Es war eine Nacht voller Dramatik im Geoffroy-Guichard, aber am Ende reichte Saint-Étiennes 5:0-Demontage von Amiens nicht für den direkten Aufstieg. In der 87. Minute verbreitete sich ein falsches Gerücht im Stadion, als die Fans glaubten, Bastia habe gegen Le Mans ausgeglichen, was wilde Jubelstürme auslöste. Doch es war nur eine Fiktion – Bastias Spiel wurde unterbrochen und schließlich abgebrochen, wodurch der korsische Klub in die National absteigt und Saint-Étienne in die Playoffs geht.
„Wir alle bekamen Gänsehaut und fragten uns: ‚Was?‘“, sagte Lucas Stassin und gestand die Verwirrung, die Spieler und Fans gleichermaßen erfasste. Der Stadionsprecher verzögerte bewusst die Bekanntgabe des Bastia-Ergebnisses, verlängerte die Spannung, aber die 39.772 Zuschauer – ein Saisonrekord – erkannten bald die Wahrheit. Trotz des dominanten Sieges brauchte Saint-Étienne, dass Bastia mindestens ein Unentschieden holte, um auf Platz zwei zu springen und den direkten Aufstieg zu schaffen. Es sollte nicht sein.
Der Sieg selbst war umfassend, Saint-Étienne zerlegte eine demoralisierte Amiens-Mannschaft, die bereits vor dem Anpfiff abgestiegen war. Das Ergebnis war eine notwendige Voraussetzung für jede Hoffnung auf eine magische Nacht, aber es erwies sich als unzureichend. Bastia, das einen Sieg zum Klassenerhalt brauchte, konnte Le Mans nicht bezwingen, und das Spiel wurde abgebrochen, was ihr Schicksal besiegelte.
Es lag eine gewisse Ironie in der Luft, denn Bastias Trainer Réginald Ray war vor 28 Jahren ein Held für Saint-Étienne. Damals erzielte Ray als Stürmer von Le Mans sein 20. Saisontor, um Le Mans vor dem Abstieg in die National zu bewahren, und rettete dabei unbeabsichtigt Saint-Étienne vor einem historischen Fall. Dieses Mal konnte seine Bastia-Mannschaft den Gefallen nicht erwidern.
Saint-Étienne steht nun vor den Playoffs, einem mühsamen Weg zurück in die Ligue 1. Das Team, das von Laurent Batlles trainiert wird, muss sich nach der emotionalen Achterbahnfahrt des Samstagabends neu formieren. Die Playoffs bieten eine zweite Chance, aber die Fehlertoleranz ist null. Die Verts müssen die Energie ihres 5:0-Siegs in einen anhaltenden Aufstiegsschub kanalisieren.
Was Bastia betrifft, so geht es in die National, ein krasser Gegensatz zu der Hoffnung, die sie am letzten Spieltag hatten. Die Saison endete mit gebrochenen Herzen für die Korsen, die hart kämpften, aber an der letzten Hürde scheiterten.
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