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Sarri verlässt Lazio: Gattuso soll übernehmen, Atalanta

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Maurizio Sarri und Lazio trennen sich nach einem 9. Platz und der Niederlage im Coppa-Italia-Finale; Gennaro Gattuso soll übernehmen, während Sarri mit

Die kurze und turbulente zweite Amtszeit von Maurizio Sarri bei Lazio ist abrupt zu Ende gegangen. Am Mittwoch veröffentlichte der Biancoceleste eine Erklärung, in der bestätigt wurde, dass eine einvernehmliche Einigung zur Auflösung der Verträge des 67-jährigen Trainers und seines Stabs erzielt worden sei. Es war eine Entscheidung aus tiefer Enttäuschung nach einer Saison, in der die Römer auf den neunten Platz der Serie A abrutschten, weit entfernt von den europäischen Plätzen, die der Klub und seine Anhänger ersehnen.

Sarrís Rückkehr ins Stadio Olimpico im Juni 2025 sollte eine Wiederbelebung einleiten. Seine erste Amtszeit von 2021 bis 2024 hatte einige denkwürdige Momente beschert, doch dieses zweite Kapitel kam nie richtig in Gang. Das Team kämpfte um Konstanz, und der Druck wuchs mit jeder Woche. Der Wendepunkt kam wohl, als die europäische Qualifikation außer Reichweite geriet – eine bittere Pille für eine Mannschaft, die in den letzten Spielzeiten noch an internationalen Wettbewerben teilgenommen hatte.

Die Unzufriedenheit der Fans hatte lange vor Saisonende ihren Höhepunkt erreicht. Mehrere Heimspiele wurden von einem großen Teil der Lazio-Anhänger boykottiert, die ihren Zorn auf Präsident Claudio Lotito richteten. Der Protest konzentrierte sich auf einen vermeintlichen Mangel an Ambitionen und unzureichende Investitionen in den Kader. Für einen Klub mit stolzer Geschichte und leidenschaftlicher Fangemeinde war die Kluft zwischen Erwartung und Realität zu groß, und letztlich zahlte Sarri den Preis für die allgemeinen Misserfolge des Vereins.

Es gab jedoch einen Hoffnungsschimmer, wenn auch nur kurz. Lazio kämpfte sich immerhin ins Finale der Coppa Italia vor, was die Chance auf einen Titel bot, der die Saison hätte retten können. Doch im entscheidenden Spiel unterlagen sie Inter Mailand mit 0:2, ein Ergebnis, das den Qualitätsunterschied unterstrich. Die Niederlage ließ Sarri ohne Trophäe zurück und besiegelte sein Schicksal endgültig.

Mit Sarrís Abgang richtete sich die Aufmerksamkeit schnell auf seinen Nachfolger. Laut La Gazzetta dello Sport ist der ehemalige Trainer von Marseille und der italienischen Nationalmannschaft, Gennaro Gattuso, der Spitzenkandidat für die Übernahme des Amtes. Gattuso ist seit seinem Abschied von der Azzurri-Posten im April ohne Job, und sein kämpferischer, energiereicher Stil könnte genau das sein, was Lazio braucht, um die Mannschaft wiederzubeleben. Seine Ankunft würde einen starken Kontrast zu Sarrís eher intellektuellem Ansatz darstellen.

Inzwischen wird erwartet, dass Sarri nicht lange arbeitslos bleibt. Dieselben Berichte deuten darauf hin, dass ein Trainer-Karussell in der Serie A in Gang kommt, wobei Sarri als Nachfolger von Raffaele Palladino zu Atalanta wechseln soll. Atalanta, einer der aufregendsten und am besten geführten Klubs Italiens, würde Sarri ein neues Projekt und einen Kader bieten, der für den von ihm bevorzugten Ballbesitzfußball gebaut ist.

Der mögliche Wechsel würde auch einen Dominoeffekt auslösen. Palladino hat in Bergamo eine lobenswerte Arbeit geleistet, aber ein Wechsel in die römische Hauptstadt könnte stets im Bereich des Möglichen gewesen sein, falls Sarri geht. Eine solche Rochade unterstreicht das intensive Stühlerücken in den oberen Rängen des italienischen Fußballmanagements, wo ein Abgang eine Kettenreaktion über mehrere Klubs auslösen kann.

Für Lazio würde die Ernennung von Gattuso den Wunsch signalisieren, wieder an die Arbeiterwurzeln des Klubs anzuknüpfen. Gattusos feurige Persönlichkeit und Forderung nach maximalem Einsatz könnten eine desillusionierte Fangemeinde schnell für sich einnehmen. Es bleibt jedoch die Frage, ob die Eigentümer ihn mit den nötigen Mitteln ausstatten werden, um an der Tabellenspitze mitzuspielen. Ohne erhebliche Investitionen wird jeder Trainer einen Berg vor sich haben.

Sarrís Vermächtnis bei Lazio, insbesondere während seiner ersten Amtszeit, umfasst einen vierten Platz und einen spielerisch ansprechenden Stil. Doch seine zweite Amtszeit wird als warnendes Beispiel dafür in Erinnerung bleiben, zu einem früheren Klub zurückzukehren und die Magie nicht wieder einfangen zu können. Mit 67 Jahren könnte ein Wechsel zu Atalanta das letzte große Projekt für einen Trainer darstellen, der mit Juventus die Serie A und mit Chelsea die Europa League gewonnen hat.

Während sich der Staub um Sarrís Abschied von Lazio legt, versprechen die kommenden Wochen die technische Führung mehrerer Serie-A-Klubs umzugestalten. Vorerst liegt der Fokus auf der unmittelbaren Zukunft: Gattusos mögliche Vorstellung und Sarrís nächstes Ziel. Eines ist sicher: Beide Männer werden vom ersten Tag an unter Druck stehen, Ergebnisse zu liefern.

Basierend auf Berichten von L'Équipe.