Pierre-Emerick Aubameyang kehrte am letzten Spieltag der Ligue 1-Saison in die Startelf von Olympique de Marseille zurück, erzielte ein wichtiges Tor und lieferte einen Jubel, der sofort für Aufsehen sorgte. Der gabunische Stürmer, der im vorherigen Spiel gesperrt war, lupfte den Ball über den Torwart zum 3:0 gegen Rennes, drehte sich dann zu Teamkollege Pierre-Emile Højbjerg und tat so, als würde er ihn mit einem Feuerlöscher besprühen.
Die Geste war eine direkte Anspielung auf den Disziplinarvorfall, der Aubameyang eine Woche zuvor seinen Platz im Kader für das Auswärtsspiel in Le Havre gekostet hatte. Bei einem Trainingsstreich in der Commanderie, OMs Anlage, hatte er scherzhaft den ehemaligen Hindernisläufer Bob Tahri mit einem echten Feuerlöscher besprüht, woraufhin der Club ihn für die letztlich enttäuschende Niederlage nicht berücksichtigte.
Jean-Louis Gasset, damals Trainer von OM, stand vor der Begegnung mit Rennes vor einem personellen Dilemma. Da die europäische Qualifikation am letzten Spieltag auf dem Spiel stand, brauchte er Aubameyangs Erfahrung und Torinstinkt. Die Entscheidung, ihn wieder einzusetzen, zahlte sich reichlich aus, da der Stürmer eine Leistung ablieferte, die seinen Wert für das Team unterstrich.
Auf dem Platz wirkte Aubameyang von Beginn an scharf. Er verband sich gut mit dem Mittelfeld, driftete in gefährliche Zonen ab und wurde schließlich mit einem typischen Lupfer belohnt, der den Torwart von Rennes chancenlos ließ. Das Tor, OMs drittes an diesem Nachmittag, besiegelte praktisch die drei Punkte und sicherte den sechsten Platz in der Ligue 1, was einen Startplatz in der kommenden UEFA Europa Conference League bedeutete.
Der Jubel selbst war eine Mischung aus Entschuldigung und Insider-Witz. Indem er den imaginären Feuerlöscher auf Højbjerg richtete, schien Aubameyang den früheren Fehltritt einzuräumen und gleichzeitig die Spannung zu lösen. Højbjerg, der kürzlich von Tottenham gekommen war, umarmte seinen Teamkollegen sofort und signalisierte, dass die Kabine den Vorfall überwunden hatte.
Der Feuerlöscher-Streich war ein seltener Fehltritt abseits des Platzes in einer ansonsten produktiven Leihe für Aubameyang. Seit seiner Ankunft von Chelsea im Sommer 2023 war er eine konstante Quelle für Tore und Führung für eine junge OM-Mannschaft gewesen. Sein Ausschluss in Le Havre war eine notwendige Disziplinarmaßnahme, unterstrich aber auch, wie sehr das Team auf seinen Ertrag angewiesen war.
Für OM hatte der Sieg gegen Rennes erhebliche finanzielle und sportliche Auswirkungen. Das Verpassen von Europa insgesamt wäre ein schwerer Schlag für das Budget und Prestige des Clubs gewesen. Aubameyangs Beitrag stellte sicher, dass sie mehrere Rivalen überholten und den letzten kontinentalen Platz ergatterten, eine Belohnung für eine Saison, die oft zwischen Hoffnung und Frustration geschwankt hatte.
Der Feuerlöscher-Jubel verbreitete sich schnell in den sozialen Medien, wobei Fans und Experten Parallelen zu anderen denkwürdigen Torreaktionen in der Fußballgeschichte zogen. Er machte Aubameyang auch menschlicher, zeigte einen Spieler, der bereit war, sich über seinen eigenen Fehler lustig zu machen, während er auf dem Platz lieferte, wenn es darauf ankam.
Mit Blick auf die Zukunft festigt die Episode Aubameyangs komplexe, aber letztlich positive Rolle bei OM. Obwohl seine Leihe auslief, könnten die Geste und das Tor einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, der zukünftige Entscheidungen bezüglich seiner Karriere beeinflussen könnte. Vorerst ist es eine humorvolle Fußnote in einer Saison, die auf einem Höhepunkt endete.
Am Ende wurde der Feuerlöscher zu einem Symbol für Erlösung und Einheit. Ein Moment des Unfugs, eine öffentliche Abwesenheit, eine spielerische Entschuldigung und dann ein entscheidendes Tor – alles an einem Nachmittag im Roazhon Park. Aubameyang hatte alle Zweifel an seinem Engagement ausgelöscht, und OMs europäische Flamme brannte weiter.
Basierend auf Berichterstattung von L'Équipe.