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Eintracht Frankfurt Frauen: Klare Vision lädt zum Comeback

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Die Frauen von Eintracht Frankfurt stehen in der Bundesliga auf Platz drei und jagen die Rückkehr in die Champions League, angetrieben von Babett Peters Vision

Das Frauen-Team von Eintracht Frankfurt schreibt eine packende Comeback-Geschichte im deutschen Fußball, indem es den Geist des einst dominanten 1. FFC Frankfurt kanalisiert. Zwischen 1999 und 2008 sammelte der alte Verein sieben Frauen-Bundesliga-Titel und fügte vier europäische Trophäen hinzu, wodurch eine Dynastie entstand, die eine Ära prägte. Als Wolfsburg und Bayern München später die Kontrolle übernahmen, erlosch Frankfurts Licht, aber die Fusion 2020 in den Hauptverein Eintracht Frankfurt bereitete die Bühne für eine Wiedergeburt, die nun an Fahrt gewinnt.

Diese Saison hat den deutlichsten Beweis für echten Fortschritt geliefert. Ein herausragender 3:1-Sieg über den Zweiten Wolfsburg im letzten Monat zeigte ein Team, das sich nicht mehr damit zufrieden gibt, nur mit der Elite zu konkurrieren – sie können sie dominieren. Ein Sieg zu Hause gegen Union Berlin am letzten Spieltag würde den dritten Platz bestätigen und eine weitere Chance eröffnen, die Hürde zur Champions-League-Qualifikation zu überwinden. Für einen Verein, der in den letzten beiden Spielzeiten an dieser Hürde gescheitert ist, könnten die Einsätze nicht höher sein.

Zentral für diese Aufwärtskurve ist die Ernennung von Babett Peter zur Sportdirektorin im Januar. Als Weltmeisterin, Europameisterin und Olympiasiegerin mit 118 Länderspielen für Deutschland verkörpert Peter die Siegermentalität, die Eintracht begehrt. Sie verließ den Platz, um die Zukunft des Vereins zu gestalten, und ihre Vision ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, nicht auf eine Verwandlung über Nacht. „Es ist ein attraktiver Verein, der wachsen und die Frauenseite entwickeln will, was ich sehr schätze“, sagte sie dem Guardian. „Es gibt Dinge, die wir sehr gut machen, Dinge, die wir verbessern müssen, aber der Grund, warum ich hier bin, ist, an diesen Dingen zu arbeiten.“

Peters Ansatz ist methodisch. Sie erkennt die Lücke zu den finanzstarken Bayern München an und besteht darauf, dass der Verein „klug investieren“ müsse. Statt sofortiger Gleichheit nachzujagen, konzentriert sich Eintracht darauf, den Abstand zu erreichbaren Teams zu schließen. Die erste Europa-Cup-Kampagne, bei der sie das Halbfinale erreichten und gegen den späteren Sieger Häcken verloren, diente sowohl als Lehre als auch als Startrampe. Peter glaubt, dass bei richtigen Prozessen die Ergebnisse folgen – eine Philosophie, die Früchte zu tragen beginnt.

Ein Schlüsselstück dieses Prozesses war die Verpflichtung der schwedischen Verteidigerin Amanda Ilestedt mit einem Dreijahresvertrag von Arsenal. Die Weltcup-Starin von 2023, die im Turnier als Innenverteidigerin vier Tore erzielte, wählte Frankfurt statt glamouröseren Optionen, wobei sie den Ehrgeiz des Vereins und familiäre Erwägungen anführte. „Ich fand wirklich, dass dies ein interessanter Ort für mich als Spielerin ist“, erklärte Ilestedt. „Sie wollten wirklich etwas aufbauen.“ Ihre Leistung im Wolfsburg-Sieg, bei dem sie half, eine Mannschaft zu bremsen, auf die sie oft getroffen war, unterstrich ihren Wert. „Ich weiß nicht, ob ich mich an ein Spiel erinnere, bei dem das Team, in dem ich war, so dominant war wie wir“, fügte sie hinzu.

Während sie für die Zukunft bauen, muss Eintracht auch Abgänge bewältigen. Die Schweizer Nationalspielerin Géraldine Reuteler, eine dynamische offensiv Mittelfeldspielerin mit neun Toren und acht Vorlagen in dieser Saison, steht kurz vor einem ablösefreien Wechsel zu Arsenal. Ihr Abgang, zusammen mit drei anderen Spielerinnen, stellt einen Verlust an Kreativität und Erfahrung dar. Es unterstreicht jedoch auch die Fähigkeit des Vereins, Talente zu entwickeln, die die Aufmerksamkeit europäischer Spitzenklubs auf sich ziehen – ein zweischneidiges Schwert, das Peter bei der Umgestaltung des Kaders handhaben muss.

Die Champions League bleibt das ultimative Ziel. Frankfurts jüngste Qualifikations-Ausstiege waren schmerzhaft, aber die diesjährige Konstanz in der Liga deutet auf einen möglichen Durchbruch hin. Das Erreichen der Ligaphase würde das Projekt nicht nur bestätigen, sondern auch die finanzielle und wettbewerbliche Plattform bieten, um Spitzenkräfte anzuziehen und zu halten. Peters Erfahrung als Spielerin – sie spielte für Wolfsburg, Real Madrid und das alte Frankfurt – verleiht ihr eine einzigartige Perspektive darauf, was nötig ist. „Es hilft in fast jeder Situation, ob man mit Spielern, Agenten oder Trainern umgeht“, bemerkte sie. „Man sieht die Dinge aus einem anderen Blickwinkel.“

Ilestedts Wechsel spiegelt auch einen breiteren Trend wider: Spielerinnen wägen bei Karriereentscheidungen zunehmend Familienleben und langfristige Stabilität ab. Die 32-Jährige traf die Entscheidung gemeinsam mit ihrem Verlobten und ihrer Tochter und fand in Frankfurt einen Verein, der sowohl sportlichen Ehrgeiz als auch ein ganzheitliches Umfeld bot. Diese menschliche Dimension versteht Peter, eine Veteranin von Umkleidekabinen quer durch Europa, instinktiv und bezieht sie in die Rekrutierung ein.

Während Eintracht sich auf das entscheidende Spiel gegen Union Berlin vorbereitet, herrscht eine Stimmung des verhaltenen Optimismus‘. Die glorreichen Tage des 1. FFC Frankfurt mögen noch ein paar Schritte entfernt sein, aber die Grundlagen sind sichtlich stärker. Mit einer klaren Vision, einer respektierten Führungspersönlichkeit in Peter und einer Mischung aus Erfahrung und aufstrebenden Talenten nähert sich der Verein der Wiederherstellung seines Platzes unter Deutschlands – und Europas – Elite. Der Prozess mag allmählich sein, aber die Richtung ist unverkennbar vorwärtsgerichtet.

Basierend auf einem Bericht des Guardian.