In einem entscheidenden Schritt zur Bewältigung einer wachsenden Energiekrise hat der brasilianische Bundessenat dem Energieunternehmen Copel eine Frist gesetzt. Der Versorger hat eine strenge 30-Tage-Frist erhalten, um einen umfassenden Aktionsplan vorzulegen, der die häufigen und schädlichen Stromausfälle im Bundesstaat Paraná eindämmen soll. Dieses Ultimatum erging am Ende einer angespannten öffentlichen Anhörung am Dienstag, bei der frustrierte Vertreter aus Industrie und Landwirtschaft zusammenkamen.
Die Anhörung wurde als direkte Reaktion auf zunehmende Beschwerden und dokumentierte wirtschaftliche Verluste einberufen. Ein besonders prägnantes Beispiel waren die katastrophalen Auswirkungen auf einen Geflügelbetrieb in São Miguel do Iguaçu, wo eine einzige Stromunterbrechung zum Tod von 20.000 Hühnern führte. Dieser Vorfall verdeutlicht die schwerwiegenden finanziellen Risiken, die eine unzuverlässige Stromversorgung für den wichtigen Agrarsektor des Bundesstaates darstellt.
Die Führungskräfte der produzierenden Sektoren nahmen in der Debatte kein Blatt vor den Mund. Der Präsident des Landwirtschaftsverbandes von Paraná (Faep), Ágide Eduardo Meneguette, zeichnete ein düsteres Bild und erklärte, dass Strom für ländliche Produzenten „ein ständiger Risikofaktor für die landwirtschaftliche Tätigkeit“ geworden sei. Er betonte, dass ohne stabile Stromversorgung die Produktion einfach zum Erliegen komme, was zu „astronomischen Verlusten“ führe.
Aus industrieller Sicht wies ein Direktor des Industrieverbandes von Paraná (Fiep), João Arthur Mohr, darauf hin, dass selbst Sekunden andauernde kurzzeitige Ausfälle verheerend sein können. Moderne, empfindliche Produktionslinien würden durch solche „Momentanfehler“ sofort gestört, was kostspielige Stillstände und Geräteprobleme verursache, selbst wenn die Gesamtausfallzeit innerhalb der gesetzlichen Grenzen liege.
Die nationale Energieagentur (Aneel) bestätigte, dass die Beschwerden gegen Copel zugenommen haben, was die Regulierungsbehörde veranlasste, das Unternehmen in ihre technischen Überwachungsmaßnahmen für das zweite Halbjahr aufzunehmen. Während Aneel anmerkte, dass Copels durchschnittliche Ausfallzeit von sieben Stunden im Jahr 2025 innerhalb des regulatorischen Limits lag, hat der Anstieg der Beschwerden Alarm ausgelöst.
Die Führung von Copel, vertreten durch Generaldirektor Antônio Villela de Abreu, führte einen Teil des Problems auf eine Zunahme von Unwettern wie Stürmen und Böen zurück. Der kaufmännische Direktor des Unternehmens, Julio Shigeaki Omori, skizzierte ihre Strategie und erklärte, ihr Hauptziel sei es, das Netz vor Beginn der Regenzeit im September und Oktober zu stärken, mit besonderem Fokus auf ländliche Gebiete.
Das strittige Thema einer möglichen Tariferhöhung stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Eine anstehende fünfjährige Tarifüberprüfung könnte zu einem Anstieg der Stromrechnungen um bis zu 19 % für Allgemeinkunden und um bis zu 51 % für einige Industriesektoren ab Juni führen. Die Teilnehmer hinterfragten scharf die Rechtfertigung für solche Erhöhungen angesichts der aktuellen Servicequalität und forderten, dass jeder Plan von Copel in echte, wirksame Verbesserungen münden müsse, um weitere wirtschaftliche Schäden zu verhindern.
Basierend auf einem Bericht von g1.