Das Ligue-1-Auf-/Abstiegs-Playoff könnte neu terminiert werden, falls OGC Nizza den 16. Platz belegt, und zwar vom ursprünglich geplanten Zeitraum 21.-24. Mai auf den 26.-29./30. Mai, wie L'Equipe bestätigt. Die französischen Fußballbehörden haben den Klub bereits über den Notfallplan informiert, da es zu einer unvermeidlichen Überschneidung mit dem Coupe-de-France-Finale kommt.
Ursprünglich war die Zwei-Runden-Begegnung zwischen dem 16. der Ligue 1 und dem Gewinner der Ligue-2-Playoffs für Donnerstag, den 21. Mai (Hinspiel) und Sonntag, den 24. Mai (Rückspiel) angesetzt. Beide Spiele waren für 20:45 Uhr MEZ geplant. Dieser Zeitplan wird jedoch undurchführbar, wenn Nizza die Saison auf dem gefürchteten 16. Platz beendet, aufgrund ihrer nationalen Pokalverpflichtungen.
Nizza kämpft derzeit darum, den Relegationsplatz zu vermeiden. Sie stehen auf Platz 15, drei Punkte vor AJ Auxerre, mit einem entscheidenden direkten Duell am nächsten Sonntag im Stade de l'Abbé-Deschamps. Ein positives Ergebnis dort könnte die Playoff-Frage obsolet machen. Aber ein Ausrutscher könnte sie auf den letzten Spieltag angewiesen sein lassen.
Der Termindruck konzentriert sich auf Nizzas mehrere Wettbewerbe. Les Aiglons sollen am Sonntag, den 17. Mai, in der Ligue 1 zu Hause gegen FC Metz antreten. Nur fünf Tage später – vermutlich am Freitag, den 22. Mai – steht das Coupe-de-France-Finale gegen RC Lens an. Die schnelle Abfolge lässt keinen Raum, das Playoff-Hinspiel einzufügen, während die von der Liga geforderte dreitägige Ruhezeit eingehalten wird.
Letzte Saison gab es ein fast identisches Szenario, als Stade de Reims ein Playoff und ein Pokalfinale unter einen Hut bringen musste. Reims spielte am 21. Mai das Hinspiel gegen FC Metz, verlor am 24. Mai das Coupe-de-France-Finale gegen Paris Saint-Germain und unterlag dann am 29. Mai im Rückspiel, wodurch sie in die Ligue 2 abstiegen. Der Spielplan erlaubte die erforderlichen drei Ruhetage zwischen den Spielen, aber Nizzas engere Abfolge macht eine solche Anordnung unmöglich.
Die gegensätzlichen Spielpläne verdeutlichen, warum die Ligue de Football Professionnel (LFP) präventiv gehandelt hat. Im Fall von Reims hatte der Liga-Spielplan genügend Raum, um die drei Spiele innerhalb von 10 Tagen unterzubringen. Nizza hingegen hat das Ligaspiel gegen Metz, das Pokalfinale und dann das potenzielle Playoff alle auf einmal gebündelt, was logistische und athletische Kopfschmerzen bereitet.
Nach dem überarbeiteten Plan würde das Hinspiel am Dienstag, den 26. Mai, nur wenige Tage nach dem Pokalfinale stattfinden. Das Rückspiel ist vorläufig auf Samstag, den 30. Mai festgelegt. Es gibt jedoch einen Vorbehalt: Sollte Paris Saint-Germain das Finale der UEFA Champions League erreichen – das für Ende Mai angesetzt ist – könnte die LFP das Playoff-Rückspiel auf Freitag, den 29. Mai verlegen, um eine Überschneidung mit großen Ereignissen am selben Tag zu vermeiden.
Die mögliche Änderung hat erhebliche sportliche Auswirkungen. Sollte Nizza in die Playoffs gezwungen werden, stünde ein extrem verdichtetes Programm bevor: ein hochriskantes Ligaspiel gegen Metz, ein Pokalfinale mit Silberware und europäischer Qualifikation auf dem Spiel, und dann ein Zwei-Runden-Playoff, um den Erstligastatus zu erhalten – alles innerhalb von etwa zwei Wochen. Spielermüdigkeit und Verletzungsrisiko würden zwangsläufig zu einem großen Faktor werden.
Darüber hinaus könnte die psychische Belastung hoch sein. Die Euphorie oder Enttäuschung eines Pokalfinales könnte in die Playoff-Vorbereitung hineinspielen. Reims' Erfahrung der letzten Saison dient als warnendes Beispiel: Sie konnten sich nach der Pokalniederlage nicht erheben und verloren anschließend ihren Ligue-1-Platz. Nizza würde hoffen, die emotionale Achterbahn besser zu bewältigen.
Die Entscheidung der LFP, die Playoffs zu verschieben, ist eine pragmatische Anerkennung der Dichte des modernen Fußballkalenders. Sie unterstreicht auch die Bedeutung der Dreitage-Ruhe-Regel, die den Spielerschutz gewährleisten soll. Während die Anpassung Fairness priorisiert, mildert sie die Belastung für Nizza nicht vollständig, die im schlimmsten Fall immer noch drei entscheidende Spiele in 10 Tagen bestreiten müssten.
Stand der Dinge: Nizza hat sein Schicksal in der Liga selbst in der Hand. Der 16. Platz würde die gesamte Diskussion akademisch machen. Aber der Klub und seine Fans sind sich sehr bewusst, dass ein einziger Fehltritt – insbesondere im direkten Duell mit Auxerre – eine Kettenreaktion von Terminchao und existenzieller Gefahr auslösen könnte. Die Bereitschaft der LFP bietet zumindest Klarheit, auch wenn sie die Auswirkungen nicht vollständig abfedern kann.
Basierend auf Berichten von L'Equipe.