Die globale Gesundheitsgemeinschaft ist in höchster Alarmbereitschaft, da nun bei Personen, die nie das betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius betreten haben, Verdachtsfälle von Hantavirus-Infektionen festgestellt wurden. Die Behörden in Frankreich, den Niederlanden und Singapur gaben am Donnerstag bekannt, dass sie diese neuen Fälle untersuchen, die die erste mögliche Übertragung des Virus außerhalb des Schiffes darstellen, auf dem der Ausbruch begann.
Der Ausbruch begann an Bord der MV Hondius, einem Kreuzfahrtschiff der niederländischen Firma Oceanwide Expeditions, das Anfang April von Ushuaia, Argentinien, ablegte. Die Situation wurde tödlich, als ein deutscher Passagier nach einer Infektion mit dem Virus starb, gefolgt vom Tod eines niederländischen Paares. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bestätigt, dass drei Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff gestorben sind, und auch weitere Infektionen unter Passagieren wurden bestätigt.
Wissenschaftler haben den spezifischen Stamm als Anden-Hantavirus identifiziert, eine Variante, die bekanntermaßen zwischen Menschen übertragbar ist. Diese Eigenschaft hat die Bedenken hinsichtlich einer möglichen weiteren Ausbreitung erheblich verstärkt. Die WHO arbeitet nun aktiv mit den betroffenen Ländern zusammen, um Kontakte nachzuverfolgen und eine weitere Verbreitung der Krankheit einzudämmen.
Die vermutete Quelle der Übertragung über das Schiff hinaus scheint ein kommerzieller Flug von Johannesburg, Südafrika, nach Amsterdam zu sein. In Singapur wurden zwei Personen, die sich mit der Witwe des ersten Kreuzfahrtopfers auf diesem Flug befanden, isoliert. In den Niederlanden wurde ein Flugbegleiter von KLM, der Kontakt mit derselben Witwe hatte, in Amsterdam ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er mögliche Symptome zeigte.
Inzwischen überwachen die Behörden in den Vereinigten Staaten Patienten in Kalifornien, Georgia und Arizona, die Symptome einer Hantavirus-Infektion aufweisen. In Frankreich ist ein Bürger, der Kontakt mit einer infizierten Person hatte, derzeit asymptomatisch, wird aber genau beobachtet, so der französische Außenminister Jean-Noël Barrot.
Eine kritische Entwicklung, die die Eindämmungsbemühungen erschwert hat, ist die Enthüllung, dass etwa 40 Passagiere während des Ausbruchs auf der Insel St. Helena von der MV Hondius von Bord gingen. Von diesen kehrten 29 nicht auf das Schiff zurück. Zu dieser Gruppe gehörte die Witwe des niederländischen Mannes, der starb. Die niederländische Regierung gab diese Informationen am Donnerstag bekannt und wies darauf hin, dass die Ausschiffung nach dem ersten Todesfall, aber während der aktiven Ausbruchsphase stattfand.
Die Anwesenheit potenziell exponierter Personen auf St. Helena, einem abgelegenen britischen Territorium im Südatlantik, stellt eine erhebliche öffentliche Gesundheitsherausforderung dar. Die Behörden in Südafrika und Europa arbeiten nun daran, die Kontakte aller Passagiere, die das Schiff verlassen haben, nachzuverfolgen. Der Kreuzfahrtbetreiber Oceanwide Expeditions hatte zuvor nur bekannt gegeben, dass die Witwe mit der Leiche ihres Mannes von Bord gegangen und nach Südafrika geflogen sei, ohne andere Passagiere zu erwähnen, die ebenfalls das Schiff verlassen hatten.
Hantaviren werden hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Nagetieren übertragen und können schwere Atemwegs- und Herzprobleme sowie hämorrhagische Fieber verursachen. Der in diesem Ausbruch identifizierte, auf Menschen übertragbare Anden-Stamm macht die Situation besonders gefährlich und unterstreicht die Dringlichkeit der jetzt laufenden internationalen Reaktion. Basierend auf Berichten von g1.