Olympique Lyon steht vor der Rückkehr in die Champions League nach einer fünfjährigen Abwesenheit, aber der Weg zurück in die Gruppenphase ist alles andere als einfach. Ein vierter Platz in der Ligue 1 bedeutet, dass Les Gones die tückischen Gewässer der dritten Qualifikationsrunde und eines möglichen Playoffs durchqueren müssen – ein Weg, der historisch gesehen für französische Clubs nicht freundlich war.
Lyons Schicksal lag in den letzten beiden Spieltagen in den eigenen Händen, denn die direkte Qualifikation für die Champions League war in Reichweite, wenn sie den dritten Platz halten konnten. Niederlagen in Toulouse und eine schwere Heimniederlage gegen Lens ließen sie jedoch auf den vierten Platz abrutschen, was sie zum ersten Mal seit 2020 in die Vorrunden zwang.
Die Auslosung für die dritte Qualifikationsrunde findet am 20. Juli statt, das Hinspiel ist für den 4. oder 5. August und das Rückspiel für den 11. August geplant. Lyon wird gesetzt sein, was einen gewissen Schutz bietet, aber die Liste der potenziellen Gegner enthält mehrere gefährliche Namen, die ihre europäischen Ambitionen zunichte machen könnten, bevor sie überhaupt beginnen.
Die Geschichte gibt eine ernüchternde Warnung. In den letzten fünf Spielzeiten hat nur eine Ligue-1-Mannschaft die Qualifikation erfolgreich überstanden und die Gruppenphase der Champions League erreicht: Lille in der Saison 2024-25, die anschließend das Achtelfinale erreichten. Lyon hofft, diese Leistung zu wiederholen, aber die Statistiken unterstreichen das Ausmaß der Herausforderung.
Zu den beeindruckendsten Gegnern, auf die Lyon treffen könnte, gehört Fenerbahçe. Der türkische Gigant wurde Zweiter in der Süper Lig und trägt die Last leidenschaftlicher Unterstützung, obwohl er zunächst seine eigene zweite Qualifikationsrunde überstehen muss. Eine Reise nach Istanbul wäre eine feurige Prüfung für Lyons Widerstandsfähigkeit.
Sparta Prag, der tschechische Vizemeister, würde eine andere Art von Bedrohung darstellen. Technisch versiert und erfahren im Europapokal, könnten sie jede frühe Saisonunpässlichkeit der Franzosen ausnutzen. Dann ist da NEC Nijmegen, Dritter in der Eredivisie, ein Team, das Überraschungen bieten kann.
Union Saint-Gilloise aus der belgischen Pro League taucht ebenfalls als möglicher Gegner auf, falls sie den zweiten Platz hinter dem wahrscheinlichen Meister Club Brügge sichern, der gesetzt wäre und somit nicht gegen Lyon antreten könnte. Unions hochintensives Pressing könnte jeden Gegner verunsichern.
Weiter entfernt schnappte sich Heart of Midlothian am letzten Spieltag den zweiten Platz in Schottland, während der polnische Vizemeister ebenfalls aus der zweiten Runde kommen müsste, um auf Lyon zu treffen. Beide wären als günstigere Lose anzusehen, aber Selbstgefälligkeit wäre gefährlich.
Für Lyon reichen die Auswirkungen über den Platz hinaus. Das Verpassen der Gruppenphase würde den Verlust von zig Millionen Euro Einnahmen bedeuten, ein Schlag für einen Verein, der sich noch von den jüngsten finanziellen Schwierigkeiten erholt. Der Druck auf Trainer Paulo Fonseca ist enorm, zu liefern.
Die Erinnerung an 2020, als Lyon Manchester City verblüffte und das Halbfinale erreichte, dient sowohl als Inspiration als auch als Erinnerung an das, was auf dem Spiel steht. Der aktuelle Kader, der um junge Talente und erfahrene Führungsspieler neu aufgebaut wurde, muss schnell zusammenwachsen, um diese entscheidenden frühen Prüfungen zu bestehen.
Je näher die Auslosung rückt, wird Lyons technischer Stab jeden möglichen Gegner beobachten, wohl wissend, dass ein einziger Ausrutscher ihren Champions-League-Traum beenden könnte, bevor er richtig beginnt. Die kommenden Wochen werden ihre Saison definieren.
Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.