Eine frische Quaest-Umfrage kartiert die regionale Landschaft der Wählerablehnung für die führenden potenziellen Kandidaten bei Brasiliens Präsidentschaftswahl 2026. Die am Mittwoch veröffentlichte Umfrage liefert eine detaillierte Aufschlüsselung nach Bundesstaaten, wie Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und Senator Flávio Bolsonaro wahrgenommen werden, und zeigt klare geografische Hochburgen der Opposition auf.
Für den Amtsinhaber, Präsident Lula von der PT, zeichnen die Zahlen ein herausforderndes Bild im Süden und Zentralwesten. Seine höchsten Ablehnungsraten konzentrieren sich auf Paraná, wo 68% der Wähler sagen, sie würden ihn nicht wählen, gefolgt von Goiás mit 66%. Auch die Bundesstaaten Rio Grande do Sul und São Paulo stellen mit Ablehnungsraten von jeweils 63% erhebliche Hürden dar.
Auf der anderen Seite des politischen Spektrums steht Senator Flávio Bolsonaro von der PL vor eigenen regionalen Barrieren. Die Umfrage zeigt, dass seine stärkste Opposition im Nordosten liegt. In Pernambuco und Bahia wird er von 63% der Wähler abgelehnt. Auch die benachbarten Bundesstaaten Ceará und Minas Gerais zeigen mit Ablehnungsraten von jeweils 57% starken Widerstand.
Die Quaest-Umfrage konzentrierte sich nicht nur auf die beiden Spitzenkandidaten. Sie testete die Bekanntheit und Ablehnungsraten mehrerer anderer potenzieller Kandidaten in zehn Bundesstaaten. Dazu gehören Ronaldo Caiado (PSD), Romeu Zema (Novo), Renan Santos (Missão), Cabo Daciolo (Mobiliza) und Augusto Cury (Avante). Die Daten zeigen ein faszinierendes Muster: Einige Kandidaten sind außerhalb ihrer Heimatstaaten praktisch unbekannt.
Zum Beispiel wird der ehemalige Gouverneur von Minas Gerais, Romeu Zema, in seinem Heimatstaat von 91% der Wähler erkannt. Diese Bekanntheit hat jedoch einen hohen Preis, da 53% derer, die ihn kennen, sagen, sie würden ihn nicht wählen. Außerhalb von Minas bleibt Zema für die überwältigende Mehrheit ein Rätsel: Zwischen 56% und 75% der Befragten in anderen Bundesstaaten geben an, ihn nicht zu kennen.
Eine ähnliche, wenn auch positivere Dynamik ist beim ehemaligen Gouverneur von Goiás, Ronaldo Caiado, zu beobachten. Er ist in seinem Bundesstaat ein Begriff, wird von 94% der Wähler erkannt und genießt starke Unterstützung: 76% sagen, sie würden ihn wählen. Dennoch ist sein nationales Profil minimal: 54% bis 73% der Wähler in anderen Bundesstaaten geben an, ihn nicht zu kennen.
Die Umfrage hob auch die begrenzte Reichweite anderer Persönlichkeiten hervor. Der ehemalige Abgeordnete Cabo Daciolo ist außerhalb von Rio de Janeiro weitgehend unbekannt, wo ihn 50% erkennen. Die Namen Renan Santos und Augusto Cury verzeichneten in allen befragten Bundesstaaten eine sehr geringe Bekanntheit: zwischen 76% und 87% der Befragten gaben an, sie nicht zu kennen.
Die umfassende Umfrage wurde vom 21. bis 28. April durchgeführt und insgesamt 11.646 Personen befragt. Die Stichprobengrößen variierten je nach Bundesstaat, mit der größten in São Paulo (1.650) und der kleinsten in Pernambuco und Pará (je 900). Die Fehlermarge beträgt plus/minus 2 Prozentpunkte für São Paulo und 3 Prozentpunkte für die anderen Bundesstaaten, bei einem Konfidenzniveau von 95%.
Basierend auf Berichten von g1.