Deportivo La Coruña hat eine bemerkenswerte Rückkehr in Spaniens Fußball-Oberliga vollendet und sich mit einem 2:0-Sieg in Valladolid am vorletzten Spieltag den Aufstieg in die La Liga gesichert. Der galicische Klub, einst eine europäische Fußballmacht, kehrt nach sechsjähriger Abwesenheit ins Oberhaus zurück, die einen atemberaubenden Absturz in die regionalisierte vierte Liga umfasste. Der Aufstieg wurde im Estadio José Zorrilla durch einen Doppelpack von Bil Nsongo besiegelt und löste Jubelszenen unter den mitgereisten Fans aus, die jahrelange Entbehrungen erduldet hatten.
Die goldene Ära des Vereins wirkt sowohl fern als auch lebendig. Deportivo gewann 2000 unter Javier Irureta seinen ersten und einzigen La-Liga-Titel, ein Triumph, der das Vermächtnis von Stars wie Roy Makaay, Djalminha und Diego Tristán zementierte. 2004 erreichte man das Halbfinale der Champions League, scheiterte an José Mourinhos Porto, und spielte in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren stets über den eigenen Verhältnissen. Doch finanzielles Missmanagement und ein stetiger Aderlass an Talenten führten zum Niedergang: Der Abstieg in die Segunda División 2018 wurde 2020 von einem noch demütigenderen Fall in die dritte Liga gefolgt, und ein kurzer Aufenthalt in der semiprofessionellen vierten Division erschütterte die Grundfesten der 118 Jahre alten Institution.
Der Wendepunkt begann ernsthaft mit der Rückkehr des Klubs in die Segunda División 2024. Unter der Leitung von Trainer Borja Jiménez stellte Deportivo eine ausgewogene Mannschaft zusammen, die erfahrene Spieler mit aufstrebenden Talenten kombinierte. Der Sieg in Valladolid war ein Beweis für ihre Widerstandsfähigkeit; nach einer angespannten ersten Halbzeit brach Nsongo mit einem klinischen Abschluss den Bann, bevor er einen zweiten Treffer nachlegte, um eine dominante Vorstellung zu krönen. Nach 41 gespielten Runden liegt Deportivo auf dem zweiten Platz, hinter Meister Racing Santander, der sich bereits früher in der Saison die Rückkehr in die La Liga gesichert hatte.
Nsongos rechtzeitige Torform unterstreicht eine Saison, die von gemeinschaftlicher Anstrengung geprägt ist. Der 22-jährige Stürmer, von einem Erstligisten ausgeliehen, hat in den entscheidenden Momenten wichtige Tore erzielt. Seine Leistung im brisanten Spiel in Valladolid wird als einer der prägenden Momente von Deportivos Wiederbelebung in Erinnerung bleiben. An seiner Seite sorgten Veteranen wie Álex Bergantiños für die Führung, die das Schiff im nervenaufreibenden Endspurt stabil hielt.
Der Aufstieg ist mehr als nur eine Rückkehr ins große Geschäft; es ist die Auferstehung eines Vereins, der in der Versenkung zu verschwinden drohte. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich, da der Zustrom von Fernsehgeldern und Sponsoringverträgen die Region Galicien ankurbeln wird. Für eine Generation von Fans, die damit aufgewachsen sind, ihr Team gegen Real Madrid und Barcelona kämpfen zu sehen, entfacht die Rückkehr in die La Liga die Hoffnung auf vergangene Glanzzeiten – auch wenn der Kader verstärkt werden muss, um einen sofortigen Abstiegskampf zu vermeiden.
Während Deportivo feiert, sehen sich andere Klubs im spanischen Fußball mit dem gegenteiligen Schicksal konfrontiert. Oviedo, Mallorca und Girona bewegen sich in die entgegengesetzte Richtung, alle drei werden voraussichtlich am Saisonende aus der La Liga absteigen. Gleichzeitig verschärft sich der Kampf um den dritten und letzten Aufstiegsplatz. Almeria, Malaga, Las Palmas und Burgos werden in den Playoffs gegeneinander antreten, wobei jede Mannschaft darauf brennt, sich Racing und Deportivo im gelobten Land anzuschließen.
Ein trauriger Ton zum Wochenende: Real Zaragoza ist auf ein historisches Tief gefallen. Der Klub, ein ehemaliger UEFA-Pokalsieger und langjähriger La-Liga-Teilnehmer, beendete die Saison als Letzter der Segunda División und bestätigte damit seinen Abstieg in die dritte Liga – zum ersten Mal seit 78 Jahren. Der 22. Platz markiert einen katastrophalen Fall für ein Team, das einst Stars wie Diego Milito und Pablo Aimar hervorbrachte, und steht nun vor einer ungewissen Zukunft in den regionalisierten Ligen.
Deportivos Wiederaufstieg erinnert daran, dass Stolz und Leidenschaft ein Comeback befeuern können, aber der Weg vor ihnen ist tückisch. Der Sprung von der zweiten Division zum Überleben in der La Liga erfordert kluge Verpflichtungen und taktische Weiterentwicklung. Klubpräsident Antonio Couceiro hat bereits ein ehrgeiziges Sommerfenster angedeutet und eingeräumt, dass die aktuelle Mannschaft verstärkt werden muss, um auf dem höheren Niveau mithalten zu können. Die Fans, die selbst in den dunklen Tagen das Riazor füllten, werden nichts weniger erwarten als einen energischen Versuch, Deportivo wieder unter Spaniens Elite zu etablieren.
Die Saison 2024/25 wird neue Herausforderungen und erneuerte Rivalitäten bringen, wenn Deportivo sich darauf vorbereitet, wieder Mannschaften wie Real Madrid und Barcelona zu empfangen. Die Geschichte ihrer Auferstehung – vom Rand der Auflösung bis zum Erstligafußball – wird Vereine in ganz Spanien inspirieren, die derzeit in den unteren Ligen navigieren. Es ist ein Zeugnis für die dauerhafte Anziehungskraft des schönen Spiels, in dem Loyalität und Ausdauer letztlich die verzweifeltsten Enden umschreiben können. Basierend auf Berichterstattung von L'Équipe.