In einem schweren rechtlichen Schlag für die Stadt Goiânia hat ein Gericht des Bundesstaates den Betrieb ihrer Hauptmülldeponie für illegal erklärt. Die von Richterin Mariuccia Benicio Soares Miguel getroffene Entscheidung dreht sich um einen Zuständigkeitsstreit sowie erhebliche Umwelt- und Sicherheitsbedenken.
Der Kern des Urteils besagt, dass die Agência Municipal do Meio Ambiente (Amma), die Umweltbehörde der Stadt, nicht die zuständige Behörde für die Genehmigung und Überwachung der Deponie ist. Diese Verantwortung liegt nach Ansicht des Gerichts bei der staatlichen Secretaria de Estado de Meio Ambiente e Desenvolvimento Sustentável (Semad). Da die Deponie unter Genehmigungen der Stadtbehörde betrieben wurde, gilt ihr gesamter Betrieb als illegal.
Die Entscheidung der Richterin hob schwerwiegende Umweltauswirkungen hervor, die über die Stadtgrenzen hinausgehen. Ein staatlicher Umweltprüfbericht wurde zitiert, der die Behandlung von Sickerwasser – der giftigen Flüssigkeit, die aus der Deponie abfließt – als ineffizient beschreibt. Dieses unbehandelte Abwasser wird Berichten zufolge ohne ordnungsgemäße Genehmigung in das Abwassernetz von Saneago eingeleitet und gefährdet regionale Gewässer, die mehrere Städte im Großraum versorgen. Das Urteil weist auch auf die Verschlechterung von Boden, Grundwasser und Luftqualität hin.
Als weitere Risikoebene stellte das Gericht fest, dass sich die Deponie in einem Flughafensicherheitsbereich (ASA) befindet. Das Vorhandensein der Deponie zieht große Mengen von Geiern an, was eine direkte Gefahr für den Luftverkehr darstellt. Die Entscheidung bezog sich auf Berichte des Verwalters des örtlichen Flugplatzes über Vorfälle mit Vogelschlag. Dieses Problem wurde bereits zuvor hervorgehoben, als das städtische Urbanisierungsunternehmen Comurg im Jahr 2025 151.000 R$ für Raketen und Feuerwerkskörper ausgab, um Vögel von dem Gelände zu vertreiben.
Infolge des Urteils wurden alle zuvor von Amma ausgestellten Genehmigungen annulliert. Die Stadt hat eine 90-tägige Frist erhalten, um die korrekte Umweltgenehmigung bei Semad zu beantragen, einschließlich der Vorlage einer vollständigen Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA/RIMA). Bei Nichteinhaltung droht ein tägliches Bußgeld von 5.000 R$, begrenzt auf 200.000 R$. Darüber hinaus verbot das Gericht jede Erweiterung der Deponie, bis eine neue Genehmigung vorliegt, und ordnete an, dass die Stadt einen umfassenden Aktionsplan vorlegt, einschließlich eines Zeitplans für die Arbeiten und eines Plans für die Sanierung und endgültige Schließung des Gebiets.
Das Urteil beinhaltet auch eine finanzielle Strafe. Die Stadt Goiânia und ihre Umweltbehörde Amma wurden zur Zahlung von 2 Millionen R$ als kollektiven moralischen Schadensersatz verurteilt. Diese Gelder sind an den staatlichen Umweltfonds (FEMA) für Projekte im Einzugsgebiet des Meia Ponte River zu leiten.
Die Prefeitura de Goiânia (Rathaus) hat öffentlich erklärt, Berufung gegen die Entscheidung einlegen zu wollen. In einer offiziellen Mitteilung gab die Stadt bekannt, dass sie dem Gericht ein „robustes Set technischer Elemente“ vorlegen werde, um für die kommunale Zuständigkeit für die Deponie zu argumentieren. Die Stadt behauptet, dass diese Dokumente, darunter technische Berichte und aktualisierte Managementpläne, die Rentabilität, Sicherheit und Einhaltung der geltenden Vorschriften belegen.
Der Rechtsstreit geht nun in die Berufungsinstanzen, wobei die Stadt darum kämpft, die Kontrolle über ein wichtiges Infrastrukturelement zu behalten, während sie schwerwiegenden Vorwürfen von Umweltfehlmanagement und Risiken für die öffentliche Sicherheit ausgesetzt ist.
Basierend auf Berichterstattung von g1.