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Warum Luis Enrique den englischen Fußball liebt: Die

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PSG-Chef Luis Enrique erklärt, warum der Kampfgeist des englischen Fußballs seinen eigenen widerspiegelt – von heimlichen Anfield-Besuchen bis hin zu einer

Luis Enrique, der derzeitige Trainer von Paris Saint-Germain, mag wie ein unwahrscheinlicher Bewunderer des englischen Fußballs erscheinen. Als Produkt des technischen Herzens des spanischen Fußballs, nachdem er für Sporting Gijón, Real Madrid und Barcelona gespielt hatte und später ein Anhänger der ballbesitzbasierten Philosophie wurde, ist seine Karriere tief in den Traditionen der La Liga verwurzelt. Doch unter der Oberfläche hat eine tiefe Faszination für das Spiel jenseits des Ärmelkanals immer geschwelt.

Diese Leidenschaft gilt nicht den stilistischen Nuancen, die von Puristen oft verspottet werden, sondern vielmehr der viszeralen, alles verzehrenden Art und Weise, wie Fußball in England gelebt wird. Das vollblütige Engagement auf dem Platz, die spürbare Inbrunst auf den Rängen und die tribale Verbindung zu den Vereinen als Identitätspfeiler – diese Elemente entsprechen Enriques eigener Fußball-DNA. Wie ein enger Mitarbeiter verriet: „Der Mut, die Mentalität, immer zu kämpfen, ohne Zögern in Zweikämpfe zu gehen: Der englische Fußball entspricht genau seinen Qualitäten und seinem Charakter.“

Die Quelle führte weiter aus, dass Enrique zwar ein kompletter Spieler war, aber niemals ein technisches Genie vom Schlage eines Zidane. Er bewunderte Guardiolas Gelassenheit am Ball, stammte jedoch aus Nordspanien – einer Region, die dem rebellischen, kämpferischen Geist von Vereinen wie Sporting, Athletic Bilbao und Real Sociedad näher steht. Diese zähe, niemals aufgebende Haltung fand ihr Echo in der unerbittlichen Intensität der Premier League.

Enriques Neugier trieb ihn dazu, diese Welt aus erster Hand zu erleben. Kurz nach seinem Rücktritt Mitte der 2000er Jahre reiste er nach Anfield, schlüpfte in das berühmte Kop-Ende für ein Merseyside-Derby gegen Everton. Mit einer Kapuze verdeckt, hoffte er, sich als normaler Fan zu tarnen. „Ich weiß nicht mehr genau, welches Spiel es war, aber ich wollte es als Fan erleben, in einem der besten Stadien der Welt“, erzählte Enrique später. Von einem Liverpool-Fan erkannt, wurde seine Anwesenheit eine kleine Sensation – ein kürzlich zurückgetretener spanischer Nationalspieler, der sich unter die Gläubigen mischte.

Die Anfield-Pilgerreise war kein isolierter Akt. Enrique wiederholte das Abenteuer im Celtic Park während einer Champions-League-Nacht, tauchte erneut in den Kessel aus Lärm ein und sang „You‘ll Never Walk Alone“ Schulter an Schulter mit den grün-weißen Gläubigen. Die emotionale Kraft britischer Stadien, die ihn bereits als Spieler fasziniert hatte, zog ihn als Zuschauer zurück und nährte das Bedauern, nie selbst in der Premier League gespielt zu haben.

Obwohl Enrique nie in England spielte, glänzte er häufig gegen britische Gegner. Er traf während seiner Barcelona-Zeit zweimal auf Arsenal und erzielte in beiden Begegnungen Tore – ein 1:1-Unentschieden im Camp Nou und ein 4:2-Sieg im Wembley. Seine Begegnungen hinterließen wechselseitige Spuren des Respekts. Zwei Figuren des britischen Fußballs prägten ihn nachhaltig: Kevin Moran, der erfahrene irische Verteidiger, der ihn als jungen Profi bei Sporting Gijón herzlich willkommen hieß, und Sir Bobby Robson, sein Trainer während dieser transformativen ersten Saison in Barcelona.

Robsons vornehme Art und zutiefst menschliche Führungsweise hinterließen einen unauslöschlichen Eindruck. Moran, doppelt so alt wie Enrique, teilte ein Zimmer und Weisheiten und förderte eine Verbindung, die Enrique nie vergaß. Diese Beziehungen unterstrichen eine breitere Affinität zu den Werten, die Enrique im britischen Fußball sah – Demut, Wärme und unerschütterliches Engagement.

Diese Affinität ist in seiner Trainerkarriere nur noch tiefer geworden. Als Enrique sich auf einen möglichen Wechsel nach England vorbereitete, konsumierte er britische Fußball-Podcasts, um seine Sprachkenntnisse und sein taktisches Wissen zu schärfen. 2023 erklärte er offen: „Ich verfolge den englischen Fußball sehr, mehr als den spanischen Fußball“, ein unmissverständliches Signal seiner Ambitionen und seines echten Interesses.

Jetzt an der Spitze von PSG verleihen Enriques Anglophilie seiner Amtszeit einen faszinierenden Subtext. Seine Forderung nach Intensität, Charakter und Einheit spiegelt die Eigenschaften wider, die er so bewundert. Als PSG im Champions-League-Achtelfinale auf Liverpool traf, war der Zusammenprall mehr als ein taktischer Kampf; es war ein Treffen zweier Fußballkulturen, mit Enrique als Brücke zwischen ihnen.

Die Geschichte seines geheimen Anfield-Besuchs, die vor dem Rückspiel enthüllt wurde, verleiht seiner Fußballphilosophie weitere Ebenen. Sie deutet auf einen Trainer hin, der Emotionen und Authentizität sucht – Eigenschaften, die er einem Pariser Team einimpfen will, dem oft der kollektive Geist fehlt. Ob diese Liebesaffäre ihn eines Tages in den Trainerstuhl der Premier League führen wird, bleibt eine offene Frage, aber für den Moment formt sie ein PSG-Projekt, das ebenso sehr auf purem Willen wie auf technischem Können basiert.

Basierend auf Berichterstattung von L‘Équipe.