Der brasilianische Bundesstaat Acre steht vor einer ernsten öffentlichen Sicherheitskrise: Die Behörden meldeten 27 Fälle von Vergewaltigung von Jugendlichen in den ersten drei Monaten des Jahres 2026. Als Reaktion hat der Gerichtshof von Acre (TJ-AC) die Kampagne 'Geschützte Kindheit' gestartet, eine große Initiative zur Beschleunigung der Bearbeitung dieser Gewaltverbrechen und zur schnelleren Gerechtigkeit für die Opfer.
Diese Kampagne ist ein zentraler Bestandteil des Aufklärungsmonats 'Orange Mai', der sich auf die Bekämpfung von sexuellem Missbrauch und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen konzentriert. Im Rahmen der Bemühungen wird die Justiz einen besonderen Vorstoß unternehmen und 152 Anhörungen speziell für Vergewaltigungsfälle ansetzen. Die Anhörungen werden auf mehrere Gerichtsbezirke verteilt, darunter 44 am 2. Gericht für Kinder und Jugendliche in Rio Branco, 34 am Strafgericht in Tarauacá und 18 am Gericht für Kinder und Jugendliche in Cruzeiro do Sul.
Die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild der anhaltenden Gewalt. Laut der Zivilpolizei verzeichnete der Bundesstaat allein zwischen Januar und März 123 Vergewaltigungen von schutzbedürftigen Opfern – gesetzlich umfasst dies Personen bis zu 14 Jahren. Dieses Problem ist nicht neu; der Bundesstaat verzeichnete 2025 652 solcher Fälle und 2024 759. Die aktuellsten Jahresdaten von 2025 zeigen insgesamt 572 Vergewaltigungen, wobei 452 dieser Opfer als schutzbedürftig eingestuft wurden, was auf ein anhaltendes und schwerwiegendes Problem hindeutet.
Justiz- und Polizeibeamte betonen, dass die Gewalt oft an dem Ort stattfindet, an dem Kinder am sichersten sein sollten: in ihren eigenen vier Wänden. Die Koordinatorin für Kinder und Jugendliche, Richterin Regina Ferrari, betonte die Notwendigkeit, Nein zu Gewalt und sexuellem Missbrauch zu sagen, und merkte an, dass das Zuhause häufig der Ort des Verbrechens ist. Der Generalinspekteur der Justiz, Nonato Maia, erklärte, das Ziel der Kampagne sei es, konkrete Lösungen und schnellere Reaktionen auf diese Fälle zu bieten.
Parallel dazu verstärkt die Zivilpolizei ihre Aktivitäten im Mai. Delegada Carla Fabíola vom Spezialdezernat für kindliche und jugendliche Opfer hob eine Doppelstrategie aus Prävention und beschleunigter Ermittlung hervor. Dazu gehören die Erhöhung der Vernehmungen, die Beantragung von Haftbefehlen und die Beschleunigung von Fallprozessen. Die Behörden betonen auch, dass die Bekämpfung dieser Gewalt eine gesellschaftliche Verantwortung ist, und fordern die Öffentlichkeit auf, Anzeichen von Missbrauch nicht zu ignorieren.
Beamte erinnern die Öffentlichkeit an die wichtigen Ressourcen zur Meldung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Dazu gehören die Militärpolizei (190) bei unmittelbarer Gefahr, SAMU (192) für dringende medizinische Hilfe, spezialisierte Polizeidienststellen, jede Polizeistation, die nationale Menschenrechtshotline Disque 100 für anonyme Meldungen und die WhatsApp-Leitung des Ministeriums für Frauen, Familie und Menschenrechte. Auch Gesundheitspersonal ist verpflichtet, Verdachtsfälle zu melden. Basierend auf Berichterstattung von g1.