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Stéphane Richards schneller Start: Was er für OM's Zukunft

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Der neue OM-Präsident Stéphane Richard hat nicht auf seinen offiziellen Amtsantritt im Juli gewartet, sondern bereits einen Sportdirektor eingestellt, Spiele

Stéphane Richard hat keine Zeit verloren. Kaum zum Präsidenten von Olympique Marseille ernannt, übernahm er die Zügel weit vor dem offiziellen Datum des 3. Juli und beschrieb seine Methode als „einen gestarteten Lauf, ähnlich wie bei Staffelläufen in der Leichtathletik oder bei bestimmten Pferderennen“. Das Bild ist aussagekräftig: Der ehemalige hohe Beamte und Generaldirektor von Orange hat sofort ein hektisches Tempo aufgenommen und eine Reihe von harten Entscheidungen getroffen, um in einem Verein, in dem Dringlichkeit herrscht, seine Spuren zu hinterlassen.

Trotz eines vollen Terminkalenders mit seinen Verpflichtungen in der Investmentbank bis zum 30. Juni durchstreifte Richard die Gänge des Vélodrome bei den letzten drei Heimspielen (gegen Metz, Nizza, Rennes) und reiste sogar am 10. Mai nach Le Havre. Seine Anwesenheit bei den Spielern ist zu einem Signal geworden: Nach dem Sieg gegen Rennes am 17. Mai belohnte er Mason Greenwood, der von den Fans zum besten Spieler der Saison gewählt wurde, und Leonardo Balerdi für sein 200. Spiel im Trikot von Olympique. Diese Gesten sind nicht unbedeutend: Sie tragen zum Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung mit einer Kabine bei, die Orientierung braucht.

Auch an Härte fehlt es nicht. Am 8. Mai verhängte Richard eine Strafe gegen Pierre-Emerick Aubameyang, weil dieser nach einem Spiel einen Feuerlöscher beschädigt hatte. Der neue starke Mann zeigte, dass er ohne Zögern durchgreifen kann, eine Qualität, die er im Laufe einer langen Karriere in öffentlichen und privaten Führungspositionen erworben hat, wo er mit weitaus komplexeren Krisen umging. Diese natürliche Autorität beruhigt eine Institution, die oft von internen Spannungen geplagt wird.

Im Hintergrund tauchte Richard in die Funktionsweise des Vereins ein. Am 27. April besuchte er mehrere Bereiche des Trainingszentrums La Commanderie und sprach dann am 11. Mai zu den Mitarbeitern, die im neuen Hauptsitz in der Avenue du Prado versammelt waren. Ein anwesender Manager vertraut an: „Er hatte die Demut zuzugeben, dass er diese besondere Fußballwelt wirklich erst entdeckt.“ Eine seltene Haltung in einem Umfeld, in dem Egos manchmal die Vernunft überragen. Diese Bereitschaft zuzuhören und zu lernen soll es Richard ermöglichen, die strukturellen Schwachstellen eines Vereins zu identifizieren, der allzu oft von Stimmungen abhängig war.

Eines der dringendsten Probleme betraf die Position des Sportdirektors, die seit mehreren Wochen vakant war. Nachdem er mehrere Kandidaten interviewt hatte, entschied sich der Präsident für Grégory Lorenzi, den ehemaligen Architekten des Erfolgs von Brest, dessen Ernennung in Kürze offiziell bekannt gegeben werden soll. Diese Wahl ist strategisch: Lorenzi hat bewiesen, dass er mit begrenzten Mitteln ein wettbewerbsfähiges Team aufbauen kann, ein Profil, das den Ambitionen von OM entspricht und gleichzeitig in einer Logik des vernünftigen Managements bleibt. Seine Ankunft sendet eine klare Botschaft an die Fans: Der Wiederaufbau ist im Gange.

Bleibt eine große Unbekannte: die Identität des zukünftigen Trainers. Obwohl der Name Roberto De Zerbi kursiert, ist noch nichts entschieden. Richard nimmt sich Zeit zum Nachdenken, wohl wissend, dass diese Wahl das sportliche Projekt der kommenden Jahre bestimmen wird. Die spielfreie Zeit verspricht also intensiv zu werden, mit dem bevorstehenden Termin vor der DNCG und einem Transfermarkt, bei dem jede Bewegung genau beobachtet wird.

Parallel dazu zeigte Richard sein Engagement für die internationale Entwicklung von OM. Anfang dieser Woche flog er in die Elfenbeinküste, um die Partnerschaft mit dem dortigen Tourismusministerium zu festigen, die 2023 unter dem Slogan „Sublime Côte d'Ivoire“ initiiert wurde. „Diese Partnerschaft erfordert ein erhebliches Engagement, und ich bin gekommen, um sie abzusichern“, erklärt er, gestärkt durch seine während seiner Zeit bei Orange geknüpften Kontakte. Die erwähnte Verlängerung um drei Jahre würde dem Club eine erhöhte Sichtbarkeit in Afrika verschaffen, einem strategischen Markt für seine Ausstrahlung.

Diese Reise bot auch die Gelegenheit, Didier Drogba zu treffen, eine Vereinslegende und Ikone des ivorischen Fußballs. Das erklärte Ziel ist klar: den ehemaligen Stürmer wieder näher an das olympische Haus zu bringen, vielleicht im Hinblick auf eine institutionelle oder ehrenamtliche Rolle. Dies wäre ein starkes symbolisches Manöver, das ein Publikum vereinen könnte, das immer noch nostalgisch an die glorreichen Jahre denkt.

Letztendlich gibt Stéphane Richard ein entschieden offensives Tempo vor. Sein blitzartiger Einstieg gibt den Ton für eine Präsidentschaft vor, die aktiv sein will, fernab des Zögerns der Vergangenheit. Aber die Herausforderungen sind immens: Eine unbeständige Mannschaft wieder aufrichten, ein oft elektrisches Umfeld beruhigen und die Grundlagen für ein nachhaltiges Projekt legen. Gelingt es ihm, diese anfängliche Energie mit einer langfristigen Vision zu verbinden, könnte OM endlich in eine Ära der Stabilität eintreten. In der Zwischenzeit ist der „gestartete Lauf“ ein verlockendes Versprechen. Bleibt abzuwarten, ob es sich auf Dauer bestätigt.

Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.