In einem atemberaubenden Märchenmoment im Stade Bollaert-Delelis am Freitag schrieb sich der 16-jährige Mezian Mesloub Soares in die Fußballgeschichte ein. Bei seinem ersten Ligue-1-Einsatz für RC Lens brauchte der Teenager nur fünf Sekunden, um das Siegtor gegen Nantes zu erzielen und einen dramatischen 1:0-Sieg zu bescheren, der die Rückkehr des Vereins in die UEFA Champions League mathematisch sicherstellte. Der Treffer brachte nicht nur drei Punkte, sondern etablierte Mesloub auch als schnellsten Debüt-Torschützen in der Ligue-1-Geschichte – ein Rekord in kaum fassbarer Geschwindigkeit.
Die entscheidende Sequenz ereignete sich, bevor die Menge seine Einwechslung registrieren konnte. Als Mathieu Udol den Ball per Einwurf zurück ins Spiel brachte, sprintete Mesloub in Position. Ein schneller Austausch mit Teamkollege Andrija Bulatovic legte ihm den Ball perfekt vor, und mit eiskalter Gelassenheit lenkte der schlanke Angreifer ihn am Torhüter von Nantes vorbei. Das Stadion explodierte, und die sozialen Medien waren sofort voller Unglauben über diese blitzschnelle Aktion.
Geboren in Martigues mit einer portugiesischstämmigen Mutter, hat Mesloub bereits für Portugal auf U17-Niveau gespielt und fünf Länderspiele absolviert. Sein Weg in die erste Mannschaft von Lens ist ein Zeugnis der berühmten Jugendakademie La Gaillette, die in dieser Saison zum Symbol der erneuten Investition des Vereins in eigene Talente geworden ist. Er ist kein gewöhnlicher Teenager – Fußball fließt in seinem Blut: Sein Vater Walid Mesloub ist ein ehemaliger Mittelfeldspieler von Lens und algerischer Nationalspieler, der jetzt als Co-Trainer der Reservemannschaft arbeitet.
Der stolze Vater, der von den Rängen zuschaute, war unverkennbar. Walid Mesloub, mit ergrautem Bart und zitternden Händen, tippte wild auf sein Telefon, offenbar überwältigt von einer Flut von Glückwünschen. Später, in der Korridor-Disko-Atmosphäre des Stadions, grinste er und teilte seinen Unglauben: „Ich war nicht bereit. Ich realisiere es noch nicht. Ich sagte ihm, er solle nicht zu spät zur Mannschaftsbesprechung kommen und vor allem Spaß haben und zeigen, was er kann.“ Sein Sohn hatte diese Anweisungen buchstabengetreu befolgt und einen Moment geliefert, der für immer ihre gemeinsame Verbindung zum Verein besiegeln wird.
Ebenso bewegt war Jean-Louis Leca, der Sportdirektor des Vereins und ehemaliger Teamkollege von Walid. Seine Stimme brach in einem Ligue-1+-Interview, als er die Tiefe ihrer Verbundenheit offenbarte: „Ich habe das Lens-Abenteuer mit seinem Vater begonnen, der mein Kapitän war. Er war seit seinem 10. Lebensjahr mehr als hundertmal bei mir zu Hause. So viel Emotion…“ Das Bild eines verwirrten, aber strahlenden Mezian, umarmt von einem ekstatischen Leca nach dem Spiel, verkörperte die pure Freude dieser Nacht.
Als der Schlusspfiff ertönte und die Realität der Champions-League-Qualifikation einsickerte, feierte Lens mehr als einen Sieg – sie feierten einen Generationenmoment. Der junge Mesloub, noch kindlich inmitten des Chaos, wanderte fast verloren in der Hysterie umher, ein lebendiges Symbol der Zukunft des Vereins. Von den Plätzen der Gaillette bis zur europäischen Bühne ist seine Fünf-Sekunden-Odyssee bereits zur Legende geworden.
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