Eine Straße im brasilianischen Bundesstaat Paraná ist zu einem großen Gesprächsthema geworden – nicht wegen eines spektakulären Tores, sondern wegen ihrer extremen Steigung, die sie zu einer lokalen Legende und einer ernsthaften Sicherheitsgefahr gemacht hat. Die Rua Nossa Senhora das Graças in Almirante Tamandaré ist so steil, dass sie den Spitznamen „Paredão“ oder „Mauer“ trägt und eine gewaltige Herausforderung für Autofahrer und Fußgänger darstellt.
Die Situation hat die staatliche Ebene erreicht. Die Secretaria de Estado das Cidades do Paraná (Secid) hat offiziell einen detaillierten Bericht vom Stadtrat von Almirante Tamandaré über die sichere Fußgängerzirkulation auf dieser berüchtigten Straße angefordert. Dieser Bericht ist ein entscheidender Bestandteil der Analyse eines Asphaltierungsprojekts, das die Gemeinde eingereicht hat. Der gesamte Prozess für die dringend benötigte Asphaltierung der Straße ist nun ausgesetzt, bis diese Sicherheitsbewertung vorliegt.
Für die Bewohner der Gegend ist dieses bürokratische Hindernis nur das neueste Kapitel eines jahrzehntelangen Wartens. Die Asphaltierung der Rua Nossa Senhora das Graças wird seit 1953 erwartet, als die zugehörige Wohnsiedlung erstmals genehmigt wurde. Der Stadtrat hat angedeutet, dass nach Abschluss der Analyse das Ausschreibungsverfahren für die Asphaltierungsarbeiten innerhalb von 90 bis 120 Tagen eingeleitet werden könnte.
Die virale Berühmtheit der Straße hat sich kürzlich verstärkt, nachdem der Stadtrat versuchte, eine schnelle Lösung zu finden. Nach großer Aufmerksamkeit legten die Behörden eine Schicht loser Steine auf die Straße, angeblich um die Zirkulation zu verbessern. Diese improvisierte Lösung schlug jedoch spektakulär fehl. Berichte und Aufnahmen vom Ort zeigen Autos, die auf den Steinen rutschen und schlittern, während das Sturzrisiko für Fußgänger tatsächlich gestiegen ist, und dabei einen kleinen vorhandenen Asphaltfleck und ein „Stop“-Schild bedeckt.
Die Anwohner zeichnen ein düsteres Bild des Alltags auf dem „Paredão“. Maria Rosa Izidorio da Silva, eine 30-jährige Nachbarin, erklärt, dass die meisten Autofahrer und Motorradfahrer die Straße ganz meiden. Diejenigen, die es dennoch versuchen, haben oft schlimme Konsequenzen zu tragen, und Unfälle sind an der Tagesordnung. Sie merkt an, dass selbst Fahrdienste sich weigern, bis vor ihre Haustür zu kommen, sodass die Bewohner zu einer anderen Straße gehen müssen, um abgeholt zu werden.
Lieferboten sind stark betroffen. Bruno Domingues, ein Lieferfahrer, dessen Video von der Straße viral ging, sagt, dass die Steigung seine Arbeit direkt beeinträchtigt. Er muss oft sein Motorrad abstellen und zu Fuß weitergehen, was seine Lieferrouten erheblich verlängert und gefährliche Situationen schafft. Die ingenieurtechnische Perspektive bestätigt das Kernproblem. Bauingenieur Julio Russi weist auf mangelnde Stadtplanung als Ursache hin und schlägt vor, dass ordnungsgemäße Erdbewegungen und angemessene Asphaltierung die richtigen Lösungen sind, und warnt vor temporären Reparaturen.
Der Stadtrat hat seine bisherigen Maßnahmen verteidigt und erklärt, dass der kleine Asphaltfleck oben notwendig war, um die Stabilität beim Asphaltieren der darüber liegenden Straße zu gewährleisten, und das „Stop“-Schild war eine gesetzliche Anforderung. Dennoch ist die Bitte der Gemeinde klar: Sie brauchen eine dauerhafte, sichere Lösung. Wie ein Bewohner, José Juliano Prodóssimo dos Santos, es ausdrückt, ist die Straße in ihrem jetzigen Zustand einfach unbefahrbar, und eine ordnungsgemäße Asphaltierung wäre eine transformative Verbesserung für die gesamte Nachbarschaft.
Basierend auf einem Bericht von g1.