AS Monaco hat am Montag offiziell die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Sébastien Pocognoli beendet. Der 38-jährige Belgier, der im Oktober von Union Saint-Gilloise kam, verlässt den Verein nach etwas mehr als acht Monaten im Amt, da die Mannschaft aus dem Fürstentum ihre europäischen Ambitionen verfehlt hat.
In einer kurzen Erklärung bedankte sich Monaco bei Pocognoli und seinem Team für ihr "volles Engagement" und wünschte ihnen alles Gute. Die Zahlen seiner Amtszeit zeichnen jedoch ein Bild unerfüllten Potenzials: 16 Siege, 9 Unentschieden und 13 Niederlagen in allen Wettbewerben. Diese Siegquote von etwas über 42% reichte letztlich nicht aus, um die Vereinsführung von einer Fortsetzung des Projekts zu überzeugen.
Pocognoli übernahm ein Team, das bereits zu Beginn der Saison Adi Hütter verloren hatte. Der ehemalige belgische Nationalspieler sollte das Schiff stabilisieren und Monaco zurück in den direkten europäischen Fußball bringen. Doch trotz einiger heller Momente blieb die Beständigkeit einem mit Talenten vollgepackten Kader verwehrt.
Der schmerzhafteste Stich kam in den Champions-League-Playoffs. Monaco kämpfte tapfer gegen Paris Saint-Germain, wurde aber in einem dramatischen Hin- und Rückspiel ausgeschaltet. Eine 3:2-Niederlage im Hinspiel im Parc des Princes gab ihnen Hoffnung, aber ein 2:2-Unentschieden zu Hause besiegelte ihr Aus und sie verpassten die Chance, sich Europas Elite anzuschließen.
Auch im Inland war die Saison enttäuschend. Ein siebter Platz in der Ligue 1 ließ Monaco außerhalb der automatischen Qualifikationsplätze für europäische Wettbewerbe. Stattdessen müssen sie diesen Sommer die strapaziösen Barrages zur UEFA Conference League bestreiten, um sich einen Platz in der Gruppenphase zu sichern. Für einen Verein mit Monacos Ressourcen und Ambitionen ist das ein erheblicher Rückschritt.
Die Bedeutung europäischer Einnahmen und Prestige kann für eine ASM-Mannschaft, die historisch gesehen Stars mit Gewinn verpflichtet und verkauft hat, nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Verpassen der Champions League und sogar der Europa League wird eine Neujustierung des Sommer-Transferfensters und möglicherweise einen größeren Kaderumbau erzwingen.
Pocognolis kurze Amtszeit ist eine Erinnerung an die gnadenlose Natur des modernen Fußballmanagements. Er kam mit dem Ruf, junge Spieler zu entwickeln – ein Kernstück von Monacos Identität – und seine Arbeit bei Union Saint-Gilloise hatte viele beeindruckt. Doch der Aufstieg in eine Umgebung mit fünf Auswechslungen und hohem Druck erwies sich als eine zu große Herausforderung.
Die Suche nach einem neuen Cheftrainer wird nun intensiviert. Die Führung von Monaco, einschließlich des Sportdirektors, muss ein Profil finden, das in der Lage ist, den Verein wieder unter der französischen Elite zu etablieren und dabei den frühen Start der Conference-League-Qualifikation zu bewältigen. Taktischer Pragmatismus und Erfahrung in europäischen Begegnungen werden wahrscheinlich weit oben auf der Checkliste stehen.
Für die Spieler markiert dies das Ende einer weiteren Übergangsphase. Viele werden nach mehreren Trainerwechseln nach Stabilität suchen. Der neue Trainer wird schnell eine klare Philosophie umsetzen müssen, um eine weitere Saison der Ziellosigkeit zu vermeiden.
Während Monaco dieses Kapitel abschließt, richtet sich der Fokus nun darauf, ob die Entscheidung gerechtfertigt war. Pocognoli kann nicht für alle Übel verantwortlich gemacht werden – Verletzungen, Termindruck und knappe Ergebnisse spielten eine Rolle – aber der siebte Platz und das gescheiterte UCL-Vorhaben ließen dem Vorstand kaum eine Alternative.
Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Richtung der Verein einschlagen will. Ob sie sich für einen bewährten Gewinner mit Ligue-1-Erfahrung oder einen anderen aufstrebenden Coach aus dem Ausland entscheiden, der Auftrag ist klar: Nächste Saison einen Platz unter den ersten sechs sichern und eine ernsthafte europäische Kampagne starten. Der Spielraum für Fehler hat sich erheblich verringert.
Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.