Ein prominenter Jiu-Jitsu-Trainer in Brasilien sieht sich schwerwiegenden Vorwürfen des sexuellen und psychischen Missbrauchs ausgesetzt, die sich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken. Melqui Galvão, ein Schwarzgurt-Trainer und Polizeibeamter in Amazonas, wurde Ende April nach Anschuldigungen mehrerer Athletinnen vorläufig festgenommen.
In einem exklusiven Interview schilderte die 27-jährige Athletin Brenda Larissa den angeblichen Missbrauch, den sie 14 Jahre lang erlitten habe. Sie erklärte, dass Galvão sein Handeln als eine Form der Rückzahlung für die finanzielle Unterstützung rechtfertigte, die er geleistet hatte, wie Wettkampfanmeldungen und Uniformen. "Er sagte, ich müsse für die Zeit bezahlen, die er in mich investiert habe", berichtete Larissa.
Der Fall wird von der 8. Frauenverteidigungspolizeistation in São Paulo untersucht. Die Behörden haben bisher offiziell drei Opfer angehört, obwohl Medienberichte darauf hindeuten, dass sich mindestens sieben Personen gemeldet haben. Viele Opfer zögerten Berichten zufolge, sich zu äußern, aus Angst vor Vergeltung oder aufgrund eines Gefühls der Straflosigkeit.
Galvão, der auch als Selbstverteidigungsausbilder für die Zivilpolizei von Amazonas arbeitete, wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen vom Dienst suspendiert. Sein Verteidigungsteam erklärt, dass ihnen derzeit nur offiziell ein Opfer bekannt sei, und er bestreitet alle Vorwürfe.
Die Ermittlungen haben auch einen weiteren ähnlichen Fall ans Licht gebracht. Ein weiterer Jiu-Jitsu-Meister, André Luís Siqueira Pinheiro, bekannt als "André Motoca", ist derzeit auf der Flucht, nachdem er wegen der Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin zwischen 2015 und 2016 zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde.
Diese Fälle haben eine breitere Diskussion über den Schutz von Athleten im Sport ausgelöst. Eine Olympiasiegerin und Galvãos Schwiegertochter hat öffentlich mehr Rechenschaftspflicht zum Schutz der Wettkämpfer gefordert.
Basierend auf Berichterstattung von g1.