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Aston Villa gewinnt Europa League: 30-jährige Trophäen

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Aston Villa beendete eine 30-jährige Durststrecke ohne großen Titel mit einem 3:0-Sieg im Europa-League-Finale gegen Freiburg, wobei Unai Emery seinen Rekord

Aston Villa beendete endlich ihren 30-jährigen Durst ohne großen Titel, indem sie im Europa-League-Finale in Istanbul Freiburg mit 3:0 besiegten und die Trophäe in die Höhe stemmten. Der Sieg beendete nicht nur eine schmerzhafte Wartezeit seit dem Ligapokal 1996, sondern festigte auch Unai Emerys Vermächtnis als Europaspezialist und gab Villa Park eine neue Generation von Helden.

Emery hatte bei seiner Ankunft vor dreieinhalb Jahren geschworen, dass er zu Villa gekommen sei, um Trophäen zu sammeln, und an einem lauen Abend im Besiktas-Park löste er dieses Versprechen ein. Der Spanier, der 2022 für nur 5,2 Millionen Pfund von Villarreal kam, hat einen Verein, der bei seiner Übernahme nur drei Punkte über der Abstiegszone lag, in einen Europameister verwandelt – und das unter strengen finanziellen Auflagen. Seine Bilanz in diesem Wettbewerb ist unübertroffen: Er hat nun fünf Europa-League-Titel, baut damit seinen eigenen Rekord aus und gewann fünf von sechs Endspielen.

Das Spiel selbst wurde von zwei Momenten individueller Brillanz entschieden. Youri Tielemanns eröffnete mit einem donnernden Volleyschuss nach einer kurzen Eckballvariante den Torreigen und gab den Ton an. Dann besiegelte Emi Buendia den Sieg praktisch mit einem gefühlvollen Schuss in den Torwinkel, der die mitgereisten Villa-Fans zu wilden Feierlichkeiten hinriss. Morgan Rogers legte nach der Pause das dritte Tor nach, woraufhin Emery mit geballten Fäusten in die Luft sprang – das Spiel war gewonnen, die Durststrecke vorbei.

Der Abend war von Geschichte durchdrungen. Auf den Rängen sahen neun Mitglieder von Villas Europapokalsieger-Mannschaft von 1982, darunter Kapitän Dennis Mortimer und Torschütze Peter Withe, wie die heutige Mannschaft ihr eigenes Kapitel schrieb. In jener Nacht in Rotterdam besiegte Villa in weißen Trikots Bayern München; diesmal, ebenfalls in Weiß, bezwangen sie in Istanbul eine in Rot spielende deutsche Mannschaft. Für Withe traten Tielemanns, Buendia und Rogers – die neuen Helden eines Vereins, der so lange gewartet hat.

Villas Fans strömten nach Istanbul, schätzungsweise 20.000 reisten trotz einer offiziellen Zuteilung von knapp über 10.000 Karten an. Unter ihnen war Prinz William, ein lebenslanger Villa-Fan, der den Trophäen-Hebevorgang auf seinem Handy filmte und zuvor eine Glückwunschbotschaft geschickt hatte. Die Szenen beim Schlusspfiff waren emotional – Martinez, der im Aufwärmen aufgrund eines getapten Fingers behandelt werden musste, weinte, während Fußball-Geschäftsführer Damian Vidagany den Kopf in die Hände stützte, eine Geste der Erleichterung.

Der Sieg ist Teil einer bemerkenswerten Saison für englische Vereine in Europa: Crystal Palace bestreitet das Conference-League-Finale, Arsenal trifft im Champions-League-Endspiel auf Paris Saint-Germain – die Möglichkeit eines beispiellosen Triples. Für Villa jedoch bleibt der Fokus auf sich selbst. Sie hatten sich bereits durch einen Top-4-Platz in der Premier League für die Champions League qualifiziert, erreicht mit einem 4:2-Sieg gegen Liverpool, und dieser Titel unterstreicht ihren Status unter den Eliten.

Doch Villas Erfolg wurde gegen die Widrigkeiten der Profit- und Nachhaltigkeitsregeln aufgebaut. Der Verein musste jährlich wichtige Talente verkaufen, aber Emerys Verpflichtung ist eines der größten Schnäppchen des Fußballs. Rogers, der vor etwas mehr als zwei Jahren für 16 Millionen Pfund von Middlesbrough verpflichtet wurde, symbolisiert diese kluge Kaderplanung. Sein Europa-League-Siegtor trägt zu seinem wachsenden Ruf bei, und obwohl Berichte nahelegen, dass er diesen Sommer gehen könnte – insbesondere angesichts einer starken Weltmeisterschaft – ist Villa nun in einer weitaus stärkeren Verhandlungsposition.

Tielemanns brachte die Stimmung perfekt auf den Punkt: „Meine Stimme ist etwas weg, aber das ist in Ordnung. Wir haben uns reingehängt und eine Top-Leistung gezeigt, wir hatten eine großartige Saison und das hier als Krönung ist einfach unglaublich.“ Rogers ergänzte: „Es ist schwer in Worte zu fassen, wir haben so hart dafür gearbeitet … Wir werden in die Geschichte eingehen.“ Die Siegesparade, trotz der Verkehrsbehinderungen in Birmingham sorgfältig für Donnerstagnachmittag geplant, wird der Stadt endlich die Möglichkeit zum Feiern geben.

Fast 50 Jahre nach Brian Moores ikonischem Kommentar zu Withes Siegtor, der im Villa Park verewigt wurde, ist ein neues Banner für eine neue Ära nötig. Der Europa-League-Triumph 2024 löscht die lange Wartezeit nicht aus, aber er definiert das moderne Aston Villa neu – einen Verein, der unter einem Trainer, der nur den Sieg kennt, wieder gelernt hat zu gewinnen.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.