Real Madrid beendete am Samstag eine turbulente Saison 2024/25 mit einem kathartischen 4:2-Sieg über Athletic Bilbao im Santiago Bernabéu, ein Spiel, das als Verabschiedung für mehrere Vereinsikonen diente und inmitten des Chaos einen Hoffnungsschimmer bot. Der Sieg, der die Blancos auf 86 Punkte brachte – zwei mehr als in der Vorsaison –, verschaffte nach Wochen voller interner Turbulenzen einen seltenen Moment der Ruhe, darunter eine angebliche handgreifliche Auseinandersetzung zwischen Aurélien Tchouaméni und Federico Valverde sowie eine notorisch hitzige Pressekonferenz von Präsident Florentino Pérez, der die Mediendarstellung anprangerte und die Mentalität der Mannschaft kritisierte.
Der Abend war bereits lange vor dem Anpfiff von Emotionen geprägt, als die Fans ein Spannband mit der Aufschrift „Der Triumph einer Legende“ für Rechtsverteidiger Dani Carvajal enthüllten, der sein letztes Spiel im berühmten weißen Trikot bestritt. Sichtlich zu Tränen gerührt während der Zeremonie vor dem Spiel, kanalisierte der Veteran diese Gefühle in einen entscheidenden Beitrag, als er nach nur 12 Minuten Gonzalo Garcia für das Führungstor bediente. Carvajals präziser Pass von der rechten Seite durchschnitt die Bilbao-Abwehr, sodass Garcia einschieben und die Huldigungen entfachen konnte. Als Carvajal in der 84. Minute unter stehenden Ovationen ausgewechselt wurde, erhob sich das Stadion wie ein Mann, um eine Karriere zu würdigen, die mehrere Champions-League-Titel und den Ruf als einer der treuesten Diener des Vereins einbrachte.
Nicht weniger beeindruckend war die Verabschiedung von Innenverteidiger David Alaba, der ebenfalls in der ersten Hälfte Abschied nahm – in der 70. Minute ausgewechselt unter ebenso donnerndem Applaus. Der Österreicher, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wurde von Teamkollegen und Trainern umarmt und verließ das Feld mit einem Lächeln, das seine drei Dienstjahre widerspiegelte. Sein Abschied zusammen mit dem von Carvajal markiert das Ende einer Defensiv-Ära, die die jüngste Widerstandsfähigkeit von Madrid prägte, und der Verein steht nun vor einem kritischen Sommer-Umbau, um diese Führungslücken zu füllen.
Auf dem Platz sorgte Jude Bellingham mit einem hervorragend herausgespielten zweiten Tor kurz vor der Pause für das ästhetische Highlight des Abends. Der englische Mittelfeldspieler nahm einen visionären Steilpass von Thiago Pitarch auf, vollführte eine geschmeidige Drehung, um seinen Bewacher abzuschütteln, und zirkelte einen unhaltbaren Abschluss ins lange Eck. Es war ein Moment individueller Brillanz, der Bellinghams transformative Wirkung in seiner Debütsaison unterstrich, doch wurde er schnell getrübt, als Bilbaos Gorka Guruzeta in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen losen Ball eroberte und auf 2:1 verkürzte – ein Lebenszeichen für die Gäste.
Die zweite Hälfte gehörte Kylian Mbappé, der sechs Minuten nach Wiederanpfiff mit einem charakteristischen tödlichen Schuss aus knapper Distanz die Zwei-Tore-Führung wiederherstellte. Der französische Stürmer, der in dieser Spielzeit zeitweise frustriert wirkte, nahm einen kurzen Pass an, legte sich den Ball auf den rechten Fuß und jagte einen flachen Schuss ins untere Eck. Dieses Tor, sein 25. in La Liga, bestätigte seinen Status als Torschützenkönig der Liga zum zweiten Mal in Folge – eine Pichichi-Trophäe, die einen Silberstreif am Horizont einer ansonsten enttäuschenden kollektiven Saison darstellt.
Doch die Tore flossen weiter: Der eingewechselte Brahim Díaz tippte in der 90. Minute nach einem flüssigen Angriff das vierte Tor ein, doch Bilbaos Izeta verkürzte fast unverzüglich nach dem Wiederanpfiff auf 4:2, was die chronischen defensiven Lücken von Madrid offenbarte – selbst im Sieg. Das Ergebnis von 4:2 schmeichelte den Gastgebern etwas, bescherte aber Interimstrainer Álvaro Arbeloa einen siegreichen Abschied, der am Freitag angekündigt hatte, dass dies sein letztes Spiel als Chefcoach sein würde. Der ehemalige Liverpool-Verteidiger, der in einer turbulenten Phase ein sprang, geht mit erhobenem Haupt, nachdem er eine von Spannungen geprägte Kabine gemanagt hat.
Arbeloas Abgang zusammen mit den Abgängen von Carvajal und Alaba signalisiert einen umfassenderen Neuanfang im Bernabéu, da Pérez das Club wieder auf Erfolgskurs bringen will. Die intensive Medienbeobachtung nach Pérez‘ konfrontativer Pressekonferenz im letzten Monat – in der er bestimmten Spielern mangelnden Einsatz vorwarf – hat die Risse innerhalb des Kaders offengelegt, und das Sommer-Transferfenster wird entscheidend sein, ob Real Madrid die nationale und europäische Dominanz zurückerobern kann.
Vorerst liegt der Fokus jedoch auf den emotionalen Verabschiedungen und Mbappés individueller Auszeichnung. Die Pichichi des Franzosen stellt einen persönlichen Triumph in einer Saison dar, in der wenig nach Plan lief, und sie bietet eine Grundlage, auf der das nächste Kapitel aufgebaut werden kann. Als die Menge im Bernabéu verweilte, um ihre scheidenden Helden zu applaudieren, war das vorherrschende Gefühl eine Mischung aus Dankbarkeit und Hoffnung – der Hoffnung, dass die bitteren Lehren dieser Saison eine stärkere, geeintere Mannschaft für die bevorstehenden Herausforderungen formen werden.
Basierend auf Berichten von L'Équipe.