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Lille überholt Lyon in die Top 3 der Ligue 1 nach

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Lille schnappte sich den dritten Platz in der Ligue 1, während Lyon in Toulouse strauchelte, Marseille Lens besiegte und Rennes sich gegen Paris FC

Das Rennen um die Champions-League-Qualifikation in der Ligue 1 nahm am Sonntag eine dramatische Wendung, als Lille nach einer entscheidenden Runde Lyon überholte und den dritten Platz, den letzten automatischen Startplatz, eroberte. Während die ersten beiden gesichert scheinen, verschärft sich der Kampf um das Podium und die europäischen Plätze, nur eine Runde vor Schluss.

Im Stade Pierre-Mauroy empfing Lille Monaco in einem Duell der Champions-League-Anwärter. Die Partie war lange ausgeglichen und arm an klaren Chancen, wurde aber in der 72. Minute durch ein unglückliches Eigentor von Monacos Denis Zakaria entschieden. Dieses Eigentor reichte Lille für einen 1:0-Sieg, ein Ergebnis, das angesichts ihrer Beharrlichkeit und Kontrolle über weite Strecken verdient schien.

Lille hatte jedoch spät Glück, als Monaco-Stürmer Mika Biereth in der 90. Minute eine goldene Ausgleichschance vergab. Der Sieg hievte Lille auf den dritten Platz, den letzten automatischen Champions-League-Qualifikationsplatz, und ließ den Vizemeister der Vorsaison über vergebene Chancen klagen. Für Lille war es ein entscheidender Schritt auf dem Weg zurück an die europäische Spitze nach einer schwierigen Saison.

Unterdessen wurde Lyons Reise nach Toulouse zum Albtraum. Die Gäste gerieten früh in Rückstand, als Dayann Methalie in der 10. Minute das 1:0 erzielte, und Lyons Reaktion war mühevoll, ohne Zusammenhalt und Dringlichkeit. Sie fanden schließlich in der 71. Minute durch einen Kopfball von Corentin Tolisso den Ausgleich, schienen einen kostbaren Punkt zu retten. Doch Toulouse, das andere Pläne hatte, schlug fast sofort zurück.

Nur sieben Minuten später stellte Warren Kamanzi die Führung für Toulouse zum 2:1 wieder her und bestrafte Lyons defensive Nachlässigkeiten und mangelhafte Organisation. Die Niederlage ließ Lyon den zuvor gehaltenen dritten Platz abgeben, auf den vierten Platz abrutschen und mit einem nervösen Finale konfrontieren. Für ein Team mit Champions-League-Ambitionen war dies ein schädlicher Rückschlag, der Fragen über ihre Fähigkeit aufwirft, Spiele unter Druck zu Ende zu bringen.

In Rennes gelang den Gastgebern ein packendes Comeback gegen Paris FC. Willem Geubbels hatte die Gäste in der 53. Minute in Führung gebracht und Befürchtungen geweckt, dass ein Ausrutscher ihre europäische Aufholjagd gefährden könnte. Doch Rennes kämpfte sich zurück: Esteban Lepaul köpfte in der 74. Minute den Ausgleich, und Joker Breel Embolo wurde nur eine Minute später mit einem gut herausgespielten Siegtreffer zum Helden. Der 2:1-Sieg hielt Rennes fest im Rennen um den europäischen Fußball und verlieh ihrer Saison neuen Glauben.

Auch Marseille atmete erleichtert auf, nachdem sie Lens im Stade Vélodrome knapp mit 1:0 besiegten. Mason Greenwood verwandelte in der 54. Minute einen Elfmeter, nachdem eine VAR-Überprüfung ein Handspiel von Lucas Gournath-Douath festgestellt hatte. Der Strafstoß, der vom Pfosten ins Tor ging, beendete Marseilles sieglose Serie in der Ligue 1, die auf einen 3:1-Sieg gegen Metz am 10. April zurückging. Es war eine zähe, wenn auch nicht überzeugende Vorstellung, die einen alarmierenden Abwärtstrend stoppte.

Der Sieg war alles andere als komfortabel. Sofiane Boufal hatte die Chance, die Führung per Elfmeter auszubauen, nachdem er von Facundo Medina gefoult worden war, doch sein Schuss krachte gegen die Latte. Lens bestrafte diesen Fehlschuss fast, als Issa Soumaré den Abpraller köpfte, aber Torhüter Gerónimo Rulli parierte mit einem überragenden Hechtsprung und bewahrte die Führung. Die Rettung hielt Marseilles europäische Hoffnungen am Leben.

Das Ergebnis hievte Marseille in die europäischen Ränge, und sie stehen nun am nächsten Sonntag im Vélodrome vor einem entscheidenden Duell mit Rennes. Ein Sieg würde Marseille einen Europa-League-Platz sichern, während Rennes einen Sieg benötigt, um ihre eigenen Hoffnungen auf eine kontinentale Qualifikation am Leben zu erhalten. Die Einsätze könnten kaum höher sein in dieser nervenaufreibenden Begegnung mit hohen Risiken.

Die Auswirkungen der Tagesergebnisse trafen auch Monaco, das auf den siebten Platz abrutschte. Diese Position würde nur dann einen Platz in der Europa Conference League bedeuten, wenn Lens den Coupe de France gewinnt, was dem Saisonfinale eine weitere Komplexitätsebene hinzufügt. Da die Abstände hauchdünn sind, wird der letzte Spieltag für mehrere Klubs eine Nervenprobe.

Für Lille ist die Rechnung einfach: den dritten Platz halten und Champions-League-Fußball kehrt in den Norden zurück. Selbst ein Unentschieden im letzten Spiel könnte ausreichen, je nach anderen Ergebnissen. Lyon hingegen muss sich schnell erholen, wenn es nicht ganz die europäische Elite verpassen will, während Rennes und Marseille wissen, dass ihr direktes Duell wohl entscheiden wird, wer zusammen mit Lille und den ersten beiden europäische Belohnungen sichert. Die Wendungen dieser Ligue-1-Saison sind noch lange nicht vorbei, und die letzten Akte versprechen unverpassbare Dramatik.

Basierend auf Berichterstattung von L'Équipe.