Manchester City hat am Mittwochabend mit einem überzeugenden 3:0-Sieg gegen Crystal Palace den Rückstand auf Premier-League-Spitzenreiter Arsenal auf nur zwei Punkte verkürzt. Der Sieg hält den Titelverteidiger bei noch zwei ausstehenden Spielen im Meisterschaftsrennen, auch wenn sie auf einen Ausrutscher Arsenals angewiesen sind, um den siebten Titel in neun Spielzeiten zu gewinnen.
Der Durchbruch gelang in der 32. Minute durch Antoine Semenyo, aber es war die kreative Genialität von Phil Foden, die die Palace-Abwehr öffnete. Mit dem Rücken zum Tor an der Strafraumgrenze legte Foden einen geschickten Hackentrick in den Lauf von Semenyo, der einen Linksschuss an Dean Henderson vorbei zum verdienten Führungstreffer für City abfeuerte. Es war ein Moment individueller Brillanz, der die geduldige Herangehensweise von City gegen eine kompakte Eagles-Mannschaft verkörperte.
City baute die Führung acht Minuten später aus und zeigte dabei die fließenden Angriffsbewegungen, die das System von Pep Guardiola auszeichnen. Josko Gvardiol fand Foden im Strafraum, und die intelligente Ballkontrolle des englischen Nationalspielers verwandelte sich in eine Vorlage, als er Omar Marmoush auflegte. Der ägyptische Mittelfeldspieler bahnte sich seinen Weg durch einen überfüllten Strafraum und schob den Ball ins Netz, was die Partie vor der Halbzeit praktisch entschied. Der Widerstand von Palace war durch zwei schnelle Treffer gebrochen, und die Gastgeber erholten sich nie.
Guardiola nahm im Vergleich zum Wochenendsieg gegen Brentford sechs Änderungen vor und schonte Erling Haaland, Rayan Cherki und Jérémy Doku, um sie für das FA-Cup-Finale am Samstag gegen Chelsea frisch zu halten. Die Rotation störte jedoch nicht den Rhythmus von City, da eingewechselte Spieler wie Savinho später Akzente setzten. Der in der 79. Minute eingewechselte Cherki sprintete 40 Meter durch die Mitte, bevor er den Ball zwischen zwei Verteidigern hindurch zu Savinho spielte, der in der 84. Minute zum dritten Tor einschoss. Es war ein klinischer Konter, der die Tiefe des City-Kaders unterstrich.
Palace bedrohte City selten, die wenigen vielversprechenden Momente kamen früh. Ein Volleyschuss von Yeremy Pino ging abgefälscht am Tor vorbei, und ein Kopfball von Chris Richards nach einer Ecke wurde von Marc Guéhi weitergeleitet, stellte aber keine echte Gefahr dar. Jean-Philippe Mateta dachte in der zweiten Minute, er hätte getroffen, aber die Fahne wurde zu Recht wegen Abseits gehoben. Abgesehen davon verbrachte Gianluigi Donnarumma im Tor von City einen ruhigen Abend, da Palace bis zur Schlussphase keinen Torschuss auf das Tor verzeichnen konnte.
Das Ergebnis bringt Manchester City in Schlagdistanz zur Spitze, wobei die bessere Tordifferenz (+43 zu Arsenals +42) eine zusätzliche Würze verleiht. Sollten die Teams punktgleich enden, könnte die Tordifferenz über die Meisterschaft entscheiden. City hat es sich zur Gewohnheit gemacht, Titel von hinten zu gewinnen und holte sechs der letzten acht Premier-League-Kronen. Ihre Erfahrung in Drucksituationen könnte entscheidend sein.
Arsenal, das seinen ersten Ligatitel seit 22 Jahren anstrebt, hat noch zwei Spiele, die auf dem Papier machbar erscheinen. Mikel Artetas Team empfängt am Montag Burnley und reist am letzten Spieltag zu Crystal Palace. Allerdings ist der Spielplan von Palace kompliziert: Sie werden nur drei Tage vor diesem Ligafinale gegen Arsenal das Finale der Europa Conference League gegen Rayo Vallecano bestreiten. Ein abgelenktes oder müdes Palace könnte ungewollt Citys Sache helfen, falls Arsenal stolpert.
Die verbleibenden Spiele von Manchester City sind objektiv schwieriger. Sie reisen am Dienstag zu Bournemouth, wo die fünftplatzierten Cherries zu Hause stark sind, bevor sie am letzten Spieltag Aston Villa empfangen. Villa kämpft um die europäische Qualifikation und wird eine ernsthafte Prüfung darstellen. Guardiolas Mannschaft muss auch am Samstag das FA-Cup-Finale bestreiten, sodass Rotation und Ermüdungsmanagement entscheidend sein werden.
Für Crystal Palace bedeutet die Niederlage, dass sie in der Liga wenig zu spielen haben, obwohl ihr bevorstehendes Europapokalfinale volle Aufmerksamkeit erfordert. Oliver Glasners Team muss sich schnell sammeln, da es weiß, dass eine historische Trophäe in Reichweite ist. Die Leistung der Eagles im Etihad war weitgehend passiv, City kontrollierte laut Spielberichten 95 Prozent des Ballbesitzes – eine Statistik, die den Klassenunterschied verdeutlicht.
Citys klinische Abschlussstärke zeigte sich, als sie aus relativ wenigen klaren Torchancen drei Tore erzielten. Henderson parierte vor der Halbzeit einen Kopfball von Gvardiol glänzend und verhinderte so eine noch höhere Niederlage. Dennoch schien der Ausgang nie wirklich in Frage zu stehen, ein Beweis für Guardiolas taktische Aufstellung und die Fähigkeit des Teams, unter Druck zu agieren.
Der Titelkampf hängt nun davon ab, ob Arsenal die Nerven behält. Artetas junge Mannschaft war die ganze Saison über widerstandsfähig, aber der Druck nach 22 Jahren Wartezeit kann kleine Fehler vergrößern. City hingegen war schon oft in dieser Situation und weiß, dass Perfektion erforderlich ist. Sollte Arsenal in einem seiner beiden letzten Spiele Punkte liegen lassen und City seine Spiele gewinnen, bleibt die Trophäe in Manchester.
Während die Premier-League-Saison ihrem Höhepunkt entgegengeht, hat jedes Spiel enorme Auswirkungen. Citys Sieg über Palace hat die Bühne für ein dramatisches Finale bereitet, das die Spannung der Liga mit den Ablenkungen durch Pokalverpflichtungen verbindet. Der Titelverteidiger hat seinen Teil getan; nun richten sich alle Blicke auf Arsenals Antwort am Montag.
Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.