Die Serie-A-Saison erreicht am letzten Spieltag ihren Höhepunkt, wobei vier Teams noch um die beiden verbleibenden Champions-League-Plätze kämpfen. AC Mailand und Roma haben 70 Punkte und liegen in der vorteilhaften Position, während Como und Juventus mit 68 Punkten zwei Punkte zurück liegen. Für Juventus ist die Rechnung brutal einfach: Sie müssen ihren Gegner besiegen und hoffen, dass mindestens eines der führenden Teams einen Ausrutscher hat. Alles andere als ein Sieg macht alle anderen Ergebnisse für die Bianconeri irrelevant.
Trainer Luciano Spalletti sprach in seiner Pressekonferenz vor dem Spiel über den Druck und betonte, dass seine Zukunft im Verein nicht von einem einzigen Ergebnis abhängt. Allerdings hat er erhebliche Aufstellungsprobleme. Kenan Yildiz, wohl der einflussreichste Spieler von Juventus in dieser Saison, fällt aus, während Khephren Thuram nur für die Bank fit ist und nicht in voller Schärfe ist. Diese Ausfälle erschweren eine Aufgabe, die ohnehin schon an der Grenze des Unmöglichen liegt.
Spalletti wird von seinem verbleibenden Kader eine fehlerfreie Leistung verlangen, während er ein Ohr auf die Ereignisse an anderen Orten hat. Die ruhige Fassade des Trainers verbirgt die Bedeutung des Anlasses: Das Verpassen des europäischen Spitzenwettbewerbs könnte weitreichende Folgen für die Finanzen und Sommerpläne des Vereins haben.
Roma, das einen der begehrten Plätze innehat, reist zu einem bereits abgestiegenen, aber motivierten Verona. Die Giallorossi dürfen sich keine Nachlässigkeit leisten. Verona hat sowohl Juventus als auch Inter in den letzten Spielen geärgert und sie zu Unentschieden gezwungen. Gian Piero Gasperinis Roma wird Mittelfeld-Anker Lorenzo Pellegrini aufgrund muskulärer Probleme fehlen, sowie Linksverteidiger Kostas Tsimikas, der mit Fieber ausfällt. Beide stehen nicht im Kader. Hinzu kommt Wesley, der nach einem Vorfall im Hauptstadt-Derby der vorherigen Runde gesperrt ist.
Positive Nachrichten gibt es mit Manu Koné, der auf der Ersatzbank sitzt. Der französische Mittelfeldspieler arbeitet noch an seiner vollen Fitness, könnte aber eine spielentscheidende Option von der Bank sein, falls Roma in Schwierigkeiten gerät. Der vollständig einberufene Kader umfasst: Svilar, De Marzi, Zelezny, Gollini; Rensch, Angelino, Celik, Hermoso, Mancini, Ziolkowski, Seck, Ghilardi; Cristante, El Aynaoui, Kone, Pisilli; Dovbyk, Malen, Soulé, Venturino, Dybala, Vaz, El Shaarawy.
Für Como ist die Reise nach Cremonese ebenso kritisch. Die Lariani müssen gewinnen, um ihren Champions-League-Traum am Leben zu erhalten. Die größte Sorge gilt Spielmacher Nico Paz, der das letzte Spiel wegen eines Knieproblems verpasste. Er ist mit der Mannschaft gereist, aber sein Einsatz bleibt fraglich. Trainer Cesc Fabregas war wie gewohnt offen mit Reportern. Er scherzte, dass er Paz selbst bei fünf Prozent einsetzen würde, und fügte lachend hinzu, dass er Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni „erschrecken“ wolle. Im Ernst gab Fabregas zu, dass Paz nicht bei 100 Prozent ist und am Spieltag bewertet wird.
Das argentinische medizinische Personal soll Berichten zufolge davon abgeraten haben, Risiken mit Blick auf die Weltmeisterschaft einzugehen, was die Entscheidung zusätzlich erschwert. Sollte Paz zurückgehalten werden, verliert Como seinen kreativsten Funken, und die Chancen, eine hartnäckige Cremonese-Abwehr zu knacken, sinken erheblich. Das Spiel wird eine echte Prüfung für Fabregas‘ taktischen Verstand sein.
Mailand unter Massimiliano Allegri empfängt Cagliari, was auf dem Papier wie die einfachste Aufgabe aussieht. Allegri weiß jedoch, dass Serie-A-Finalselten einfach sind. Der Rossoneri-Chef bestätigte, dass alle Spieler verfügbar sind, deutete aber auf eine Aufstellung hin, die eher von der Fitness als vom Ruf bestimmt wird. Der erfahrene Luka Modric, gerade von einer dreiwöchigen Pause zurück, wird voraussichtlich auf der Bank sitzen, während Jashari im Mittelfeld den Vorzug erhält. Im Sturm wird Santiago Gimenez Berichten zufolge Rafael Leao vorgezogen, während Christopher Nkunku – eindeutig Mailands Formspieler – einen Startplatz sicher hat.
Allegris Botschaft in der Pressekonferenz war Einigkeit und Bereitschaft für einen langen Kampf. Er bemerkte, dass Cagliari dazu neigt, spät in Spielen Gegentore zu kassieren, eine Schwäche, die Mailand durch intensive Bemühungen bis zum Schlusspfiff ausnutzen muss. Da der gesamte Kader verfügbar ist, kann der Trainer auch auf seine Ersatzspieler als Matchwinner zurückgreifen, falls die Begegnung feststeckt.
Die Auswirkungen dieses letzten Spieltags reichen weit über den unmittelbaren Preis der Champions-League-Qualifikation hinaus. Ein Scheitern von Juventus könnte einen Sommer des Umbruchs auslösen, während eine überraschende Rückkehr an die europäische Spitze für Como eine märchenhafte Saison unter Fabregas krönen würde. Roma ist verzweifelt darauf bedacht, ihre Rückkehr in die Elite zu festigen, und Mailand will eine turbulente Saison mit einem Top-Vier-Platz retten.
Während sich die vier Teams auf den gleichzeitigen Anpfiff vorbereiten, ist die Spannung greifbar. Jedes Verletzungsupdate, jede taktische Anpassung, jede Motivationsrede könnte den Unterschied ausmachen. Die Abstände sind hauchdünn, und die Fußballwelt wird zusehen, wer die Nerven behält und wer unter dem Erwartungsdruck zusammenbricht.
Basierend auf Berichterstattung von Tuttosport.