsumboom und ließ viele Familien tief verschuldet zurück. Als die Wirtschaft wieder öffnete, stieg die Inflation sprunghaft an, was eine scharfe Kehrtwende in der Geldpolitik erzwang.

Die Zentralbank erhöhte die Zinssätze aggressiv und trieb den Selic bis August 2022 auf 13,75 %. Eine kurze Phase von Zinssenkungen in den Jahren 2023 und 2024 gab einen Hoffnungsschimmer, aber globale Unsicherheiten, darunter politische Veränderungen in den USA, entfachten die Inflation neu. Bis Juni 2025 war der Selic auf 15 % pro Jahr gestiegen, den höchsten Stand seit 2006, was den Schuldendienst für die Haushalte noch belastender machte.

Der Ökonom Flávio Ataliba von der FGV Ibre erklärt, dass ein heißer Arbeitsmarkt allein nicht ausreicht, um die Haushaltsbudgets zu reparieren. „Es ist durchaus möglich, einen überhitzten Arbeitsmarkt und gleichzeitig mehr verschuldete Familien zu haben“, stellt er fest. Viele Familien tragen immer noch Schulden aus der Pandemiezeit, und der Anteil des Einkommens, der für Schuldenzahlungen verwendet wird, erreichte Anfang 2025 einen Rekordwert von 29,3 %.

Die Lebenshaltungskosten sind ein Hauptschuldiger. Daten des IBGE zeigen, dass wesentliche Ausgaben wie Wohnen, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Lebensmittel im März 2025 41,8 % der Haushaltsbudgets verschlangen. Die Lebensmittelinflation war besonders volatil und schmerzhaft. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen, Milch und Fleisch sind weit über die allgemeine Inflation gestiegen, wobei die Fleischpreise im Jahr bis Januar 2025 um über 21 % sprangen.

Eine Umfrage von Quaest zeigt die menschlichen Auswirkungen: 71 % der Brasilianer geben an, dass sie weniger kaufen können als noch vor einem Jahr. Die Ökonomin Olívia Resende weist auf Verhaltensfaktoren hin und stellt fest, dass die Menschen oft darauf achten, ob eine monatliche Rate in ihr Budget passt, und nicht auf die Gesamtkosten der Schulden. „Kleine Raten scheinen einzeln harmlos zu sein, aber zusammen belasten sie das Budget“, sagt sie und hebt hervor, wie Marketing und einfacher digitaler Kreditzugang diesen Kreislauf aufrechterhalten.

Während das neue Desenrola-Programm eine Rettungsleine bietet, deuten die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Belastungen – von hohen Zinssätzen und volatilen Lebensmittelpreisen bis hin zu tief verwurzelten Ausgabegewohnheiten – darauf hin, dass Millionen brasilianischer Familien mehr als nur ein Regierungsprogramm brauchen, um der Schuldenfalle zu entkommen. Es wird einen grundlegenden Wandel sowohl der wirtschaftlichen Bedingungen als auch des Finanzverhaltens erfordern. Basierend auf Berichterstattung von g1.