Paris Saint-Germain erhielt vor dem Champions-League-Finale einen großen Schub, da Achraf Hakimi bereit ist, seine Startelf-Rolle gegen Arsenal in Budapest zurückzuerobern. Der marokkanische Rechtsverteidiger, der sich im Halbfinale eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte, ist schneller als erwartet genesen und wird diese Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, was ihn fest im Rennen um das Duell am 30. Mai platziert.
Hakimi zog sich die Verletzung in der Schlussphase des ersten Spiels gegen Bayern München am 28. April zu, einem atemberaubenden 5:4-Sieg, der PSG letztlich ins Finale brachte. Er hielt sich nach einem explosiven Lauf am Oberschenkel fest, was sofort Befürchtungen über eine längere Abwesenheit auslöste. Erste Scans ergaben eine Muskelzerrung, die normalerweise vier bis sechs Wochen Ruhe erfordert, was seine Verfügbarkeit für das wichtigste Spiel der Saison in Frage stellte.
Stattdessen verlief die Rehabilitation des 27-Jährigen bemerkenswert schnell. Die medizinische Abteilung des Klubs erstellte ein maßgeschneidertes Programm, das es ihm ermöglichte, innerhalb weniger Tage die Krücken abzulegen und mit leichten Übungen zu beginnen. In der zweiten Woche arbeitete er bereits mit dem Ball, und die neuesten Bewertungen überzeugten den Trainerstab, dass er ohne erhöhtes Rückfallrisiko an vollen Trainingseinheiten teilnehmen kann. Der Dreiwochen-Zeitplan bedeutet, dass er gerade genug Vorbereitung haben wird, um seinen Platz zurückzuerobern.
Die Bedeutung des Verteidigers für Luis Enriques System kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Hakimi ist nicht nur ein defensiver Fels, sondern auch ein wichtiger offensiver Ausgangspunkt, der in dieser europäischen Saison sieben Assists und drei Tore beigesteuert hat. Seine Geschwindigkeit bei den Überlappungen und seine Fähigkeit, Abwehrreihen zu strecken, bieten eine Dimension, die PSG in seiner Abwesenheit schmerzlich vermisste. Gegen Arsenals starke linke Seite könnte seine Genesung entscheidend sein.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Hakimi gegen die Uhr rennt. Im November erlitt er in einem Champions-League-Gruppenspiel – ebenfalls gegen Bayern – eine schwere Knöchelverstauchung, die seine Teilnahme am Afrika-Cup, der in seiner Heimat Marokko stattfand, gefährdete. Er entschied sich gegen eine Operation, absolvierte ein intensives Reha-Programm und kehrte für das dritte Gruppenspiel gegen Sambia am 29. Dezember zurück. Diese Erfahrung, die ihn zwang, langsam wieder in Topform zu kommen, hat seine Einstellung für die aktuelle Herausforderung gestärkt.
Teamkollegen haben seinen unerschütterlichen Fokus bemerkt. „Er kennt seinen Körper jetzt und gerät nicht in Panik“, sagte ein Klub-Insider und spiegelte die Ruhe wider, die seine Genesung umgeben hat. Als Hakimi am Sonntag im Stade Jean-Bouin während des Ligue-1-Spiels von PSG erschien, war er bester Laune, lief frei ohne jede Andeutung einer Schonhaltung – ein Bild, das Fans und Mitarbeiter gleichermaßen beruhigte.
Der Zeitpunkt seiner Rückkehr entlastet auch Ousmane Dembélé, der an einer rechten Wadenverletzung laboriert. Dembélés Status bleibt ungewiss, aber Hakimis Rückkehr stellt sicher, dass PSG nicht ohne zwei ihrer elektrisierendsten Spieler auskommen wird. Trainer Enrique kann nun eine ausgewogene Startelf aufstellen, wobei Hakimis Angriffsvorstöße die Kreativität von Dembélé oder dessen Ersatz ergänzen.
Für Arsenal ist die Entwicklung ein Schlag. Mikel Artetas Mannschaft bereitete sich auf ein PSG ohne seinen etatmäßigen Rechtsverteidiger vor, um möglicherweise diese Seite auszunutzen. Jetzt müssen sie sich an eine voll besetzte Pariser Abwehrreihe anpassen. Hakimis Anwesenheit erlaubt PSG auch einen nahtlosen Wechsel zwischen einer Vierer- und einer Dreierkette, eine taktische Flexibilität, die Gegner die ganze Saison über verblüffte.
Das Finale selbst hat historisches Gewicht. PSG strebt an, erst der dritte Klub seit der Reform der Champions League zu werden, der den Titel verteidigt, während Arsenal seinen ersten europäischen Titel anstrebt. Hakimi, ein WM-Halbfinalist und Afrika-Cup-Sieger, kennt die Bedeutung des Anlasses und hat klargestellt, dass er kein bloßer Zuschauer sein wird.
Da das Training nun bevorsteht, verlagert sich der Fokus auf seine Wiedereingliederung. Das medizinische Personal wird seine Arbeitsbelastung sorgfältig überwachen, aber die Erwartung ist, dass er – falls kein Rückschlag eintritt – von Beginn an auf dem Platz stehen wird. Seine Reise vom Behandlungstisch zur Puskás Aréna verkörpert die Widerstandsfähigkeit, die PSGs Saison geprägt hat.
Letztlich unterstreicht Hakimis schnelle Genesung die Fähigkeit moderner Athleten, Verletzungen auf Spitzenniveau durch fortschrittliche Sportwissenschaft und pure Entschlossenheit zu überwinden. Während die französische Hauptstadt voller Vorfreude ist, ist eines klar: Der Name des Marokkaners steht bereits auf Enriques Mannschaftsblatt, ein Zeugnis seines Kämpfergeists und der akribischen Betreuung durch den Klub.
Basierend auf Berichten von L'Equipe.