In einem bedeutenden Schritt für eine nachhaltige Landwirtschaft hat die brasilianische Kaffee-Genossenschaft Cooxupé an einer bahnbrechenden internationalen Studie teilgenommen, die den CO2-Fußabdruck der Kaffeeproduktion in Lateinamerika analysiert. Die von dem deutschen Zertifizierungsführer 4C Services GmbH geleitete und von der globalen Sustainable Coffee Challenge-Koalition unterstützte Forschung untersuchte Treibhausgasemissionen in fünf großen Anbauländern: Brasilien, Kolumbien, Honduras, Mexiko und Peru.
Die Methodik der Studie konzentrierte sich auf die Messung von Emissionen aus Aktivitäten auf Farmebene und verfolgte alles von der Verwendung von Betriebsmitteln und dem Pflanzenmanagement bis hin zum Energieverbrauch und der Vor-Ort-Verarbeitung. Durch die direkte Zusammenarbeit mit Genossenschaftsmitgliedern sammelten die Forscher standardisierte Daten, die mit internationalen Kohlenstoffrechnungsprotokollen übereinstimmen und eine vergleichbare Grundlage für verschiedene Produktionssysteme schaffen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der überwiegende Teil der Emissionen – etwa 68% beim brasilianischen Arabica-Kaffee – aus der Düngemittelnutzung stammt, was sie zum größten einzelnen Beitrag zum CO2-Fußabdruck der Branche macht. Die Abfallwirtschaft folgt als zweiter signifikanter Faktor, während Transport, Energieverbrauch und Abwasserbehandlung deutlich geringere Anteile ausmachen. In Brasilien trägt der Transport speziell nur 2% der Gesamtemissionen bei, während die Abwasserbehandlung einen marginalen Einfluss von etwa 0,02% hat.
„Unsere Teilnahme an dieser Studie unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Messung und des Verständnisses von Emissionen im Kaffeeanbau, um effektivere Maßnahmen vor Ort zu leiten“, sagte Luiz Fernando dos Reis, Handelsdirektor von Cooxupé. „Die Ergebnisse zeigen, dass Emissionsreduzierungen direkt mit der Effizienz der Betriebsmittelnutzung, einer ordnungsgemäßen Abfallwirtschaft und der Übernahme guter landwirtschaftlicher Praktiken verbunden sind. Dies ist ein Weg, den wir bereits mit unseren Mitgliedern beschreiten, mit dem Fokus auf Produktivität gepaart mit Nachhaltigkeit.“
Die Forschung hebt auch die positive Rolle von Schattenbäumen und Mischkultursystemen hervor, die zur Kohlenstoffspeicherung beitragen und die Gesamtnachhaltigkeit verbessern. Durch die Zusammenführung von Industrieunternehmen, Organisationen und Fachleuten zielt die Initiative darauf ab, entscheidende Daten zu generieren und Klimastrategien entlang der gesamten Kaffee-Lieferkette voranzutreiben.
Basierend auf Berichten von g1.