Der letzte Spieltag der La-Liga-Saison 2025/26 lieferte einen Abstiegskampf von beispielloser Intensität: Fünf Mannschaften drohte der Abstieg, nur drei konnten sich retten. Als der letzte Pfiff ertönte, hatte Elche durch ein 1:1-Unentschieden in Girona den Klassenerhalt gesichert, während Mallorca und das bereits abgestiegene Oviedo zusammen mit Girona in die Segunda División gingen. Osasuna und Levante hielten sich trotz Niederlagen mit 42 Punkten knapp über Wasser, in einer Saison, in der die Rettungsschwelle historische Höhen erreichte.
Im Montilivi-Stadion verkörperte das Spiel zwischen den direkten Rivalen Elche und Girona die ganze Qual und Ekstase des Abends. Elches Trainer Eder Sarabia, gesperrt und gezwungen, das Spiel in der Umkleidekabine auf einem kleinen Fernseher zu verfolgen, beschrieb die Erfahrung als „schrecklich, schrecklich, schrecklich“. Seine Mannschaft ging in der 39. Minute durch Álvaro Rodríguez in Führung, der sein emotionales Tor seinem verstorbenen Vater widmete. Doch Girona glich kurz nach der Pause durch Arnau Martínez aus, und für die verbleibende halbe Stunde drängten die Gastgeber auf den Siegtreffer, der die Tabellenkonstellation auf den Kopf gestellt hätte. Thomas Lemar traf die Latte, und Gironas Torwart ging bei einem letzten Freistoß mit nach vorne, aber Elche hielt stand. Als der Schlusspfiff ertönte, sprintete Sarabia auf das Spielfeld, um sich seinen Spielern und den 306 mitgereisten Fans anzuschließen, die in wilden Jubel ausbrachen.
Das Drama erstreckte sich weit über Katalonien hinaus. Da mehrere Spiele gleichzeitig angepfiffen wurden, änderte sich die Situation von Minute zu Minute. Mallorca, das als einziges der fünf Teams sein Schicksal nicht selbst in der Hand hatte, tat seine Pflicht und besiegte Oviedo mit 3:0. Doch dieser Sieg brachte sie nur auf 42 Punkte, nicht genug zum Überleben, denn auch Osasuna und Levante beendeten die Saison mit 42 Punkten, und der direkte Vergleich der drei Teams verdammte Mallorca zum Abstieg. Osasuna verlor 1:0 in Getafe, während ihre Spieler unter einem Platzsturm ängstlich die Ergebnisse anderer Partien auf ihren Handys verfolgten, bevor sie erleichtert aufjubelten. Levante unterlag in Betis mit 2:1, eine Niederlage, die in den meisten Spielzeiten den Abstieg bedeutet hätte, doch sie überlebten dank der einzigartigen Mathematik dieses letzten Spieltages.
Der Abstiegskampf 2025/26 schrieb die Rekordbücher neu. Elches 42 Punkte vor dem letzten Spieltag hätten in jeder der vorangegangenen 14 La-Liga-Spielzeiten zum Klassenerhalt gereicht, und das oft mit komfortablem Vorsprung. Doch in diesem Jahr garantierte selbst 42 nichts. Wie Sevillas Trainer Luis García bemerkte, glich es einer Marx-Brothers-Szene, in der viel zu viele Mannschaften in die Gefahrenzone gequetscht waren. Vor dem 37. Spieltag fürchteten noch neun Vereine den Abstieg. Am Ende lag die Rettungsschwelle bei 43 Punkten – der höchste Wert in der Ligageschichte – und nur ein besserer direkter Vergleich hielt Levante und Osasuna über Wasser.
Gironas Abstieg war besonders erschütternd. Noch zwölf Monate zuvor hatten sie in der Champions League gespielt und waren auf Größen wie Paris Saint-Germain, Liverpool und Arsenal getroffen. Verletzungen und Pech plagten ihre nationale Saison, und ein später Einbruch – nur drei Punkte aus den letzten sieben Spielen – besiegelte ihr Schicksal. Das Team, das Europa begeistert hatte, wird nun in der zweiten Liga gegen Vereine wie Ceuta und Andorra spielen. Für eine Mannschaft, die sich für zu gut zum Absteigen hielt, erwies sich die Illusion der Sicherheit als fatal.
Für Elche krönte der Klassenerhalt eine Achterbahnsaison. Im Vorjahr aufgestiegen, starteten sie fulminant, blieben dann aber elf Wochen ohne Sieg und gerieten in Gefahr. Die Ankunft von Sarabia, einem Schüler der Marcelo-Bielsa-Schule, verlieh Glauben und taktische Disziplin, und entscheidende Punkte in der Schlussphase – darunter das 1:1-Unentschieden in Girona – hielten sie oben. Mittelfeldspieler Gonzalo Villar verglich die Anspannung mit einem Champions-League-Finale und sagte „eine der besten Partien aller Zeiten“ voraus, und die Szenen in Elche, wo die Fans bis zur Rückkehr der Mannschaft um 3 Uhr morgens die Straßen füllten, gaben ihm Recht.
Die Auswirkungen reichen bis in die nächste Saison. Elche wird versuchen, sich in der ersten Liga zu etablieren, während Girona einen Neuaufbau und die finanziellen Einbußen durch den Abstieg aus der La Liga verkraften muss. Mallorca und Oviedo, beides historische Vereine, müssen sich in der Segunda neu formieren. Für die Liga wird die Saison 2025/26 als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem der Klassenerhalt mehr erforderte als je zuvor und die hauchdünnen Grenzen zwischen Erfolg und Misserfolg offenlegte. Basierend auf Berichterstattung von The Guardian.