Sally Gardner, die preisgekrönte Kinderbuchautorin, hat über einen verborgenen Kampf gesprochen, der ihr Leben fast entgleisen ließ. Nachdem ihre Karriere in ihren 40ern richtig Fahrt aufnahm, sie Millionen von Exemplaren verkaufte und bedeutende Literaturpreise gewann, fand sie sich in einem Kreislauf zwanghaften Ausgebens wieder, den sie sich nicht erklären konnte. Verschwenderische Einkäufe, von teuren Badewannen bis zu Designerkunst, wurden zu einer Quelle geheimer Scham und wachsender Schulden.
Der Wendepunkt kam, als Gardner ihr Verhalten mit einem Medikament in Verbindung brachte, das sie seit Jahren eingenommen hatte. Ihr wurden Dopamin-Agonisten gegen das Restless-Legs-Syndrom verschrieben, eine Erkrankung, die einen unwiderstehlichen Bewegungsdrang verursacht, besonders nachts. Das Medikament brachte zunächst enorme Erleichterung. Doch heute versteht sie, dass es der Auslöser für ihr impulsives Ausgeben war – eine Nebenwirkung, vor der ihr Arzt sie nie gewarnt hatte.
Ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Eine BBC-Untersuchung hat Hunderte ähnlicher Fälle aufgedeckt, bei denen Patienten, die Dopamin-Agonisten gegen Erkrankungen wie Parkinson und das Restless-Legs-Syndrom einnahmen, schwerwiegende Verhaltensänderungen entwickelten. Dazu gehören zwanghaftes Einkaufen, Spielsucht und Hypersexualität, die oft zu ruinierten Finanzen, zerbrochenen Beziehungen und tiefem persönlichem Leid führen.
Gardners Erfahrung unterstreicht einen besonders heimtückischen Aspekt der Kaufsucht. Experten weisen darauf hin, dass übermäßiges Online-Shoppen im Gegensatz zu sichtbareren Zwängen länger unbemerkt bleiben kann und manchmal als Großzügigkeit statt als pathologisches Verhalten fehlinterpretiert wird. Gardner selbst kaufte fünfmal dasselbe Paar Schuhe und mehrere Betten für ihren Hund, während ihre Schulden immer weiter anstiegen.
Die Folgen waren schwerwiegend. Gardner war gezwungen, ihr Haus in London zu verkaufen und in eine kleinere Wohnung zu ziehen, nur um Zehntausende mehr für deren Dekoration auszugeben. Sie schätzt den finanziellen Schaden auf rund 500.000 Pfund. Die emotionale Belastung war ebenso schwer und ließ sie fühlen, als ob ihr Leben entführt worden wäre.
Erst nach dem Hören eines BBC-Podcasts stellte Gardner endlich die Verbindung her. Die Erkenntnis brachte eine Mischung aus Erleichterung, eine Erklärung zu haben, und Wut über die verlorenen Jahre. Sie setzt sich nun für mehr Bewusstsein und Überwachung von Patienten ein, die diese starken Medikamente verschrieben bekommen.
Als Reaktion auf diese Erkenntnisse überprüft die britische Arzneimittel- und Gesundheitsprodukte-Regulierungsbehörde (MHRA) ihre Warnhinweise zu Dopamin-Agonisten. Die Behörde betont, dass alle Medikamente Risiken bergen und dass Patienten über mögliche Nebenwirkungen, einschließlich Verhaltensänderungen, informiert werden sollten.
Gardners mutiges Eingeständnis dient als eindringliche Warnung. Es unterstreicht die dringende Notwendigkeit offener Gespräche zwischen Patienten und Ärzten über das gesamte Spektrum möglicher Auswirkungen eines Medikaments, um sicherzustellen, dass die Behandlung einer Erkrankung nicht versehentlich ein weiteres verheerendes Problem verursacht. Basierend auf einem Bericht von g1.