Inter gab am Samstag im Stadio Olimpico eine vernichtende Absichtserklärung ab und deklassierte Lazio mit 3:0 in einem Spiel, das als ultimative Generalprobe für das bevorstehende Coppa-Italia-Finale diente. Nur vier Tage bevor die beiden Mannschaften erneut um einen Titel kämpfen, zeigten die frischgebackenen Serie-A-Meister, dass sie nicht gewillt sind, nachzulassen. Tore von Lautaro Martínez, Luka Sucic und Henrikh Mkhitaryan brachten den Nerazzurri den Sieg, während Alessio Romagnolis Platzverweis den Abend für die Biancocelesti noch miserable machte.
Die Partie war praktisch nach den ersten zehn Minuten entschieden. Lautaro, noch im Hochgefühl eines weiteren Scudetto-Triumphes, nutzte eine nachlässige Abwehr und traf nach nur sechs Minuten per Volley unbedrängt zum 1:0. Dieses Tor gab den Ton an: Inter war schärfer, hungriger und nutzte Lazios passiven Start gnadenlos aus. Der Erbe von Mauro Icardi festigte weiter sein Vermächtnis als Torschütze in wichtigen Spielen, und sein früher Treffer entzog der Heimmannschaft die Energie, die auf die Intensität des Meisters nicht vorbereitet schien.
Lazios Probleme vertieften sich vor der Pause, als Sucic in der 39. Minute mit einem atemberaubenden Weitschuss die Führung verdoppelte. Der Mittelfeldspieler nahm den Ball außerhalb des Strafraums auf und zog präzise ab, sodass Torhüter Marco Motta keine Chance hatte. Dieses Tor unterstrich Inters taktische Überlegenheit unter Cristian Chivu, dessen Mannschaft sowohl Ballbesitz als auch Raum kontrollierte und Sarris Männern jegliche Antwortmöglichkeit nahm.
Der Wendepunkt kam kurz vor der 60. Minute. Romagnoli, bereits wegen eines groben Tacklings gegen Yann Bonny verwarnt, grätschte erneut in einen Zweikampf, den Schiedsrichter Rosario Abisso zunächst nur mit Gelb bestrafte. Nach Ansicht der Videobilder am Spielfeldrand änderte Abisso die Strafe jedoch auf direkt Rot. Der VAR bestätigte die Schwere des Fouls, und Lazio musste mit zehn Mann weitermachen, was die letzten Hoffnungen auf ein Comeback zunichtemachte.
In Unterzahl gelang den Gastgebern noch eine gefährliche Aktion, als Taty Noslin nach einem cleveren Zusammenspiel mit Boulaye Dia eine starke Parade von André Onana erzwang. Aber Inters Abwehr um Francesco Acerbi und Alessandro Bastoni stand sicher. Die numerische Unterlegenheit offenbarte nur Lazios defensive Schwächen weiter, und Chivus Männer nutzten dies gnadenlos. Mkhitaryan erzielte in der 75. Minute mit einem coolen Abschluss das 3:0, nachdem ein schneller Konter die Lazio-Abwehr in Auflösung zurückgelassen hatte.
Selbst als das Spiel längst entschieden war, drängte Inter weiter. Teenager Matteo Mosconi, der zu einem späten Serie-A-Debüt kam, war einem vierten Tor nahe, als sein Schuss aus spitzem Winkel Motta zu einer guten Reaktion zwang. Diese verpasste Chance veranschaulichte den Klassenunterschied und den Selbstvertrauensvorsprung beider Mannschaften.
Das Ergebnis hat enormes psychologisches Gewicht vor dem Coppa-Italia-Finale am Mittwoch im selben Stadion. Das letzte Mal, dass diese beiden Teams in einem nationalen Pokalendspiel aufeinandertrafen, war 2000, als Lazio unter Sven-Göran Eriksson im Hin- und Rückspiel triumphierte. Dieses Mal gibt es nur ein Spiel, und Inters überzeugender Auftritt deutet darauf hin, dass sie der haushohe Favorit sind. Chivus taktischer Plan – hohes Pressing, schnelle Umschaltbewegungen und eiskalter Abschluss – legte alle Schwächen in Sarris System offen.
Lazio braucht eine radikale Wende, um eine Wiederholung zu vermeiden. Sarri muss die defensive Desorganisation beheben, die Lautaro Zeit und Raum ließ, und einen Weg finden, ein Mittelfeld zu schützen, das von Inters Energie überrannt wurde. Romagnolis Fehlen wird in der Liga zu spüren sein, aber er bleibt für das Coppa-Italia-Finale spielberechtigt, was Sarri nach einer so fehlerhaften Leistung vor ein Auswahlproblem stellt. Das Derby della Capitale gegen Rom am nächsten Wochenende droht, aber der Fokus liegt nun ganz auf dem Finale.
Für Inter verlängert der Sieg das Glück nach dem Scudetto-Gewinn. Chivu rotierte Schlüsselspieler, aber die Qualität blieb gleich – ein bedrohliches Zeichen für ihre Gegner. Die Nerazzurri richten nun ihr Augenmerk auf ein Heimspiel gegen Verona, bevor sie zur Endspielrückkehr nach Rom aufbrechen. In ihrer Trophäensammlung befindet sich bereits der Serie-A-Titel; die Coppa Italia würde eine bemerkenswerte Saison krönen.
Die Geschichte lehrt uns, dass die Form in der Liga oft zu Pokalerfolgen führt, und die Beweise waren im Olimpico deutlich. Inters Triumph im ersten dieser beiden Hauptstadt-Duelle war eine brutale Erinnerung an ihre Überlegenheit. Lazio muss nun nicht nur taktisch, sondern auch mental Antworten finden, wenn sie die Erzählung umkehren wollen, die Sarri selbst als „Warnschuss“ bezeichnet hat. Basierend auf einem Bericht von Tuttosport.com - Calcio.