Roma-Cheftrainer Gian Piero Gasperini nutzte ein wohltätiges Tennis- und Padel-Event in Bergamo, um eine klare Botschaft über die Zukunft der Giallorossi zu senden: Der Verein ist entschlossen, auf der Champions-League-Qualifikation aufzubauen, und das beginnt mit dem Festhalten an den Schlüsselspielern. Am Rande des 50-jährigen Jubiläums des Turniers „Accademia dello Sport per la Solidarietà“ sprach Gasperini mit Sky Sport über die anhaltenden Spekulationen um Paulo Dybala und Gianluca Mancini mit gewohnter Direktheit.
Die Saison 2025-26 sah, wie Roma unter Gasperinis Führung einen Top-4-Platz erreichte und nach zweijähriger Abwesenheit in den europäischen Spitzenwettbewerb zurückkehrte. Dieser Erfolg hat die Erwartungen in der Hauptstadt erhöht, wo das Stadio Olimpico konsequent ausverkauft ist und die Fans einen Kader fordern, der auf mehreren Fronten konkurrieren kann. Gasperini erkannte das Gewicht dieser Leidenschaft an: „Wir haben die Pflicht und die Notwendigkeit, dieses Team auch für die Fans zu verbessern“, sagte er und betonte, dass Ehrgeiz durch ernsthafte, aufmerksame Arbeit auf dem Transfermarkt unterstützt werden müsse.
Zentral für dieses Wachstum ist das Halten des sogenannten „zoccolo duro“ – des harten Kerns von Spielern, die bis zum Schlusspfiff um die Champions-League-Plätze kämpften. „Diese Gruppe zeigte außergewöhnlichen Willen und ein Gefühl der Zugehörigkeit“, bemerkte Gasperini. „Ich würde sie alle behalten wollen.“ Dennoch war der Trainer pragmatisch in Bezug auf die finanziellen Realitäten des Vereins und räumte ein, dass „es Budgetanforderungen gibt“ und die Herausforderung darin bestehen wird, die besten Leistungsträger zu halten und gleichzeitig die Bücher auszugleichen.
Eine der heikelsten Situationen betrifft Paulo Dybala. Der argentinische Stürmer, der nach seinem Abgang von Juventus ablösefrei zu Roma wechselte, hat einen Vertrag, der Gegenstand intensiver Verhandlungen war. Gasperini beschrieb den aktuellen Zustand als „Moment der Pattsituation“, fügte jedoch hinzu, dass „hinter den Kulissen“ gearbeitet werde und „der Wille aller da ist“. Obwohl der Trainer keine Details preisgab, deuten seine Worte darauf hin, dass sowohl der Spieler als auch der Verein gerne weitermachen würden, aber die Bedingungen vereinbart werden müssen. Dybalas Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden: Seine Kreativität und Tore waren entscheidend für Romas Vorstoß auf den vierten Platz, und sein Verlust würde eine massive Lücke im Angriff hinterlassen.
Noch entschiedener wies Gasperini Gerüchte über einen Abgang von Kapitän Gianluca Mancini zurück. Angesichts des angeblichen Interesses von Inter an dem italienischen Nationalspieler war die Antwort des Trainers unmissverständlich: „Inter kann tun, was es will, aber ich habe ihm bereits gesagt, dass er nicht geht. Wenn der Spieler bleiben will, bleibt er.“ Mancini, ein Eigengewächs der Roma-Jugend, der sich zu einem Abwehrchef entwickelt hat, hat offenbar keine Lust auf einen Wechsel, und Gasperinis öffentliche Haltung lässt wenig Verhandlungsspielraum. Diese klare Ansage sendet ein starkes Signal an den Kader und den Markt: Roma ist kein Verkäuferverein, wenn es um seine Säulen geht.
Mancini zu halten, geht um mehr als nur um fußballerisches Können. Als Kapitän verkörpert er den Kampfgeist, den Gasperini schätzt, und seine Partnerschaft in der Abwehr war ein Eckpfeiler der defensiven Verbesserung des Teams. In einer Liga, in der Top-Verteidiger aus Italien Mangelware sind, vermeidet sein Verbleib die Destabilisierung, die ein Last-Minute-Verkauf verursachen könnte. Es untermauert auch die Botschaft, dass die Vereinsführung mit der Vision des Trainers übereinstimmt.
Für Dybala ist das Bild weniger klar. Der 32-Jährige hat ein hohes Gehalt, und ein neuer Vertrag muss in Romas Gehaltsgefüge im Rahmen der Financial Fairplay-Bestimmungen passen. Dennoch könnte der Champions-League-Faktor entscheidend sein: Die finanziellen Belohnungen und das Prestige des Wettbewerbs machen eine Verlängerung leichter zu rechtfertigen, und Dybala selbst könnte versucht sein, mit einem aufstrebenden Roma-Team die europäische Bühne zu testen.
Gasperinis Kommentare deuten auch auf die breitere Strategie hin: Statt den Kader auseinanderzureißen, liegt die Priorität darauf, in gezielten Bereichen Qualität hinzuzufügen. „Der Ehrgeiz von Roma und der Eigentümer ist es, ein besseres Team zu schaffen“, sagte er und deutete an, dass die Arbeit zur Identifizierung von Verstärkungen bereits im Gange ist. Mit dem bevorstehenden Sommer-Transferfenster werden Romas Schritte genau beobachtet, insbesondere nach den klugen Geschäften des Clubs im letzten Jahr, die Schlüsselakteure zu erschwinglichen Konditionen brachten.
Die Serie A wird zunehmend wettbewerbsintensiver, und die Mailänder Klubs, Juventus und Napoli werden voraussichtlich alle verstärken. Um sich zu festigen und vielleicht sogar weiter oben in der Tabelle herauszufordern, ist Stabilität für Roma unerlässlich. Gasperinis Erfolgsbilanz bei der Spielerentwicklung und seine klare taktische Identität geben den Giallorossi eine solide Grundlage, aber nur, wenn der Kern intakt bleibt.
Letztlich waren die Worte des Trainers in Bergamo eine Mischung aus Realismus und Entschlossenheit. Er weiß, dass der Markt unberechenbar sein kann – „es ist ein Moment der Pattsituation für alle“, bemerkte er –, aber er ist nicht bereit, sein Projekt durch den Abgang unersetzlicher Figuren untergraben zu sehen. Die kommenden Wochen werden diese Entschlossenheit auf die Probe stellen, aber vorerst können die Roma-Fans Hoffnung schöpfen: Der Verantwortliche hat eine klare Linie bezüglich seines Kapitäns gezogen, und er arbeitet daran, dass auch das kreativste Talent des Teams bleibt.
Basierend auf einem Bericht von Tuttosport.