Mauro Roberto Chekin, der kommunale Sekretär für Sport, Freizeit und Jugend von São Caetano do Sul, steht nach seinen Äußerungen während einer öffentlichen Anhörung im Stadtrat weitgehend in der Kritik. In der Sitzung charakterisierte Chekin die Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Sport als 'Problem' und erklärte, er persönlich 'könne' nicht mit dieser Bevölkerungsgruppe arbeiten. Seine Kommentare stießen sowohl beim Sportministerium als auch beim Brasilianischen Paralympischen Komitee auf scharfe Verurteilung, die seine Aussagen als ableistisch und diskriminierend bezeichneten.
Die Kontroverse begann, als Chekin auf Fragen der Stadträtin Bruna Biondi zu Inklusionspolitiken antwortete. Er nannte konkrete Herausforderungen, wie die Unterbringung eines autistischen Kindes in einem Schwimmkurs, und beschrieb die Situation als 'sehr großes Problem'. Er schilderte einen Fall, in dem eine Mutter ihre Tochter, die Windeln benutzt, zu einem Schwimmunterricht anmelden wollte, was logistische Bedenken hinsichtlich spezieller Badebekleidung und der Reaktion des Kindes auf Lärm aufwarf.
Chekin führte weiter seine persönlichen Erfahrungen an und erinnerte sich an eine Zeit während seines Sportstudiums, als er sich überfordert fühlte. Er erklärte, dass sein 'psychischer und physischer Zustand für diese Art von Dingen sehr zerbrechlich ist', was implizierte, dass nicht alle Fachkräfte für solche Aufgaben ausgerüstet oder willens sind. Er argumentierte, dass Inklusion zwar eine Pflicht des Staates sei, aber keine persönliche Verpflichtung, die er einzelnen Fachkräften auferlegen könne.
Stadträtin Biondi stellte seine Sichtweise sofort in Frage und zog einen Vergleich zur Bildung. Sie argumentierte, dass die Weigerung, Kinder mit Behinderungen zu inkludieren, gleichbedeutend damit sei, dass ein Lehrer sich weigere, einen Schüler mit Behinderung zu unterrichten, was Diskriminierung darstelle. Sie betonte, dass die Bereitstellung inklusiver Dienstleistungen Teil der beruflichen Pflicht für jeden sei, der für den Staat arbeite, sei es im öffentlichen oder privaten Sektor.
Das Sportministerium gab eine scharfe Stellungnahme ab, in der es Chekins 'zutiefst ableistische' Äußerungen zurückwies. Das Ministerium betonte, dass der brasilianische Sport ein Raum der Inklusion, Vielfalt, des Respekts und der Würde für alle sein müsse. Es hob die fortschrittliche Gesetzgebung Brasiliens hervor, die die Rechte von Menschen mit Behinderungen schützt, und kündigte an, die Stadtverwaltung von São Caetano do Sul zu kontaktieren, um technische Hinweise und Materialien zu inklusiven Praktiken anzubieten.
Auch das Brasilianische Paralympische Komitee verurteilte die Aussagen als 'diskriminierend und unzulässig'. Das Komitee unterstrich, dass Inklusion ein verfassungsmäßiges und zivilisatorisches Recht sei, das alle öffentlichen Amtsträger verteidigen müssten. Bemerkenswerterweise wies es darauf hin, dass São Caetano do Sul eine historische Verbindung zur nationalen paralympischen Bewegung hat, da es vor dem Bau des nationalen Trainingszentrums in São Paulo als Trainingsstätte für die brasilianischen paralympischen Leichtathletik- und Schwimmteams diente.
Als Reaktion gab die Stadtverwaltung von São Caetano do Sul eine Erklärung ab, in der sie ihr 'historisches Engagement' für Inklusionspolitiken bekräftigte. Sie verwies auf jüngste Investitionen wie die Einweihung des Cuidar-Komplexes für Inklusion und Rehabilitation sowie auf Partnerschaften mit Einrichtungen wie der APAE und der AACD. Die Verwaltung erkannte an, dass das Thema Inklusion einer 'ständigen Weiterentwicklung' bedarf und dass 'Fehler, obwohl unverzeihlich, angesichts der Komplexität und Bedeutung dieser Agenda verständlich sind.'
Basierend auf einem Bericht von g1.