Livingstons turbulente Saison hat eine weitere dramatische Wendung genommen: Cheftrainer Marvin Bartley und sein Assistent Neil Hastings sind zurückgetreten. Das Duo trat zurück, nachdem der Verein, der nun den Abstieg aus der Scottish Premiership bestätigt hat, ihnen mitteilte, dass sie sich im Rahmen eines neuen internen Prozesses erneut um ihre Positionen bewerben müssten. Diese Entwicklung stellt eine deutliche Abkehr von den ursprünglichen Bedingungen dar, unter denen Bartley die anspruchsvolle Rolle zu Beginn des Jahres angenommen hatte.
Der 39-jährige ehemalige Mittelfeldspieler, der Erfahrung bei Hibernian, Livingston und Bournemouth gesammelt hat, lehnte das Amt des Cheftrainers zunächst ab, als es ihm nach dem Spiel gegen Motherwell am 31. Januar angeboten wurde. Er erklärte sich schließlich bereit, die Leitung zu übernehmen, nachdem er nach eigenen Angaben Zusicherungen hinsichtlich Stabilität und der Möglichkeit erhalten hatte, die Mannschaft auch im Falle eines Abstiegs in die nächste Saison zu führen. Die spätere Aufforderung zur Neubewerbung stellte eine grundlegende Änderung dieser Bedingungen dar, sodass Bartley und Hastings keine andere Wahl sahen, als zurückzutreten.
Der Abstieg des Vereins war nach einem Wochenende rechnerisch besiegelt, an dem Livingston nur ein 2:2-Unentschieden gegen Aberdeen erreichte, während Kilmarnock einen Sieg gegen Dundee United feierte. Dieses Ergebnis beendete eine desaströse Saison, die eine rekordverdächtige Serie von 33 sieglosen Spielen umfasste, von denen 31 in der Liga stattfanden – ein neuer Tiefststand für die schottische Spitzenklasse. Bartley war für die letzten 11 Spiele dieser Serie verantwortlich, in denen es nur einen Sieg, sechs Unentschieden und vier Niederlagen gab.
Trotz der schlechten Ergebnisse wies Bartley auf spürbare Verbesserungen in der Leistung und Moral der Mannschaft während seiner kurzen Amtszeit hin. Er hob den 2:0-Auswärtssieg bei St Mirren als Beleg für die erzielten Fortschritte hervor, auch wenn dieser nicht ausreichte, um das Schicksal des Vereins zu ändern. Der ehemalige Trainer von Queen of the South betonte, dass er und Hastings ein Team in einer äußerst schwierigen Lage übernommen hätten und nur wenig Zeit gehabt hätten, um Veränderungen umzusetzen.
Nach ihrem Weggang hat Livingston schnell ein Interimstrainerteam ernannt. Der erfahrene Mittelfeldspieler Scott Arfield wird die Mannschaft für die verbleibenden drei Spiele der höchsten Spielklasse betreuen. Diese Entscheidung signalisiert den Wunsch nach Kontinuität und Erfahrung in der Kabine, während die Saison zu Ende geht, und der Verein plant nun für das Leben in der Scottish Championship.
Die Unruhe auf der Trainerposition wirft Fragen zur langfristigen Ausrichtung bei Livingston auf. Der Verein hatte zu Beginn der Saison eine bedeutende Umstrukturierung durchlaufen, als David Martindale, der seit 2018 Trainer war und maßgeblich am Aufstieg zurück in die Premiership beteiligt war, in die Rolle des Sportdirektors wechselte. Bartleys Beförderung vom Assistenten zum Cheftrainer war Teil dieses Übergangs, was die anschließende Forderung nach einem Neubewerbungsverfahren für die Beteiligten umso überraschender machte.
Für die Scottish Premiership unterstreichen der Abstieg von Livingston und das anschließende Chaos die brutalen finanziellen und wettbewerblichen Realitäten, mit denen Vereine außerhalb der traditionellen dominanten Kräfte konfrontiert sind. Die historische Sieglosserie des Vereins wird eine deutliche Erinnerung an die Herausforderungen sein, den Status in der höchsten Spielklasse zu erhalten. Der unmittelbare Fokus des Vereins wird darauf liegen, die Saison unter Arfields Führung mit Würde zu beenden, bevor zweifellos eine umfassende Überprüfung des Fußballbetriebs stattfinden wird.
Bartleys Erklärung in den sozialen Medien war zurückhaltend, aber deutlich. Er drückte seine Enttäuschung über die gebrochenen Zusicherungen aus, während er die Arbeit verteidigte, die während seiner kurzen Amtszeit geleistet wurde. Sein Weggang zusammen mit Hastings hinterlässt eine Lücke in der Trainerstruktur, die der Vorstand nun mit einer langfristigen Vision für den Wiederaufbau füllen muss. Das Verfahren, sich um die eigenen Jobs neu zu bewerben, war für die beiden eine zu große Hürde; sie zogen es vor, zu gehen, anstatt an einer aus ihrer Sicht veränderten und untragbaren Situation teilzunehmen.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.