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Rongier: Druck auf Rennes im entscheidenden Europapokal

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OM-Mittelfeldspieler Valentin Rongier sagt, der Druck liege vor dem Entscheidungsspiel am Sonntag auf Rennes, da drei Punkte OM in die Champions-League

Während Olympique Marseille am letzten Spieltag der Ligue 1 Rennes empfängt, ist die Luft voller Spannung. Da die Europapokal-Qualifikation auf dem Spiel steht, trat Mittelfeldspieler Valentin Rongier vor und sandte eine klare Botschaft: Die Last der Erwartung liegt fest auf den Gästen. Vor dem Showdown am Sonntagabend im Stade Vélodrome machte Rongier deutlich, dass seine Mannschaft, die auf dem fünften Platz sitzt und ihr Schicksal selbst in der Hand hat, sich von den hohen Einsätzen nicht einschüchtern lässt.

„Der Druck liegt auf ihnen“, erklärte Rongier und betonte, dass Marseille mit dem Vorteil der besseren Tabellenposition ins Spiel geht. Während beide Teams drei Punkte benötigen, um ihre Platzierung zu verbessern, braucht OM keine fremde Hilfe, um sich zumindest einen Europa-League-Platz zu sichern, während Rennes gewinnen und auf andere Ergebnisse hoffen muss. Dieser psychologische Vorteil, so der 28-Jährige, befreie Marseille, sein natürliches Spiel zu spielen, ohne die Situation zu verkomplizieren.

Rongier betonte, dass die Vorbereitung seiner Mannschaft die ganze Woche über vorbildlich gewesen sei, mit dem Fokus ausschließlich auf die Leistung und nicht auf die Permutationen, die sich über 90 Minuten entfalten könnten. Er warnte davor, „zu viel zu tun“, und bestand darauf, dass die Treue zur eigenen Identität der Schlüssel sei. Der Mittelfeldspieler, ein Veteran solcher Hochdruckspiele, erkannte die berüchtigte Volatilität des Vélodrome-Publikums an, sagte aber, dass die Mannschaft mit ruhigem Selbstvertrauen an das Spiel herangehe.

Der Franzose scheute nicht davor zurück, was auf dem Spiel steht: der Unterschied zwischen dem Umgang mit Europas Elite und einem Platz in der drittklassigen Conference League. „Es bleiben 90 Minuten, um zu entscheiden, ob wir nächste Saison in der Champions League, der Europa League oder der Conference League spielen“, bemerkte er und unterstrich die enorme Kluft zwischen dem Spitzenpreis des Kontinents und seinen geringeren Alternativen.

Für Rongier ist der Kontrast eklatant. Er gab zu, dass eine Champions-League-Qualifikationsrunde oder der direkte Einzug in die Europa League eine Bedeutung haben, die die Conference-League-Playoffs nicht erreichen können. „Ich werde nicht lügen, in den Champions-League-Playoffs oder der Conference League zu spielen – das ist nicht dasselbe“, sagte er. Die Ehrlichkeit spiegelt den Ehrgeiz in der OM-Kabine wider, wo die Rückkehr auf die größte Bühne Europas von Beginn der Saison an ein unausgesprochenes Ziel war.

Marseille hat sich bereits einen Platz in irgendeiner Form des europäischen Wettbewerbs für die nächste Saison gesichert – eine Mission, die nach einer Saison voller Beständigkeit und Kampfgeist erfüllt wurde. Aber Rongier lässt keine Selbstzufriedenheit aufkommen. „Es wäre eine echte Schande, nach allem, was wir uns dieses Jahr vorgenommen haben, schlecht abzuschneiden. Es gibt noch drei Punkte zu holen, und sie würden uns genau dorthin bringen, wo wir hinwollen“, erklärte er. Die Botschaft ist klar: Die Arbeit ist noch nicht getan.

Das größere Bild ordnet das Spiel in seinen richtigen Kontext ein. Ein Sieg für Marseille würde sie möglicherweise in die Top drei katapultieren, abhängig von anderen Ergebnissen, und damit den direkten Zugang zur Champions-League-Gruppenphase ermöglichen – ein finanzieller und sportlicher Gewinn. Selbst ein vierter Platz würde potenzielle Champions-League-Qualifikationsspiele bedeuten, während der fünfte oder sechste Platz sie in die Europa League verbannen würde. Die Ränder waren nie feiner und die Belohnungen nie größer.

Für Rennes ist die Arithmetik unbarmherziger. Sie liegen hinter Marseille und reisen in ein Stadion, in dem OM in dieser Saison beeindruckend war. Cheftrainer Bruno Genesios Männer müssen sowohl das feindselige Umfeld als auch das psychologische Gewicht überwinden, das Rongier so kunstvoll auf ihre Schultern gelegt hat. Die Rennes-Kabine weiß, dass eine Niederlage den kompletten Verlust der Champions League bedeutet, und selbst ein Sieg erfordert Gefälligkeiten von anderer Seite – ein Druckkoch-Szenario.

Rongiers persönliche Verbindung zum Vélodrome fügt eine weitere Ebene hinzu. Er hat das OM-Trikot in zahlreichen Europapokalnächten getragen und versteht, wie schnell die Stimmung kippen kann. „Das Vélodrome kann sich in sehr kurzer Zeit in beide Richtungen drehen“, warnte er und deutete an, dass sich Unterstützung in Anspannung verwandeln könnte, wenn die Anzeigetafel nicht die Hoffnungen der Heimmannschaft widerspiegelt. Seine Führungsqualitäten werden entscheidend sein, um die Nerven zu beruhigen, falls das Spiel holprig wird.

Doch trotz all der Rede vom Druck strahlt Rongier eine Aura gelassener Entschlossenheit aus. Er bestand darauf, dass das Team die kurze Strecke zum Stadion „ohne etwas zu kalkulieren“ und mit der alleinigen Absicht zurücklegen werde, eine große Leistung zu bringen und den Anlass zu genießen. Diese Mischung aus Ehrgeiz und Entspannung könnte den Unterschied in einem Spiel ausmachen, in dem sonst die Nerven die Oberhand gewinnen könnten.

Am Sonntagabend nähert sich das Szenario seinem Höhepunkt. Marseille hält die Oberhand, sowohl in der Tabelle als auch in den psychologischen Spielen. Rongier hat den Fehdehandschuh geworfen, und nun liegt es an Rennes zu beweisen, dass sie der Hitze standhalten können. Für den neutralen Beobachter ist es ein klassisches Szenario am letzten Spieltag: ein Spiel, mehrere Schicksale und ein Hexenkessel, der die Spieler beim Anpfiff erwartet.

Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.