Die Bundesliga-Saison 2025-26 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der FC Bayern München unerbittliche Dominanz mit einer erfrischenden Bescheidenheit und Unterhaltung verband. Vincent Kompanys Team gewann nicht nur mühelos den Titel, sondern tat dies mit einer Ausstrahlung, die neutrale Beobachter für sich einnahm, indem es Harry Kanes historische 61-Tore-Ausbeute mit Michael Olises kreativem Genie kombinierte. Während Kanes Bilanz in allen Wettbewerben atemberaubend war, war es Olise, der wirklich die Show stahl und als einflussreichster Spieler der Liga anerkannt wurde.
Olises Output von 15 Toren und 21 Vorlagen in nur 23 Ligaeinsätzen von Beginn an – plus 11 weitere Torbeteiligungen in der Champions League – deutet nur auf seine Bedeutung hin. Der französische Flügelspieler bestimmte Bayerns Tempo mit mühelosem Dribbling und präzisen Pässen, was Paris-Saint-Germain-Trainer Luis Enrique dazu veranlasste, seinen Torwart anzuweisen, während des Champions-League-Halbfinales absichtlich Einwürfe zuzulassen, nur um Olises Raum einzuschränken. Solche taktischen Zugeständnisse unterstreichen, wie entscheidend Olise wurde; selbst Kanes Torgefahr konnte die Kunstfertigkeit des 23-Jährigen nicht überschatten.
Die Bundesliga förderte auch eine Reihe verblüffender junger Talente zutage. Beim HSV etablierte sich der von Tottenham ausgeliehene Teenager-Innenverteidiger Luka Vuskovic als einer der besten Verteidiger der Liga, der tigerhafte Tacklings mit sechs Toren kombinierte, darunter ein frecher Hackentrick gegen Werder Bremen. Seine Saison hatte zusätzliches emotionales Gewicht, da sein Bruder Mario wegen einer Dopingsperre beim HSV fehlte; Vuskovic träumt offen davon, eines Tages mit ihm auf dem Platz zu stehen, obwohl Tottenham möglicherweise einen zukünftigen Kapitän oder einen lukrativen Verkauf im Sinn hat, während Bayern und Dortmund um ihn buhlen. Andernorts begeisterte Saïd El Mala vom 1. FC Köln trotz der Schwierigkeiten seiner Mannschaft mit 13 Toren und fünf Vorlagen und schaffte sogar den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft – obwohl seine Zahlen höher hätten sein können, hätte Trainer Lukas Kwasniok ihn nicht häufig auf die Bank gesetzt. RB Leipzigs Yan Diomande brach ebenfalls mit einem Dutzend Ligatoren durch und zog großes Interesse des FC Liverpool auf sich.
Das Tor der Saison geht an Bayerns Luis Díaz, dessen atemberaubender Treffer bei Union Berlin Fleiß und Kunstfertigkeit vereinte: Er rutschte, um eine feste Hereingabe von Josip Stanisic im Spiel zu halten, quetschte sich durch eine enge Lücke an Janik Haberer vorbei und hämmerte aus einem scheinbar unmöglichen Winkel einen unhaltbaren Schuss hoch an Frederik Rønnow vorbei. Fábio Vieiras kühner Lupfer für den HSV und Martin Terriers Skorpionkick für Schalke drangen ebenfalls tief in die Diskussion ein, aber Díaz' Kombination aus Improvisation und kraft war unübertroffen.
Sebastian Hoeness bewies erneut seine Klasse als Trainer der Saison. Der VfB Stuttgart, dem im Sommer Enzo Millot und Nick Woltemade ohne Zeit für ideale Ersatzlösungen abhanden kamen, sicherte sich nicht nur einen Platz unter den ersten Vier, sondern erreichte auch das DFB-Pokalfinale und das Achtelfinale der Europa League. Ihre offensive Spielweise unter Hoeness ist zum Maßstab geworden, und es fühlt sich nur eine Frage der Zeit an, bis ein europäischer Spitzenklub anklopft.
Die Comeback-Geschichte gehörte Urs Fischer bei Mainz 05. Nachdem Bo Henriksen nach nur sechs Punkten aus 13 Spielen entlassen worden war, übernahm Fischer und holte bei seinem Debüt prompt einen Punkt in München. Dann orchestrierte er eine bemerkenswerte Wende, gewann sechs der nächsten zehn Spiele und zog den Verein aus der Gefahrenzone – und das alles unter der Verletzungsabwesenheit von Schlüsselspieler Nadiem Amiri, der zurückkehrte, um das Team zur frühen Rettung zu führen.
Der „Dortmundy-Moment“-Preis geht an Borussia Dortmund, die kurzzeitig drohten, den Titelkampf interessant zu machen, aber in entscheidenden Momenten wackelten: ein 1:1-Unentschieden in Leipzig trotz Fábio Silvas spätem Ausgleich, dann ein 0:4-Zusammenbruch bei Atalanta in der Champions League, was bedeutete, dass sie mit acht Punkten Rückstand und zerrütteter Moral in den Klassiker gingen. Auch Bayer Leverkusen unter Kasper Hjulmand erhielt eine ehrenvolle Erwähnung, nachdem sie zwei Spieltage vor Schluss wieder unter die ersten Vier geklettert waren, nur um am vorletzten Spieltag beim direkten Rivalen Stuttgart zu kapitulieren.
Der Kopf-ab-Preis war ein enges Rennen, aber Joakim Mæhle vom VfL Wolfsburg sicherte ihn sich für seine Selbstzerstörung im Relegations-Rückspiel beim SC Paderborn. Bei einer Führung der Wolfsburger kassierte der Außenverteidiger innerhalb von 14 Minuten zwei gelbe Karten, sodass sein Team die verbleibenden 106 Minuten plus Nachspielzeit in Unterzahl bestreiten musste. Wolfsburg wurde schließlich erst das vierte Bundesliga-Team, das ein Relegationsspiel um den Klassenerhalt verlor – ein Zusammenbruch mit potenziell schwerwiegenden finanziellen Folgen.
Die Erzählungen der Saison wurden ebenso von Spielerbewegungen wie von den Ereignissen auf dem Platz geprägt. Vuskovics Leihe von Tottenham und Vieiras vorübergehender Wechsel von Arsenal zum HSV unterstrichen den Trend, dass Premier-League-Klubs ihre besten Talente in Deutschland parken. Diomandes angeblicher Liverpool-Transfer und Leipzigs Verlust von Benjamin Sesko, Xavi Simons und Loïs Openda unterstrichen die Rolle der Liga als Sprungbrett und Verkaufsplattform.
In einer Saison, in der Bayern regierte, aber die Neugier überall war – von Stuttgarts Widerstandsfähigkeit bis zu Mainz' Überleben, von Olises Krönung bis zu Mæhles Albtraum – verband die Bundesliga erneut taktische Raffinesse und Dramatik.
Basierend auf einem Bericht des Guardian.