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Arsenal gegen PSG-Finale: 16,2 Millionen illegale Stream

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Arsenals CL-Finalniederlage gegen PSG führte zu 16,2 Millionen illegalen Stream-Aufrufen in Großbritannien, da das Spiel nicht frei empfangbar war

Arsenals herzzerreißende Niederlage im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain war nicht nur eine sportliche Tragödie für den Nordlondoner Club, sondern auch der Höhepunkt eines rekordverdächtigen Piraterie-Ereignisses im Vereinigten Königreich. Eine von der Technologieanalysefirma Gaming Compliance International (GCI) für den Guardian durchgeführte Analyse zeigt, dass das Spiel auf illegalen Streaming-Plattformen atemberaubende 16,2 Millionen Aufrufe (länger als 90 Sekunden angesehen) anzog, die auf 3,7 Millionen eindeutige IP-Adressen zurückverfolgt wurden. Diese beispiellose Zahl übertraf das offizielle Publikum, das über TNT Sports und HBO Max etwas mehr als 7 Millionen Zuschauer verzeichnete, und hat eine heftige Debatte über die Bezahlschranken für nationale Sportereignisse neu entfacht.

Das Ausmaß des illegalen Konsums wurde durch das Fehlen einer frei empfangbaren Übertragung zum ersten Mal seit der Umbenennung des Wettbewerbs im Jahr 1992 verstärkt. Jedes vorherige Champions-League-Finale war live im terrestrischen Fernsehen verfügbar, entweder exklusiv auf ITV seit dem Start des Wettbewerbs (als Europapokal der Landesmeister) bis 2003 oder durch geteilte Rechte mit Sky Sports bis 2015. Der vorherige Rechteinhaber BT Sport setzte die Tradition fort, indem er die Finals kostenlos auf YouTube streamte, darunter das Showpiece 2022 zwischen Liverpool und Real Madrid, das ein Spitzenpublikum von 12,6 Millionen erreichte. TNT Sports, das die UEFA-Rechte übernommen hatte, brach mit dieser Tradition und entschied sich, das Spiel hinter seinen Pay-TV- und Streaming-Abonnements zu sperren, wobei HBO Max mit 4,99 £ pro Monat einen günstigeren Einstiegspunkt bot.

Die Entscheidung löste eine politische Gegenreaktion aus, wobei Premierminister Sir Keir Starmer – selbst Arsenal-Fan – an den Sender schrieb und eine Überdenkung forderte. Eine gemeinsame Erklärung mit der Football Supporters‘ Association übte öffentlichen Druck aus, aber TNT blieb standhaft und setzte auf ein kombiniertes lineares und Streaming-Publikum, das einen Marktanteil von 25,6 % und über 7 Millionen Zuschauer erzielte. Während der Sender die Zahlen als Erfolg betrachtete, zeichnete das Paralleluniversum der Piraterie ein deutlich anderes Bild. Die 16,2 Millionen illegalen Aufrufe unterschätzen laut Forschern wahrscheinlich die tatsächliche Reichweite: Viele der 3,7 Millionen einzelnen Streams wurden von mehreren Personen gesehen, und technische Störungen oder erzwungene Aktualisierungen aufgrund aufdringlicher Werbung erhöhten die Aufrufzahl.

Diese Werbung selbst offenbarte eine tiefere, beunruhigendere Konvergenz. GCI fand heraus, dass 89 % der in illegalen Streams des Finals eingebetteten Werbespots von Glücksspielmarken stammten, die nicht von der UK Gambling Commission lizenziert waren. Diese „dunkle Verbindung“, wie GCI-Präsident Ismail Vali sie nannte, hat sich seit der Pandemie verstärkt, als nicht regulierte Glücksspielbetreiber auf Piraterie-Streaming umstiegen, um während des weltweiten Lockdowns Sportereignisse und Wettmöglichkeiten zu fabrizieren. „Jetzt, da sich die Märkte mit sich ändernden Sportrechten und steigenden Kosten für Verbraucher verschieben, ist illegales Streaming Teil eines neuen Wettrüstens für illegales Glücksspiel geworden“, sagte Vali dem Guardian. „Sie nutzen ‚kostenloses Sport-Streaming‘ als Alleinstellungsmerkmal in ihrem Krieg gegen regulierte Glücksspielanbieter.“

Ein weniger bekannter Faktor könnte auch sowohl legale als auch illegale Zuschauerzahlen beeinflusst haben: UEFA‘s Entscheidung, den Anpfiff von 21 Uhr auf 18 Uhr Ortszeit in Budapest vorzuverlegen, um den Stadionbesuchern entgegenzukommen. Branchenquellen glauben, dass die frühere Anstoßzeit TNTs offizielle Zuschauerzahl gedrückt hat, da potenzielle Zuschauer noch auf dem Heimweg oder mit abendlichen Routinen beschäftigt waren. Der Effekt war in Frankreich noch ausgeprägter, wo der Triumph von PSG zu einem starken Rückgang der nationalen Einschaltquoten im Vergleich zu den vorherigen Finalteilnahmen des Clubs führte. Gleichzeitig befeuerte die Anwesenheit einer englischen Mannschaft – und der seltene Anblick von Gabriel Magalhães, der den entscheidenden Elfmeter im Shootout verschoss – das Interesse britischer Piraten.

Das größere Bild der UEFA-Männerfinals bot TNT etwas Trost. Mehr als 9,2 Millionen Menschen sahen mindestens eines der drei europäischen Showpieces, darunter 3,5 Millionen für Aston Villas Europa-League-Sieg und 2,7 Millionen für Crystal Palace‘s Conference-League-Triumph. Die durchschnittliche Zuschauerzahl des Senders für europäischen Fußball stieg im Vergleich zur Vorsaison um 5 %, was darauf hindeutet, dass trotz der Piraterie-Explosion die abonnementbasierte Berichterstattung weiterhin schrittweise wächst.

Doch die Schlagzahl aus dem Flaggschiff-Spiel wird Wellen durch die Sportübertragungsbranche schlagen. Für Rechteinhaber wie UEFA und Premier League stellt die Demonstration, dass eine Bezahlschranke Millionen zu illegalen Streams treiben kann – angetrieben von einer Schatten-Glücksspielwirtschaft – eine fundamentale Herausforderung für das aktuelle Geschäftsmodell dar. Wenn der historische Kompakt, der die wichtigsten nationalen Sportereignisse allgemein zugänglich macht, aufgegeben wird, könnte der langfristige Preis eine Generation von Fans sein, die sich an Piraterie gewöhnt und unreguliertem Wetten ausgesetzt sind. Während politische Entscheidungsträger und Sender den nächsten Rechtezyklus abwägen, wird der Geist von 16,2 Millionen illegalen Aufrufen über jeder Verhandlung schweben.

Basierend auf einem Bericht des Guardian.