Bryson DeChambeau hat klargestellt, dass seine Zukunft möglicherweise nicht auf der PGA Tour liegt. Nachdem der saudische Public Investment Fund (PIF) angekündigt hat, die Finanzierung von LIV Golf nach der Saison 2026 zu kürzen, erklärte der US-Open-Champion von 2023, dass er den Ausbau seines YouTube-Kanals einer möglichen Rückkehr auf die PGA Tour vorziehen würde. Im Gespräch mit ESPN sagte DeChambeau: „Ich denke, aus meiner Perspektive würde ich meinen YouTube-Kanal gerne verdreifachen, vielleicht sogar noch mehr.“ Mit 2,69 Millionen Abonnenten sieht der 32-Jährige digitale Inhalte als primären Weg an.
Die Entscheidung des PIF, die letzte Woche bekannt gegeben wurde, schockierte viele in der abtrünnigen Liga. DeChambeau gab zu, „völlig geschockt“ zu sein, da ihm nur Monate zuvor gesagt worden war, dass die Finanzierung bis 2032 gesichert sei. „Ein paar Monate davor hieß es: ‚Wir sind bis 2032 hier. Wir haben die Finanzierung bis 2032‘, und das habe ich allen erzählt, und das wurde mir gesagt“, sagte er. Die plötzliche Kehrtwende lässt die Zukunft von LIV Golf unsicher erscheinen, da die Liga nun nach neuen Investoren sucht.
DeChambeaus Haltung fügt der komplexen Landschaft des professionellen Golfs eine weitere Ebene hinzu. Anders als einige LIV-Spieler hat er Freistellungen für Major-Turniere: US Open bis 2033, Masters, Open und PGA Championship bis 2028. Doch ihm ist ohne Strafen oder Geldbußen keine Rückkehr zur PGA Tour garantiert. Auf mögliche Strafen angesprochen, nannte DeChambeau es „ziemlich bedauerlich“, angesichts dessen, was er der Tour seiner Meinung nach bieten könnte.
LIV-Golf-CEO Scott O'Neil würdigte DeChambeaus einzigartigen Wert und bezeichnete ihn als „anders und besonders“ und einen „verdammt guten Partner“. O'Neil deutete Gespräche mit DeChambeau über die geschäftliche Zukunft der Liga an und sagte: „Wir werden das klären und durcharbeiten.“ Unterdessen erzielte der LIV-Star Jon Rahm eine Einigung mit der DP World Tour, indem er sich bereit erklärte, ausstehende Geldbußen zu zahlen, um auf diese Rennserie zurückzukehren – ein mögliches Vorbild für andere Spieler.
DeChambeau rief zur Einheit im Sport auf und sagte: „Die Egos müssen fallen gelassen werden. Jeder muss mit einem besonnenen Geist und einer chancenorientierten Denkweise kommen, um das Golfspiel zu fördern.“ Er äußerte die Hoffnung, dass die PGA Tour und die DP World Tour mit LIV fusionieren, und nannte es den „Kumbaya-Moment“. Er gab jedoch auch zu, seit der PIF-Ankündigung keine direkte Kommunikation von den Touren erhalten zu haben.
Die finanziellen Auswirkungen sind erheblich. DeChambeau merkte an, dass die Team-Franchises von LIV Golf jeweils für fast 200 Millionen Dollar verkauft werden könnten, was darauf hindeutet, dass die Liga über die PIF-Unterstützung hinaus einen inneren Wert hat. „Es ist unsere Aufgabe, einen besseren Geschäftsplan zu entwickeln“, sagte er und betonte die Notwendigkeit für alle Parteien, ihre Abwehrhaltung aufzugeben und sich auf das zu konzentrieren, was für Golf am besten ist.
PGA-Tour- und DP-World-Tour-Spieler Billy Horschel äußerte sich zu der Situation und warnte, dass zurückkehrende Spieler möglicherweise andere Bedingungen vorfinden. „Wenn man einen Preis hat und die Person nicht zustimmt, und dann kommen sie zurück, dann ist dieses Angebot nicht mehr auf dem Tisch; dieses Angebot wird sich etwas ändern“, sagte Horschel im Sky Sports Golf Podcast. Er deutete auch an, dass einige Spieler wie Phil Mickelson möglicherweise überhaupt keinen Weg zurück haben.
DeChambeaus Entscheidung, seinen YouTube-Kanal zu priorisieren, spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem Athleten persönliche Marken unabhängig von traditionellen Sportstrukturen aufbauen. Sein Kanal, der Trickshots, Course-Vlogs und Kooperationen zeigt, ist zu einer bedeutenden Plattform geworden. Sollte LIV Golf zusammenbrechen, könnte sein digitales Imperium sowohl Einkommen als auch Einfluss bieten und möglicherweise die Art und Weise verändern, wie Top-Golfer ihre Karrieren angehen.
Die kommenden Monate werden entscheidend für LIV Golf sein, da es nach neuen Finanzierungsquellen sucht. DeChambeaus Engagement für YouTube statt für die PGA Tour signalisiert, dass sich die Stars der abtrünnigen Liga auf eine Post-LIV-Welt vorbereiten. Ob sich der Sport vereinen kann, bleibt abzuwarten, aber DeChambeaus Worte unterstreichen eine wachsende Kluft zwischen Spielern und traditionellen Touren.
Basierend auf Berichten von SkySports | News.