Juventus hat seine Bemühungen um Venezias Mittelfeldspieler Issa Doumbia intensiviert und ein konkretes Angebot in Höhe von 25 Millionen Euro vorgelegt, um eine wachsende Zahl von Interessenten auszustechen. Der Serie-A-Gigant sieht den 22-Jährigen als perfekte Ergänzung für Luciano Spallettis dynamisches Mittelfeld, und da Sporting CP ein konkurrierendes Angebot vorbereitet, verschärft sich das Rennen.
Doumbia hat sich zu einem der aufregendsten Mittelfeldtalente im italienischen Fußball entwickelt, nachdem er eine Schlüsselrolle beim Aufstieg Venezias in die Serie A gespielt hat. Seine Box-to-Box-Qualitäten – eine Kombination aus körperlicher Stärke, taktischer Intelligenz und Torinstinkt – brachten ihm in der letzten Saison acht Tore und sechs Vorlagen in 37 Serie-B-Einsätzen ein. Diese Zahlen blieben nicht unbemerkt, und Juventus’ Scouts haben ihn als Priorität eingestuft.
Laut Tuttosport zeigten erste Sondierungsgespräche zwischen Juventus und Venezia einen klaren Weg: Eine Ablöse von 25 Millionen Euro würde den Deal ermöglichen. Juventus schreckte vor dieser Summe nicht zurück, da das Profil des Spielers perfekt zu ihrem Mittelfeld-Umbau passt. Spalletti möchte einen ernsthaften Konkurrenten für das bestehende Locatelli-Thuram-Duo, und Doumbias Fähigkeit, den Ball nach vorne zu tragen und Linien zu durchbrechen, macht ihn zum idealen Kandidaten.
Abgesehen von seinen Eigenschaften auf dem Platz hat Doumbia für Juventus einen erheblichen strategischen Wert in Bezug auf die UEFA-Kaderregularien. Da er zwischen 15 und 21 Jahren in Italien ausgebildet wurde, gilt er als „verbandseigener“ Spieler für europäische Wettbewerbslisten. Mit der Rückkehr des Klubs in die Champions League – und den daraus resultierenden 80 Millionen Euro Einnahmen – werden Kaderzusammenstellungsregeln entscheidend. Die Verpflichtung von Doumbia würde Registrierungsprobleme lindern und Plätze für andere hochkarätige Neuzugänge freimachen.
Allerdings sieht sich Juventus nun starker Konkurrenz aus Portugal gegenüber. Sporting CP ist mit einem festen Angebot von 20 Millionen Euro in den Ring gestiegen und wird in den kommenden Stunden zu Gesprächen mit Venezias Verantwortlichen erwartet, um eine schnelle Einigung zu erzielen. Der Klub aus Lissabon ist zuversichtlich, dass ihr sofortiges Barangebot den neulingierten Aufsteiger verlocken könnte, der vor seiner Serie-A-Saison Sicherheit schätzt.
Die Bedrohung durch Sporting hat Juventus gezwungen, ihre Pläne zu beschleunigen. Laut Tuttosport werden die Bianconeri ein letztes Treffen mit Doumbias Vertretern abhalten, um seinen Ehrgeiz durch das Spalletti-Projekt zu wecken. Sie sind bereit, ein wettbewerbsfähiges Paket und eine zentrale Rolle in einem europäischen Top-Klub zu garantieren, in der Hoffnung, den Mittelfeldspieler zu überzeugen, jede Entscheidung zu verschieben und auf Juventus’ formelles Angebot zu warten, sobald ihre eigene Saison – voraussichtlich mit gesicherter Champions-League-Qualifikation – endet.
Gleichzeitig beabsichtigt Juventus, direkt auf Venezia zuzugehen und ein Finanzpaket in Aussicht zu stellen, das näher an der 25-Millionen-Euro-Forderung liegt, obwohl sie die endgültigen Bedingungen lieber nach Saisonende klären möchten. Das Risiko besteht natürlich darin, dass Sportings Unmittelbarkeit Juventus’ strategische Geduld übertrumpfen könnte. Entscheidet sich Doumbia für Portugal, hätte der Turiner Klub nur sich selbst die Schuld zu geben.
Doumbia ist sich des wachsenden Interesses aus ganz Europa bewusst, auch der türkische Klub Besiktas beobachtet die Situation genau. Aber die Chance, in Italien zu bleiben und mit einem historischen Klub wie Juventus um Titel zu kämpfen, ist ein verlockender Anreiz. Dennoch ist Sportings Erfolgsbilanz bei der Entwicklung junger Talente – und als Sprungbrett für noch größere Wechsel – nicht von der Hand zu weisen.
Falls der Doumbia-Deal scheitert, hat Juventus Alternativen. Davide Frattesi bleibt auf dem Radar, obwohl Inter Mailand eine harte Haltung einnimmt: 30 Millionen Euro oder ein Tauschgeschäft mit Andrea Cambiaso. Juventus hat bereits signalisiert, dass ein direkter Spielertausch derzeit nicht in Frage kommt, was die wirtschaftlichen Aspekte komplizierter macht als die Doumbia-Operation.
Ein dritter Name, der in Betracht gezogen wird, ist Angelo Stiller vom VfB Stuttgart, ein Mittelfeldspieler mit herausragenden technischen Fähigkeiten. Der deutsche Klub plant jedoch, seine Ausstiegsklausel durch Zahlung einer Strafe von 2 Millionen Euro zu tilgen, was ihn effektiv auf etwa 50 Millionen Euro festsetzen würde – die gleiche Summe, die sie letzten Sommer von Real Madrid verlangten. Dieser Preis macht Stiller zu einer weniger dringlichen Priorität, es sei denn, andere Transfers scheitern.
Im Moment sind alle Augen auf Doumbia gerichtet. Juventus muss entschlossen handeln, um Sporting auszumanövrieren und einen Spieler zu verpflichten, der sowohl eine taktische Verbesserung als auch eine kluge Kaderplanung darstellt. Die kommenden Tage könnten die frühe Form ihres Sommermarktes bestimmen.
Basierend auf Berichten von Tuttosport.