Bei einem bedeutenden diplomatischen Treffen kamen Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und US-Präsident Donald Trump am Donnerstag im Weißen Haus zu einem Gespräch zusammen, das weit über die geplante Zeit hinausging. Die Führungskräfte diskutierten etwa neunzig Minuten im Oval Office, gefolgt von einem ausgedehnten Mittagessen, sodass die Gespräche insgesamt fast drei Stunden dauerten. Beide Präsidenten bezeichneten den Gipfel als 'sehr produktiv'.
Die Zusammensetzung der Delegationen signalisierte die wichtigsten Schwerpunkte. Das amerikanische Team, bestehend aus Vizepräsident J.D. Vance, Stabschefin Susie Wiles und hochrangigen Wirtschaftsvertretern wie dem Handelsbeauftragten sowie den Ministern für Finanzen und Handel, unterstrich das primäre Interesse an wirtschaftlichen Fragen. Die brasilianische Seite umfasste Minister für auswärtige Angelegenheiten, Justiz, Finanzen, Industrie sowie Bergbau und Energie und hob Prioritäten wie Zölle, Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität und Partnerschaften bei kritischen Mineralien hervor.
Dieses Treffen ist das dritte zwischen den beiden Führungskräften während Lulas aktueller Amtszeit und folgt auf eine Phase erheblichen Handelsdrucks. Im Jahr 2025 verhängte Präsident Trump breite Zölle und später einen spezifischen Aufschlag auf brasilianische Waren, wodurch die Sätze für einige Produkte auf 50% stiegen. Diplomatische Bemühungen führten bis November desselben Jahres zu einer Senkung dieser zusätzlichen Steuern auf wichtige brasilianische Exporte wie Kaffee, Fleisch und Obst. Dennoch blieben offene Handelsfragen auf der Tagesordnung dieses Gipfels.
Ein Hauptthema waren Seltene Erden. Präsident Lula betonte auf einer anschließenden Pressekonferenz in der brasilianischen Botschaft Brasiliens riesige Reserven, die nur von China übertroffen werden. Er erklärte Brasiliens Absicht, sein Territorium vollständig zu kartieren und aktiv internationale Partnerschaften für den Abbau und die Verarbeitung zu suchen, und lud Unternehmen aus den USA, China, Deutschland, Japan und Frankreich zur Investition ein. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die USA versuchen, Lieferketten für Hochtechnologie- und grüne Energieindustrien zu sichern.
Beim umstrittenen Thema Zölle legte Lula Daten vor, die einen durchschnittlichen brasilianischen Zollsatz auf US-Waren von 2,7% zeigen. Die US-Delegation bestritt diese Zahl Berichten zufolge. Um die Diskrepanz zu lösen, vereinbarten die Präsidenten die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die die Zölle analysieren und innerhalb von 30 Tagen einen Vorschlag vorlegen soll. 'Wer falsch liegt, wird nachgeben', erklärte Lula und skizzierte den pragmatischen Ansatz der Verhandlungen.
Die Führungskräfte befassten sich auch mit der Bedrohung durch organisierte Kriminalität. Während Lula nicht über die mögliche Einstufung brasilianischer krimineller Gruppierungen wie der PCC als terroristische Organisationen durch die USA sprach, schlug er die Schaffung einer hemispherischen Arbeitsgruppe vor, die alle amerikanischen Nationen umfasst, um transnationale kriminelle Syndikate zu bekämpfen.
In Bezug auf politische Bedenken wies Präsident Lula Befürchtungen zurück, dass Präsident Trump in die brasilianischen Wahlen 2026 eingreifen könnte, und verwies auf die Überzeugung, dass Trump die brasilianische Souveränität respektieren würde. Er überreichte auch eine Liste brasilianischer Beamter, deren US-Visa weiterhin ausgesetzt sind, und verband das Problem mit der jüngsten Gesetzgebung in Brasilien, die die Strafen für Beteiligte am Putschversuch von 2022 reduzieren könnte. Lula schloss seine Ausführungen mit der Äußerung von Optimismus hinsichtlich des zukünftigen Verlaufs der US-brasilianischen Beziehungen nach dem konstruktiven Dialog.
Basierend auf Berichterstattung von g1.