BERGAMO — Riccardo Orsolini kam von der Bank und erzielte das entscheidende Tor, als Bologna am vorletzten Spieltag der Serie A einen 1:0-Auswärtssieg bei Atalanta verbuchte. Der Treffer in der New Balance Arena bescherte den Rossoblù einen hart erkämpften Sieg gegen einen direkten Konkurrenten um die europäische Qualifikation, reichte aber dennoch nicht aus, um ihre europäischen Hoffnungen am Leben zu erhalten. Aufgrund des 2:0-Erfolgs von Atalanta im Hinspiel hatten Palladinos Männer den Vorteil im direkten Vergleich und feierten daher ihren eigenen Erfolg: die Sicherung eines Platzes in der kommenden Conference League.
Die erste Halbzeit begann mit einem flotten Tempo, wobei Bologna in den Anfangsminuten die aggressivere Mannschaft war. Mit fortschreitender Zeit übernahm Atalanta jedoch die Ballkontrolle, ohne klare Torchancen zu kreieren. Kurz vor der Pause kamen die Gäste dem Führungstreffer am nächsten, als Torhüter Marco Carnesecchi mit einer atemberaubenden Doppelparade Schüsse von Emiliano Rowe und Santiago Castro abwehrte und den Spielstand zur Halbzeit torlos hielt.
Nach der Pause blieb die Partie ausgeglichen. Atalanta drohte durch eine Kopfballchance von Sulemana nach einer Flanke von Zappacosta, doch es war Bologna, das den entscheidenden Schlag landete. In der 78. Minute erhielt Orsolini – der als Einwechselspieler aufs Feld gekommen war – eine flache Hereingabe von Rowe von links und feuerte einen präzisen Schuss mit dem linken Fuß an Carnesecchi vorbei, der die mitgereisten Fans in Ekstase versetzte.
Das Tor änderte alles, aber die Arithmetik des Tiebreakers machte Bolognas Sieg zu einem bittersüßen Erfolg. Vor dem Spiel lag Bologna drei Punkte hinter Atalanta und musste zudem einen Zwei-Tore-Rückstand aus dem ersten Aufeinandertreffen aufholen. Das 1:0-Ergebnis ließ beide Vereine punktgleich zurück, aber die Regel des direkten Vergleichs – die bei Punktgleichheit zuerst die direkten Begegnungen heranzieht – begünstigte die Mannschaft aus Bergamo dank ihrer 2:1-Gesamtführung. Da nur noch ein Spieltag verbleibt, kann Atalanta von Bologna in der Tabelle nicht mehr eingeholt werden, womit der Conference-League-Platz sicher ist.
Für Atalanta, trainiert von Raffaele Palladino, stellt dieses Ergebnis eine bedeutende Leistung in einer Übergangssaison dar. Obwohl sie den vierten Platz der Vorsaison nicht wiederholen konnten, wird die Dea zum dritten Mal in Folge im Europapokal antreten. Die Conference League bietet eine echte Chance, einen Titel zu gewinnen und das Wachstum des Vereins unter Palladinos Führung zu festigen.
Bologna hingegen muss eine Saison reflektieren, die vielversprechender war. Thiago Mottas Mannschaft war lange im Rennen um die europäischen Plätze, aber eine Reihe inkonsistenter Ergebnisse – darunter die schmerzliche Heimniederlage gegen Atalanta im Hinspiel – kosteten sie letztlich den Lohn. Der Sieg in Bergamo zeigte ihr Potenzial, aber er kam zu spät, um den Rückstand im direkten Vergleich aufzuholen.
Am letzten Spieltag reist Atalanta nach Florenz zum Spiel gegen die Fiorentina, während Bologna den neu gekrönten Serie-A-Meister Inter im Dall'Ara empfängt. Beide Partien sind hinsichtlich der europäischen Qualifikation nun weitgehend bedeutungslos, stehen aber doch im Zeichen von Prestige und den endgültigen Tabellenplätzen.
Der Schlüsselmoment des Spiels – Orsolinis Eingreifen – unterstrich seine Bedeutung für Bolognas Offensivoptionen. Der Flügelspieler hat nun in zwei Auswärtsspielen in Folge getroffen und bleibt eine Gefahr als Super-Joker. Seine Fähigkeit, Spiele von der Bank aus zu verändern, könnte ihm in der nächsten Saison eine prominentere Rolle einbringen, da der Verein einen Neuaufbau für einen weiteren europäischen Anlauf anstrebt.
Letztlich verkörperte der Abend in Bergamo die hauchdünnen Margen der Serie A. Ein Moment der Qualität von Orsolini sicherte alle drei Punkte, aber eine andere Mathematik – die Regel des direkten Vergleichs – verweigerte Bologna die ultimative Belohnung. Atalanta hingegen kann nun mit der Befriedigung einer erledigten Aufgabe in die Conference-League-Kampagne planen, selbst bei einer Niederlage.
Basierend auf Berichten von Tuttosport.